Wissenswertes zur CO2-Bilanz

Verfasst von am 16.06.2020 - 4 min

Mit der CO2-Bilanz werden die Mengen der von den menschlichen Aktivitäten verursachten Treibhausgasemissionen ermittelt, um die Umweltauswirkungen dieser Aktivitäten zu reduzieren. Die Messung und die allseitige Verbesserung der CO2-Bilanz trägt zur Reduzierung der Folgen des Ausstoßes von Kohlendioxid (CO2) und insbesondere zur Begrenzung der globalen Erwärmung bei.

Was versteht man unter Carbon Footprint bzw. CO2-Bilanz?

Die CO2-Bilanz ist ein Maß für den Gesamtbetrag der Emissionen von Treibhausgasen – insbesondere von CO2– die direkt durch einen Menschen, eine Organisation, eine Aktivität oder einen Gegenstand verursacht werden. Die CO2-Bilanz bezieht sich auf eine bestimmte Dauer, z.B. auf ein Jahr. Sie kann auch über den gesamten Lebenszyklus eines Produkts ermittelt werden. Sie wird daher mit einer Gewichtseinheit – z.B. Kilogramm oder Tonne – pro gewählter Zeiteinheit angegeben (z.B. 10 kg/Jahr).

Durch die Definition dieses Werts als „Masse pro Zeit“ können auch die Maßnahmen zur Kompensation der Kohlenstoffemissionen berücksichtigt werden. Anerkannte Umweltorganisationen stellen Berechnungen an, wie viele Bäume gepflanzt werden müssen, um die von den menschlichen Aktivitäten verursachten Kohlenstoffemissionen zu binden. Da ein gepflanzter Baum etwa 20 bis 30 Kilo Kohlenstoff pro Jahr bindet, müssen ein bis zwei Bäume pro Tag gepflanzt werden, um die jährliche Klimabilanz eines Europäers, die auf 12 Tonnen geschätzt wird, zu kompensieren.

 CO2-Volumen

Wie wird die CO2-Bilanz eines Elektroautos berechnet?

Die CO2-Bilanz eines Erzeugnisses wird durch die Berechnung aller während seines gesamten Lebenszyklus emittierten Treibhausgase ermittelt – von der Gewinnung der für die Herstellung benötigten Rohstoffe über den Gebrauch bis hin zum Recycling und zur Entsorgung.
Nehmen wir den Fall eines Autos: Seine Klimabilanz wird anhand des Energieverbrauchs und der CO2-Emission bei der Gewinnung des Erdöls und der Rohstoffe, bei der Herstellung der verschiedenen Komponenten, der Montage des Autos, der Lieferkette sowie bei der Nutzung, dem Recycling und der Entsorgung berechnet. Die Produktion der Batterien ist der Grund, warum die Umweltbilanz eines Elektromodells bei Verlassen der Fabrik schlechter abschneidet als die eines Autos mit Verbrennungsmotor. Aber während der anschließenden Nutzungsphase dreht sich die Waage zugunsten des Elektroautos.

Gemäß der europäischen Studie Le Véhicule Électrique dans la transition écologique (Das Elektroauto in der Energiewende), die 2017 für die Stiftung für Natur und Mensch (Fondation pour la Nature et l’Homme) erstellt wurde, hat ein Renault ZOE während seines gesamten Lebenszyklus eine um knapp 40 % bessere Kohlenstoffbilanz als ein vergleichbarer Verbrenner. Diese Zahl basiert auf dem durchschnittlichen Energiemix mit den in Europa üblichen Anteilen der verschiedenen Energieträger an der Stromerzeugung.

Die Stromquelle spielt in der Tat eine wichtige Rolle für die Berechnung der Umweltbilanz eines Elektroautos. Das Laden eines E-Autos, das natürlich beim Fahren kein COausstößt (im Gegensatz zu den Verbrennern) hat weniger Auswirkung auf die Umwelt, wenn der geladene Strom von einem „low carbon“ Energieträger wie Windkraft, Kernkraft, Wasserkraft oder Sonne stammt.

Die CO2-Bilanz in Europa

Der Energiemix ist der Grund dafür, warum die CO2-Bilanzen ein und desselben Elektroautos in zwei europäischen Ländern unterschiedlich sein können.

In den skandinavischen Ländern, in denen die verbrauchten Kilowattstunden aus Wasser- und Windkraftwerken stammen, ist die Kohlenstoffbilanz der Elektroautos weitaus niedriger als in Ländern, die mehr Kohlestrom mit hohem CO2-Ausstoß verwenden. So hat ein neuer Renault ZOE, der auf den Straßen Polens unterwegs ist, eine leicht höhere CO2-Bilanz als ein vergleichbarer Verbrenner, während in Norwegen die Klimabilanz des ZOE viermal besser ist als die eines Benziners.

Windkraftanlagen im Schnee in Norwegen

Die CO2-Bilanz in Frankreich

Als Unterzeichner oder sogar Initiator verschiedener Protokolle über die Notwendigkeit der Dekarbonisierung menschlicher Aktivitäten hat Frankreich eine relativ niedrige CO2-Bilanz pro Kopf, insbesondere dank seines Energiemix mit einem überwiegenden Anteil aus der Kernenergie – die weitaus weniger Treibhausgase emittiert als Wärmekraftwerke – und der erneuerbaren Energien.

Diese werden besonders gefördert, denn laut der oben erwähnten Studie für die Stiftung für Natur und Mensch beträgt die Emission eines Elektroautos nur 22 Gramm COpro Kilometer, wenn seine Batterien mit Windstrom geladen werden, und 78 Gramm COpro Kilometer, wenn es mit Solarstrom fährt.

Wie kann man seine CO-Bilanz verbessern?

Viele Konsumentscheidungen können die persönliche Klimabilanz beeinflussen. So kann man zum Beispiel seine Flugreisen auf ein strikt notwendiges Maß beschränken, weniger Fleisch essen, in ein „grüneres“ Heizungssystem (Geothermie, Luftwärmepumpe) investieren oder gemeinschaftliche Wohnformen wählen. Wenn es um das Auto geht, ist Eco-Driving ein sicherer Weg, um eine bestimmte Strecke mit weniger Energie zurückzulegen.

Es sei auch darauf hingewiesen, dass sich die CO2-Bilanz bei der Nutzung von Elektroautos – einschließlich solcher, die bereits heute auf den Straßen unterwegs sind – in den kommenden Jahren kontinuierlich verbessern wird, da geplant ist, den Anteil der erneuerbaren Energien am europäischen Energiemix zu erhöhen. Bis 2020 soll dieser Anteil auf 20 % des Brutto-Endenergieverbrauchs ansteigen – im Vergleich beispielsweise zu 14,1 % im Jahr 2012.

ZOE mit Radfahrer geparkt

Ökodesign

Im Automobilsektor kann die CO2-Bilanz durch das Ökodesign, das den gesamten Lebenszyklus eines Fahrzeugs berücksichtigt, reduziert werden. Aus diesem Grund wird ein Auto wie der neue ZOE auf mehreren Ebenen optimiert, um seine Auswirkungen auf die Umwelt zu begrenzen. So werden bei diesem Modell 22,5 kg recycelte Kunststoffe und Textilien pro Fahrzeug verarbeitet.

In Europa wird durch die Möglichkeit, Fahrzeuge und Teile „vor Ort“ zu produzieren, der „Logistik“-Anteil, also der Anteil der Emissionen, der durch den Transport der für Montage der Fahrzeuge benötigten Komponenten, durch die Lagerung und die Auslieferung der Fahrzeuge verursacht wird, reduziert. Auch durch einen bedachten Einsatz der Energie bei der Produktion in den Werken entstehen weniger Treibhausgasemissionen.

In Zukunft werden uns Technologien wie Smart Grid – das intelligente Stromnetz, das den Verbrauch von ausschließlich „kohlenstofffreier“ Energie ermöglicht – oder das Recycling der Batterien – insbesondere die Rückgewinnung und die Verwertung der in den Batterien enthaltenen Metalle – die Möglichkeit geben, unsere Emissionen zu reduzieren. Ein weiterer Weg ist die Weiterverwendung der Altbatterien in einer „Second-Life“-Anwendung als Energiespeicher.

Diesbezüglich äußert sich die Studie der Stiftung für Natur und Mensch klar: Die Batterie eines Elektrofahrzeugs hat eine wirkliche Nützlichkeit außerhalb des Autos, da sie in ihrem „zweiten Leben“ als Energiespeicher eingesetzt werden kann. Diese Synergie zwischen dem Automobil- und Energiesektor gewinnt an Dynamik und begleitet die Energiewende und die Entwicklung erneuerbarer Energien.

Die Berücksichtigung der Klimabilanz bei unseren Verbrauchsentscheidungen trägt heute wesentlich zu unserer Umweltverantwortung bei. Nach dem Vorbild der Unternehmen, die sie als Marker ihres technologischen Fortschritts nutzen, ist die Reduzierung der Treibhausgasemissionen ein entscheidendes Argument einer Gesellschaft, die sich für den Kampf gegen die globale Erwärmung engagiert.

 

Copyrights : inkoly, Olivier Le Moal, golfer2015, OHM Frithjof, Frithjof Ohm INCL. Pretzsch

 

Wie Elektrizität das Automobil, die Energie, die Territorien verdändert...

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