Renault testet in Utrecht bidirektionales Laden

Verfasst von am 21.03.2019 - 3 min

Renault stellt in den Niederlanden zwei ZOE-Prototypen mit V2G-Technologie (Vehicle-to-Grid) in den Dienst. Als Bestandteil der Selbstverleih-Elektroautoflotte im Ökoviertel von Utrecht ermöglichen sie es, unter realen Bedingungen bidirektionales Laden zu testen, bevor es auf breiter Front umgesetzt wird.

Seit 2016 entwickeln Renault und seine Partner in Utrecht Smart-Charging-Lösungen, mit denen der Aufschwung von Elektroautos und die Nutzung erneuerbarer Energien gefördert werden sollen.
Jetzt wird das örtliche Stromnetz mit der Inbetriebnahme der beiden ersten Prototypen, die mit der Vehicle-to-Grid-Technologie (V2G) kompatibel sind, noch deutlich flexibler.

Die beiden an ihrem besonderen Design erkennbaren ZOE verfügen über einen von Renault speziell für das bidirektionale Laden entwickelten Lader: Er kann einen Teil des in der Autobatterie enthaltenen Stroms wieder ins Netz einspeisen.

Die Philosophie von V2G schließt an den Gedanken der stationären Speicherung  an, aber die Autos selbst dienen als Energiespeichereinheiten! Sie können zur Netzstabilität beitragen, indem sie zum Beispiel den erforderlichen Strom liefern, um eine Störung auszugleichen. Gleichzeitig tragen sie zur Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energien am weltweiten Stromverbrauch bei.

Wiedereinspeisung von kohlenstoffarmem Strom ins Netz

ZOE bidirektionales Laden Utrecht

„Mit Smart Charging kann man bereits das Auto laden, wenn Strom dank intermittierender erneuerbarer Energiequellen wie Sonne oder Windkraft gerade günstig erzeugt wird. Mit V2G können wir jetzt diesen kohlenstoffarmen Strom bei Bedarf wieder ins Netz einspeisen, wenn diese Versorgungsquellen unterbrochen wurden“, veranschaulicht Nicolas Schottey, Director of the New Energy Business Program, Groupe Renault.

Der Benutzer erhält vom Anbieter eine Vergütung für seine erbrachten Dienste und bleibt selbstverständlich Herr über die Nutzung seines Autos: Der Stromaustausch erfolgt vollkommen transparent, wenn das Fahrzeug an seine Ladestation angeschlossen ist. Dabei ist stets gewährleistet, dass das programmierte Ladeniveau bei der Abfahrt auch erreicht ist.

Bidirektionales Laden mit Wechselstrom: eine Weltpremiere

Dank der von der Groupe Renault entwickelten Innovation erfolgt der Austausch zwischen Auto und Netz mit Wechselstrom. Damit ist bidirektionales Laden ohne größere Änderungen an den Ladestationen möglich. Gemeinden oder Privathaushalte müssen also nicht in kostspielige Ladestationen investieren.

Vorbereitung auf den Start von V2G

ZOE We Drive Solar Utrecht

Die Inbetriebnahme der ersten beiden Prototypen in Utrecht ermöglicht es Renault und seinen Partnern vor Ort, die Technologie unter realen Bedingungen zu testen und so den Grundstein für ein echtes „bidirektionales Ökosystem“ zu legen, was der Umsetzung von V2G zuträglich ist.

Mit diesen Prototypen werden wir sehr konkret an allen Aspekten arbeiten, die vor der Umsetzung dieser Technologie auf breiter Front geklärt sein müssen“, bestätigt Nicolas Schottey. Die Ergebnisse dieses Testlaufs gehen in technische Überlegungen wie auch Projekte in Verbindung mit den regulatorischen Veränderungen ein, die künftig den Rahmen für bidirektionales Laden vorgeben werden.

Renault wird nach eigenen Angaben in den nächsten Monaten ungefähr 15 Prototypen in unterschiedlichen europäischen Ländern auf die Straße schicken, um diese Testphase auf andere Partner auszuweiten. Einige dieser ZOE werden etwa das in Porto Santo entwickelte intelligente Strom-Ökosystem ergänzen.

 

Copyrights: Renault Niederlande

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