Könnte der Wechsel zur Elektromobilität unmittelbar bevorstehen?

Verfasst von am 09.12.2020 - 4 min

Elektrofahrzeuge haben in Aussicht gestellt, die Landschaft der Mobilität umzugestalten. Diese Umgestaltung erfährt derzeit eine Beschleunigung. Trotz der durch Covid-19 ausgelösten Wirtschaftskrise, die den gesamten globalen Automobilmarkt in Mitleidenschaft gezogen hat, sind die Elektroauto-Zulassungen in Europa mit einem Anstieg von 70% gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Kommen die Elektroauto-Verkäufe endlich in Schwung?

Um die Ansichten der Europäer zur Elektromobilität besser zu verstehen, beauftragte die Groupe Renault Ipsos mit der Durchführung einer Umfrage zu diesem Thema. Die Umfrageergebnisse zeigen insbesondere, dass weniger als einer von zehn Europäern angibt, alles über Elektroautos zu wissen – noch weniger sind es bei Hybrid- und Plug-in-Hybridfahrzeugen. Anstatt auf weitere technologische Fortschritte zu drängen, müssen erhebliche Anstrengungen unternommen werden, um die Europäer, die nach wie vor skeptisch sind, zu informieren und zu überzeugen. EasyElectricLife existiert genau deshalb: um zu informieren und Fragen zur Mobilität von morgen zu beantworten.

Massive Unterstützung für die Elektrifizierung

In allen Ländern, die an der Umfrage teilgenommen haben – Frankreich, Deutschland, Italien, Spanien und Großbritannien – sprechen sich die Befragten weitgehend für ein größeres Angebot an Hybrid- und Elektrofahrzeugen in den nächsten zehn Jahren aus. Acht von zehn Europäern unterstützen diese Entwicklung stark, für fast jeden zweiten Europäer ist dies eine Priorität. Der Übergang zu Elektro- und Hybridfahrzeugen wird keineswegs als vorübergehende Modeerscheinung betrachtet, sondern ist mit hohen Erwartungen verbunden. Laut der Studie wünschen sich 54% der Befragten sind im Bezug auf die Transformation ungeduldig, da sie ihrer Meinung nach zu langsam vonstattengeht.

Die Europäer, denen die Umweltauswirkungen ein großes Anliegen sind, sind von Elektro- und Hybridfahrzeugen begeistert und überzeugt, dass diese zu einer Reduktion des Kohlenstoff-Fußabdrucks beitragen werden und den Klimawandel durch eine geringere Umweltverschmutzung bekämpfen. Ausgehend von dieser Wahrnehmung geben 38% an, dass sie bereit sind, schnell auf Elektrofahrzeuge umzusteigen. Bei Hybridfahrzeugen ist der Trend noch stärker: 47% geben an, dass ihr nächstes Auto möglicherweise ein Hybridfahrzeug sein wird.

Nur wenige haben echte Erfahrung mit Elektro- und Hybridfahrzeugen

Zwar bringen die Europäer eine wachsende Vorliebe für Elektro- und Hybridfahrzeuge zum Ausdruck, sie basiert jedoch nicht auf einer realen Erfahrung hinter dem Steuer. Tatsächlich sagt uns die Ipsos-Studie, dass 76% der Europäer noch nie ein Elektro- oder Hybridauto gefahren sind, und 68% sich nicht bewusst sind, dass die Wartungskosten eines Elektrofahrzeugs tatsächlich geringer ausfallen als die eines Fahrzeugs mit Verbrennungsmotor: Elektrofahrzeuge haben keine Keilriemen, keinen Auspuff oder andere rein mechanische Elemente, die Bremsbeläge nutzen sich dank des regenerativen Bremsens beim Verzögern deutlich weniger ab – in Summe erleidet das Elektroauto deutlich weniger Verschleiß und benötigt dementsprechend weniger Wartung. Wichtige Neuerungen, wie die Fernprogrammierung der Fahrzeugaufladung, sind der breiten Öffentlichkeit weitgehend unbekannt.

Einige der von den Befragten identifizierten Probleme sind bereits durch bestehende Lösungen abgedeckt: 70 % der Befragten kennen einfach keine Auflademöglichkeiten für Elektro- und Plug-in-Hybridfahrzeuge, die es in der Nähe oder sogar an ihrem Wohnort gibt.

Solche lang gehegten Vermutungen über Elektro- und Hybridautos halten noch immer viele Menschen zurück, obwohl die meisten Europäer relativ kurze Strecken zurücklegen – ideal, um im täglichen Gebrauch von der Elektrifizierung zu profitieren. Laut der Umfrage fahren die Europäer durchschnittlich 34 Kilometer pro Tag, wobei 79 Prozent der täglichen Wege weniger als 50 Kilometer ausmachen. Diese Nutzung ist ideal für Elektroautos geeignet. Twingo Electric und ZOE mit ihren WLTP*-Reichweiten von 190 bzw. 395 Kilometern eignen sich perfekt für den täglichen Pendlerverkehr, da sie im Durchschnitt nur eine einzige Ladung pro Woche benötigen. Trotzdem wünschen sich die europäischen Autofahrer nach wie vor Verbesserungen bei der Batteriereichweite und zusätzliche Innovationen zur Verkürzung der Ladezeit, obwohl 66% der Befragten, die einen Führerschein besitzen, bereits jetzt den Kauf eines Elektrofahrzeugs in naher Zukunft voraussehen.

Erschwinglichere Elektroautos

Damit die Umstellung auf Elektro- und Hybridfahrzeuge wirklich in Gang kommt, scheinen vor allem die Kosten ein gewichtiger Faktor für jene Europäer zu sein, die ein umweltfreundlicheres Auto kaufen möchten: 62% sind der Meinung, dass die Fahrzeughersteller ihre Anstrengungen auf das Anbieten erschwinglicherer Fahrzeuge konzentrieren sollten, während 43% angeben, dass sie zum Kauf eines Elektro- oder Hybridfahrzeugs ermutigt würden, um ihre Kraftstoffkosten zu senken. Darüber hinaus erwarten laut der Studie 26%, dass die Autohersteller Druck auf die Behörden ausüben, damit diese Elektro- oder Hybridfahrzeuge durch Steuerbefreiungen unterstützen.

Renault ZOE und Twingo Electric bieten bereits heute ein erschwingliches Mainstream-Angebot auf dem Elektroautomarkt. Darüber hinaus werden potentielle Kunden erfreut sein zu erfahren, dass Dacia plant, 2021 in die Elektromobilität einzusteigen und diese damit noch zugänglicher zu machen. Dazu wurde der Dacia Spring angekündigt – ein 100% elektrisches Stadtauto, das vielseitig, praktisch und sparsam ist, sowohl in der Anschaffung als auch im Gebrauch.

Der Klimawandel bleibt ein zentrales Anliegen

Die Ipsos-Umfrage wurde im August 2020 nach dem ersten Lockdown aufgrund der Covid-Pandemie durchgeführt. Während die Mehrheit der Europäer Covid-19 vorhersehbarerweise an die Spitze ihrer Sorgenliste setzte, steht bereits auf dem zweiten Platz und trotz des unsicheren sozioökonomischen Kontextes bereits der Klimawandel. Mit 33% der Antworten rangiert er noch vor dem Gesundheitssystem, der Beschäftigung und sogar vor den Fragen der Armut und Ungleichheit. Während des ersten Lockdowns gaben 56% der Befragten an, dass sie einen Rückgang der Umweltverschmutzung in ihrer Umgebung festgestellt haben. Dieser frische Wind mag dazu beigetragen haben, das Umweltbewusstsein zu stärken – vielen waren auch der Meinung, dass der Weg aus der Krise nicht zu einem Rückschritt für die Umwelt führen sollte. Während die Groupe Renault weiterhin zügig daran arbeitet, die verbleibenden Hindernisse für eine breitere Einführung der Elektrifizierung zu beseitigen, könnte die Zukunft der umweltfreundlichen Mobilität, die sich die Europäer wünschen, näher liegen, als sie denken.

 

Entdecken Sie weitere europäische Ergebnisse des Renault eWays Elektromobilitäts-Barometers.

 

Ipsos-Studie für Groupe Renault, die vom 12. bis 21. August 2020 anhand einer Stichprobe von 5.000 Personen (1.000 pro Land) aus Frankreich, Deutschland, Italien, Spanien und dem Vereinigten Königreich im Alter von 18 Jahren und älter durchgeführt wurde. Die Repräsentativität der Stichprobe wird durch die Quotenmethode gewährleistet, die auf die folgenden Variablen angewandt wird: Geschlecht, Alter und Region ( Eurostat-Daten – 2018).

* WLTP = Worldwide Harmonized Light Vehicles Test Procedure (Weltweit harmonisiertes Leichtfahrzeug-Prüfverfahren). Der WLTP-Stadtzyklus entspricht dem städtischen Teil des Standardzyklus. Der WLTP Complete-Zyklus ist der standardisierte Zyklus. Sie besteht zu 57% aus Fahrten in der Stadt, zu 25% aus Fahrten in Vororten und zu 18% aus Fahrten auf der Autobahn.

 

Ein Blick auf die IPSOS-Studie über die Zukunft der Mobilität (Nur auf EN)

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