Zweitnutzung von Batterien: industrielle Speicherung

Verfasst von am 13.02.2020 - 3 min

Connected Energy, ein prämierter Spezialist für Energiespeicherlösungen, schenkt Elektroauto-Batterien ein zweites Leben. Das Unternehmen nahm kürzlich sein größtes Energiespeicherungssystem auf der Basis von Second-Hand-Batterien in Betrieb: E-STOR. Dieses System, das Renault-Batterien verwendet, ist ein wichtiger Bestandteil, um Kreislaufwirtschaft zur Energiespeicherung auf industrieller Ebene nutzbar zu machen.

Was versteht man unter „Zweitnutzung“ von Autobatterien?

Wenn eine für die Stromversorgung von Elektroautos genutzte Batterie am Ende ihres Lebenszyklus ankommt, ist es noch längst nicht um sie geschehen. Auch wenn das erste Leben einer Batterie 10 bis 15 Jahre dauert, verfügt sie noch über eine Kapazität von mindestens 75 %. Das bedeutet, dass sie noch weitere zehn Jahre für Anwendungen wie die stationäre Energiespeicherung genutzt werden kann. Diese Szenarien bezeichnet man als „Zweitnutzung“ der Batterie.

industrielle Speicherung von Energie

Groupe Renault und Connected Energy: der Beginn eines elektrischen Abenteuers

Diese kürzliche Inbetriebnahme erfolgte im Rahmen einer Zusammenarbeit zwischen Connected Energy und der Groupe Renault zu Energiespeichersystemen mit Second-Hand-Batterien. Diejenigen von E-STOR wurden zuvor für die Versorgung von Renault Kangoo Z.E. Fahrzeugen in Frankreich genutzt. Sie verfügen gemeinsam über eine Energiespeicherkapazität von 720 Kilowattstunden und können 1,2 Megawattstunden Leistung erbringen.

Amaury Gailliez, Batteries Operation & Business Director, Groupe Renault, erläutert, warum die Partnerschaft zwischen Renault und Connected Energy nur der Beginn dieses elektrischen Abenteuers ist: „Die seit drei Jahren bestehende Zusammenarbeit mit Connected Energy ist der Beginn einer großartigen Geschichte. In der Tat bestätigen alle Kunden, dass unsere Second-Hand-Batterien perfekt für diese Art der Energiespeicherung geeignet sind. Das zeugt von der Nachhaltigkeit aller Anstrengungen der Groupe Renault und ihrer Partner, um den Markt in den nächsten Jahren weiterzuentwickeln.“

 
Unsere Energiespeichersysteme, bei denen Kangoo Z.E. Batterien wiederverwendet werden, bieten den Netzbetreibern und den Kunden eine stabile Lösung. Das Netz wird stabiler und die Kunden profitieren von einer höheren Stromqualität. Das alles schaffen wir, ohne neue Batterien zu produzieren.
Matthew Lumsden CEO Connected Energy

Gute Nachricht für Netzbetreiber, Kunden und Umwelt

Matthew Lumsden, CEO von Connected Energy, glaubt, dass der Weltmarkt „sich von einem zentralisierten Energiemodell mit einer kohlenstoffreichen Produktion wie Kohlekraftwerken entfernt. Stattdessen erleben wir das Aufkommen erneuerbarer Energien auf breiter Fläche – mit zahlreichen Standorten zur Erzeugung erneuerbarer Energien in unterschiedlichsten Ländern, im Gegensatz zu weniger, aber größeren Anlagen. Ein Merkmal dieser erneuerbaren Energiequellen sind auch die Schwankungen, die sich auf die Netzfrequenz auswirken – ein Problem, zu deren Behebung die Stromspeicherung beitragen kann.“

Diese Energieschwankungen sind für die Netzbetreiber und infolgedessen auch für die Kunden eine echte Herausforderung. Das Netz muss eine konstante Frequenz von 50 Hz haben, um stabil zu bleiben. Wird mehr Strom erzeugt, muss die Nachfrage ansteigen. Umgekehrt muss bei geringerer Produktion die Netzauslastung reduziert werden.

„Unsere neuen E-STOR-Systeme mit einem stabilen Frequenzgang werden von den Netzbetreibern über externe Aggregate betrieben, um den Stromverbrauch auszugleichen“, erläutert Matthew Lumsden. „Unsere Energiespeichersysteme, bei denen Kangoo Z.E. Batterien wiederverwendet werden, bieten den Netzbetreibern und den Kunden eine stabile Lösung. Das Netz wird stabiler und die Kunden profitieren von einer höheren Stromqualität. Das alles schaffen wir, ohne neue Batterien zu produzieren.“

Connected Energy team

Maßnahmen für ein emissionsfreies Energiesystem

Matthew Lumsden prophezeit, dass mit der Entwicklung des Marktes für erneuerbare Energien, um die weltweiten Ziele im Kampf gegen den Klimawandel zu erreichen, auch die Nachfrage nach einem Ausgleichssystem steigen wird. „Mit einer derartigen Nutzung von E-STOR lässt sich der Anteil erneuerbarer Energien im Netz erheblich steigern. Darüber hinaus werden unsere Kunden für ihren Beitrag zur stabilen Stromversorgung auch noch bezahlt.“

Mit der wachsenden Anzahl an Elektroautos auf den Straßen ist es möglich, mehr Second-Hand-Batterien als Speichereinheiten für erneuerbare Energie zu nutzen, anstatt neue Batterien zu produzieren. Dieses System, das als Bestandteil eines positiven Kreislaufs und Schritt in Richtung emissionsfreies Energiesystem betrachtet wird, ermöglicht es nicht nur, die Kohlenstoffbilanz einer Batterie zu reduzieren, sondern auch, die Stromnetze zu entlasten, indem es eine günstigere, leichtere und schneller verfügbare Möglichkeit der Energiespeicherung bietet.

Langfristige Strategie für die Zukunft der Energie

Das Gesamtprojekt wurde vom französischen multinationalen Konzern ENGIE geleitet, der sich kürzlich an Connected Energy beteiligte, um über eine Plattform für seine nächste Phase internationalen Wachstums zu verfügen.

„ENGIE ist von der Technologie der Batteriesysteme zutiefst überzeugt“, erläutert Cedric Osterrieth, CEO der Geschäftseinheit ENGIE Generation Europe, ENGIE. „Mit dem sich derzeit ereignenden Energiewandel müssen wir intensiv darüber nachdenken, wie wir anders Energie erzeugen und wie ENGIE seine Kunden mit entsprechenden Lösungen und Dienstleistungen begleiten kann. Diese Batteriesysteme erleichtern den Energiewandel für den Markt und für unsere Kunden und ermöglichen es, den Herausforderungen der Zukunft so effizient wie möglich zu begegnen.“

 

Copyrights: Connected Energy

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