Elektroautos als zentrale Säule der Städte der Zukunft

Verfasst von am 27.04.2020 - 5 min

Erleichterung der Mobilität bei gleichzeitiger Reduzierung von Verkehrsstaus und Umweltverschmutzung: Die Städte der Zukunft müssen sich verändern, um der kontinuierlich wachsenden Anzahl ihrer Bewohner eine bessere Lebensqualität zu bieten und nachhaltig zu werden.

Wie wird die Stadt der Zukunft aussehen?

Laut Weltwirtschaftsforum werden im Jahr 2050 insgesamt 70 % der Weltbevölkerung in Städten leben, sich dort fortbewegen und arbeiten. Die Organisation erklärt, dass Mobilität und Energie zwei der fundamentalen Faktoren sein werden, damit dieser Wandel unter zufriedenstellenden Lebensbedingungen vollzogen werden kann. Es eröffnen sich unzählige Möglichkeiten rund um einen Nahverkehr, der auf den drei essentiellen Eigenschaften der Fahrzeuge der Zukunft aufbaut: elektrisch, vernetzt und autonom.
Damit integriert er sich intelligent in ein urbanes Ökosystem, optimiert den Verkehr und das Energiemanagement und schafft neue Arten der Mobilität und des Transports. Alle beteiligten Akteure arbeiten derzeit an der Gestaltung der Stadt von morgen, an der Vorbereitung der entstehenden Megaregionen und der Entwicklung eines idealen Modells.

Ist die „Smart City“ die Stadt der Zukunft?

EZ Pro
Die Stadt der Zukunft wird intelligent sein und über vernetzte Infrastrukturen und multimodale, aufeinander abgestimmte Verkehrsnetze verfügen. Die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union haben sich für das zukünftige 5G-Netz als Ergänzung zur WLAN-Technologie entschieden, um den Informationsaustausch zwischen Fahrzeugen, Infrastrukturen und Nutzern sanfter Verkehrsmittel zu harmonisieren.
Die Vorteile der 5G-Technologie sind ein sofortiges Signal, die Fähigkeit zur Aufnahme der Signale zahlreicher Anwender innerhalb eines gleichen Raums und sehr hohe Datenübertragungsraten. Diese Qualitäten werden von der 5G Automotive Association (5GAA) – ein Verein zur Entwicklung der 5G-Technologie für den Automobilverkehr, an dem Groupe Renault beteiligt ist – hervorgehoben.

Mit Hilfe der Konnektivität der Fahrzeuge können die Kommunen über ihre Verkehrsleitsysteme die Zufahrt zu bestimmten Straßen koordinieren, die Ampeln entsprechend dem Verkehr schalten, auf Staus, Baustellen und Unfälle reagieren und ein Parkleitsystem einbinden. Sie können auch alle diese Daten auswerten. Das betrifft die privaten Pkws, aber auch die autonomen Fahrzeuge und die zukünftigen Robo-Taxis. Das Elektrokonzept EZ-POD von Renault ist ein typisches Beispiel einer Lösung für Kurzstrecken, zwischen Individualverkehr und öffentlichem Nahverkehr. Mit EZ-PRO (für den städtischen Lieferverkehr, EZ-ULTIMO (ein autonomes Luxus-Elektroauto) und EZ-GO (für den fahrerlosen Personenverkehr) wurden bereits weitere Renault-Konzepte rund um die Zukunft der Mobilität vorgestellt.

Verkehr in der Stadt der Zukunft

Das A und O der Stadt von morgen ist die Intermodalität. Sie bestimmt bereits den Alltag zahlreicher Pendler, die täglich den Weg zwischen Wohnung und Arbeitsort mit mehreren Verkehrsmitteln wie U-Bahn, gemeinsam genutzten Fahrzeugen (Fahrräder, Motorroller, Autos, E-Roller), Taxi oder Mietwagen mit Fahrer zurücklegen. Diese zunehmend praktizierte Art der Fortbewegung wird mit den MaaS („Mobility as a service“ oder Mobilität als Dienstleistung) Apps und der Entwicklung des autonomen Carsharings, mit Shuttles oder sogar autonomen Drohnen noch verstärkt.

Eine umweltfreundliche Stadt der Zukunft

Oslo Gebäude
Die Städte der Zukunft sind undenkbar ohne Berücksichtigung des Aspektes Umwelt, denn dieser ist für ihre Bewohner schlichtweg lebensnotwendig. Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor wird die Zufahrt zu immer mehr Stadtzentren verboten – im Gegenzug gewinnen Fahrzeuge „ohne Emissionen im Fahrbetrieb*“ an Bedeutung. Zwischen City-Maut, Fußgängerzonen und Verkehrsberuhigung werden die zulässigen Höchstwerte für Luftschadstoffe und CO2-Ausstoß gesenkt, insbesondere im Hinblick auf die Schaffung nachhaltiger Städte. Ein Paradebeispiel dafür ist die Stadt Oxford.

Energiemanagement in der Stadt der Zukunft

Die Einbindung der Elektrofahrzeuge in das sogenannte Smart Grid (intelligentes Stromnetz) ist eines der zentralen Elemente des Energiemanagements in den Städten von morgen. Damit wird die Batterie der Elektroautos zu einem festen Bestandteil des Stromnetzes – sie speichert bei Produktionsüberschüssen Energie und gibt diese zu gegebener Zeit, bei Nachfragespitzen oder bei vorübergehendem Produktionsmangel, wieder in das Netz ab. Das ist das V2G (Vehicle to Grid) – der intelligente bidirektionale Anschluss des Fahrzeugs an das Stromnetz.

Das elektrische Laden vor technologischen Revolutionen

Auch für das Laden der Elektroautos dürfte es zahlreiche technologische Neuerungen geben. Zunächst könnten die autonomen Fahrzeuge die Möglichkeit erhalten, die Ladestationen selbständig anzufahren. Laderoboter könnten dann die notwendigen Handgriffe ausführen, um das Fahrzeug an die Station anzuschließen. Oder das Fahrzeug könnte über ein Induktionsladesystem, das in die Straße eingebaut ist, beim Fahren mit Strom aufgeladen werden. Renault testet derzeit mit dem Institut Vedecomm und Qualcomm im Großraum Paris ein konduktives Ladesystem. Die Stadt Oslo beabsichtigt ebenfalls ein drahtloses Ladesystem für die parkenden Taxis. Schließlich dürfte mit der mittelfristigen Einführung neuer Technologien wie Wasserstoff das Laden beschleunigt werden.

Wo liegen die Grenzen der Stadt der Zukunft?

vernetzte Autos
Alle diese technologischen Entwicklungen für einen „vernetzten“ Verkehr im öffentlichen Raum werfen berechtigte Fragen nach der persönlichen Freiheit auf. Die Regulierungsbehörden werden mit allen Interessengruppen Überlegungen anstellen, um einen Rahmen für den Schutz der Privatsphäre und den Datenschutz bei der Verwendung eines Verkehrsmittels zu schaffen. Ein weiterer Punkt, der im Vorfeld berücksichtigt werden muss, ist die Cybersicherheit. Die Gefahren durch Hacking, die eine vernetzte Welt der Dinge birgt, sind umso größer, als diese Dinge in Bewegung sind. Sobald diese Probleme geregelt sind, wird diese Konnektivität die Mobilität für alle Verkehrsteilnehmer vereinfachen.

Die Stadt der Zukunft im Jahr 2050

Laut Weltwirtschaftsforum wird sich die Landschaft des Nahverkehrs bis 2050 drastisch verändert haben. Die Mobilität wird im Dienste aller stehen: Die Elektroautos werden zum Energiemanagement der Stadt beitragen und autonome Fahrzeuge werden ihren Einsatz und ihre Serviceangebote optimieren. Die Einwohner werden sich an den multimodalen Verkehr gewöhnt haben, der dank der Digitalisierung der Gebiete intelligent und in Echtzeit verwaltet wird. Immer zahlreichere Smart Cities werden auf die Technologie setzen, um die Ausweitung der Mobilität zu begleiten und die Lebensqualität der Menschen, die in ihren Stadtzentren oder in den Stadtrandgebieten wohnen, arbeiten oder konsumieren, zu verbessern.

 

* Weder CO2-Emissionen noch regulierte Luftschadstoffe beim Fahren, ausgenommen Verschleißteile

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