Elektroautos und Ladeinfrastrukturen: exponenzieller Anstieg

Verfasst von am 10.03.2020 - 4 min

Derzeit erleben wir mit dem rasanten Anstieg von Elektroautos tiefgreifende Veränderungen der Automobilbranche. Gleichzeitig verdichtet sich das Netz der Ladeinfrastrukturen und deren Nutzung wird damit einfacher.

Noch nie wurden in Europa so viele Elektroautos verkauft. 2018 wurden fast 200 000 Zero-Emission*-Fahrzeuge zugelassen – eine Zunahme von 45 % gegenüber 2017. 2019 lag der Absatz bei mehr als 360 000 Autos – ein weiterer Anstieg von mehr 70 %. Norwegen und die Niederlande, wo fast ein Drittel der europaweit verkauften Autos zugelassen wird, liegen dabei an der Spitze.
Und die Zahlen werden weiter steigen: Schätzungen zufolge wird der Markt 2025 2 Millionen Einheiten umfassen. Skandinavien leistet hier weiter einen starken Beitrag, aber auch in Großbritannien, Deutschland und Frankreich sind die Geschäftsaussichten vielversprechend.

Ein um fast das 20 fache gestiegener Absatz!

Weltweit wurden 2018 1,26 Millionen Elektroautos zugelassen. Eine ganz andere Größenordnung als die 330 000 verkauften Fahrzeuge 2015. Und die Wachstumskurve dürfte weiter steigen: Bis 2025 wird mit rund 6 Millionen Zulassungen gerechnet.

Ein um fast das 20fache gestiegener Absatz!

China – weltweit größter Markt

2013 zählte man erst 300 000 Elektroautos in China. Heute ist das Reich der Mitte weltweit der größte Abnehmer. 2018 wurden dort 1,1 Millionen elektrifizierten Autos verkauft – 700 000 davon waren reine Elektrofahrzeuge. 2019 lag die Zahl schon bei 800 000, für 2025 geht man von 4 Millionen aus. Diese Zahl deutet darauf hin, dass in fünf Jahren zwei Drittel der weltweit verkauften Elektroautos nach China gehen.

China – weltweit größter Markt

Zahlreiche Ladestationen

Mit den Elektroautos der neuesten Generation, wie etwa dem neuen Renault ZOE, ist es heute möglich, bis zu 395 Kilometer (WLTP-Zyklus**) ohne Nachladen zu fahren. Die zunehmende Anzahl der Ladestationen verbessert die Infrastruktur und trägt so zu einer höheren Reichweite der Elektrofahrzeuge bei. Die große Mehrheit der Europäer ist der Ansicht, dass vor dem Umstieg auf Elektromobilität eine Ladestation zu Hause oder am Arbeitsplatz unerlässlich ist.

Um dies jedem zu ermöglichen, haben die Staaten Gesetze rund um das Recht auf den Ladeanschluss erlassen. Eine europäische Richtlinie, die durch lokales Recht noch weiter untermauert wird, erleichtert es Bewohnern von Mehrfamilienhäusern, eine Ladeinfrastruktur einzurichten und schreibt sie bei Neubauten zwingend vor. Darüber hinaus beteiligen sich Autobauer und private Betreiber mittels Konsortien am Ausbau von Schnellladenetzen oder halbschnellen Ladenetzen, die mit oder ohne Abonnement funktionieren und leicht zugänglich sind.

Zahlreiche Ladestationen

Ladestationen zu Hause oder am Arbeitsplatz, halbschnelle Ladestationen an den Straßen und Schnellladestationen an den Autobahnen ergänzen sich wechselseitig und bieten vielfältige Lösungen, mit denen sich das Elektroauto entspannt nutzen lässt. Heute gibt es in Europa fast 200.000 öffentliche Ladepunkte (davon fast 30.000 in Frankreich). Noch dieses Jahr wird ihre Zahl auf 500 000 steigen und bis 2030 3 Millionen erreichen. In Frankreich etwa sollen bis 2022 100 000 Ladestationen errichtet werden. Anschließend folgt ein weiterer Ausbau: Bis 2035 sollen 1,5 Millionen Ladestationen stehen.

 

* Zero Emission im Gebrauch: weder CO2-Emissionen noch regulierte Luftschadstoffe beim Fahren, laut WLTP-Homologationsverfahren, ausgenommen Verschleißteile.

** Kombinierte Reichweite nach WLTP (Worldwide Harmonized Light Vehicles Test Procedure, Standardprüfzyklus: 57 % Stadtfahrten, 25 % Überlandfahrten, 18 % Autobahnfahrten).

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