Urbane Mobilität – neu gedacht!

Verfasst von am 19.07.2019 - 5 min

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Die urbane Mobilität wird maßvoller und überlegter und zielt darauf ab, Umweltverschmutzung zu bekämpfen und den Verkehr in der Stadt besser fließen zu lassen.

Die Bürger stehen bei den Änderungen, die die urbane Mobilität mit sich bringt, an vorderster Front. Steuerung ihrer Wegzeiten einerseits und Verminderung der ökologischen Auswirkungen andererseits – die Nutzer von öffentlichen Verkehrsmitteln oder Sharing-Diensten versuchen die verfügbaren Transportmittel bestmöglich zu kombinieren.

Mikromobilität – die Zukunft der Fortbewegung in der Stadt

Mikromobilität umfasst Elektrofahrzeuge mit einem Gewicht von weniger als 500 kg (Scooter, Skateboards, Klappräder oder auch Hoverboards). Mit diesen Transportmitteln lassen sich beispielsweise die letzten hundert Meter von der U-Bahn-Station bis zum Arbeitsplatz zurücklegen. Weltweit waren 2018 fast 150 Millionen Elektro-Kleinstfahrzeuge, auch Personal Mobility Devices (PMD) genannt, unterwegs. Und in zehn Jahren dürften es nicht weniger als 1,1 Milliarden sein.
Zu den populärsten, aber auch am stärksten diskutierten PMD zählt der E-Roller. Von seinem Erfolg in Europa zeugt die Tatsache, dass fünf Hersteller im vergangenen Jahr eine Kapitalerhöhung von 150 Millionen Dollar verzeichneten.

Von öffentlichen Zuschüssen geschürte Begeisterung

Die Entwicklung der Zuschüsse zum Erwerb dieser PMD trug ihren Teil zu deren Erfolg bei. So subventioniert etwa die Stadt Paris den Kauf eines E-Bikes mit 400 Euro, während in Großbritannien ein Rabatt von 1 500 Pfund Sterling auf den Kauf eines Scooters oder eines E-Bikes gewährt wird.

Auch für Elektroautos gibt es in vielen Ländern Steueranreize und Vergünstigungen beim Kauf. In Kombination mit ihrer breiteren Verwendung verlocken diese Maßnahmen zum Kauf eines Elektroautos. So hat etwa in Europa der Verkauf an Privat- und Gewerbekunden zwischen 2017 und 2018 um 45 % zugenommen.

Geteilte Elektromobilität (Carsharing, Ride Hailing Services oder Fahrgemeinschaften) ist ebenso im Aufwind. Davon zeugen etwa 7 000 Elektroautos alleine von Renault, die im 1. Halbjahr 2019 auf dem europäischen Kontinent im Carsharing verfügbar waren.

Bahn frei für kombinierte Mobilität!

Kombinierte Mobilität besteht aus der Koexistenz all dieser Transportmittel im städtischen Raum. Die Stadt muss sich an die Elektromobilität anpassen und die den unterschiedlichen Transportmitteln gewidmeten Räume für eine gemeinsame Nutzung überdenken. In Belgien erwägen Behörden die Einrichtung von Park-and-Ride-Möglichkeiten oder Stellplätzen für Fahrräder an den Stadträndern.

Die Londoner Innenstadt und das Radfahren

In Europa tragen auch die etwa 250 Umweltzonen zur Neugestaltung der urbanen Mobilität bei und verbessern gleichzeitig die Luftqualität.
So errichtete etwa London 2003 ein Mautsystem, um die Zufahrt in die Stadt unter der Woche zu begrenzen. Und im April 2019 ging die englische Hauptstadt mit der Einrichtung der ersten Ultra Low Emission Zone in Europa einen weiteren Schritt. Das Prinzip: Besitzer von Benzinern mit einem Baujahr vor 2006 und von Dieselautos mit einem Baujahr vor 2015 müssen eine Abgabe von 14,5 Euro pro Tag entrichten, wenn sie in die Stadt einfahren wollen.

Zur selben Zeit errichtete Madrid Umweltzonen, um Verkehr und Parken zu regeln. So dürfen nur Autos mit einer „Nullemissionsplakette“ zeitlich unbegrenzt in die ausgewiesenen Zonen im Stadtzentrum fahren. Das gilt nicht für Fahrzeuge mit der „ECO“-Plakette, die nur für zwei Stunden in den Bereich einfahren und dort parken dürfen. Autos mit einer „B“- oder „C“-Plakette wiederum dürfen in das Zentrum von Madrid einfahren, um in einer Privatgarage oder auf einem öffentlichen oder privaten Parkplatz zu parken.

Parallel zur Entwicklung der Umweltzonen in den europäischen Großstädten wächst auch das Netz an Ladestationen in den nächsten Jahren weiter. Auch wenn die Situation bereits jetzt zufriedenstellend scheint: Mit einer Ladestation für je fünf Elektroautos in Europa liegt man weit über der Forderung der Europäischen Kommission, die einen Durchschnitt von einer Ladestation auf zehn Elektroautos befürwortet.
Bis 2030 werden 2,8 Millionen Ladestationen erforderlich sein, um den Mobilitätserfordernissen auf dem alten Kontinent zu entsprechen.

Die Zukunft gehört dem autonomen vernetzten Elektroauto

Dem autononen vernetzten Elektroauto im Carsharing, das als Mittel zur Verflüssigung des Verkehrs und der Vereinfachung von Fahrten in der Stadt gedacht ist, steht eine vielversprechende Zukunft bevor. Der Beweis in Zahlen: 47 % der Europäer würden zugunsten von „Robotaxis“ für Alltagswege auf ihr eigenes Auto verzichten. Diese autonomen Fahrzeuge genießen eine Vertrauensrate von 52 % in Großbritannien, 64 % in Frankreich und sogar 71 % in Italien.

Als Beweis ihres Potenzials hat Renault 2018 drei autonome Fahrzeuge, die an die Shared Mobility angepasst sind, vorgestellt. Dazu zählt auch der EZ-GO, ein Sammeltaxi, das bis zu sechs Passagiere auf ihren täglichen Fahrten in der Stadt transportieren kann.
Parallel zur Entwicklung der Concept Cars führt der Automobilbauer in Lothringen in der Hochebene von Saclay und in Rouen Tests durch, bei denen Renault ZOE im autonomen Taxidienst unterwegs sind.

Und das ist noch nicht alles: 2019 setzt Renault seine Erforschung künftiger Möglichkeiten im Bereich der Mobilität mit der Vorstellung des EZ-POD fort. Dieser selbstfahrende, vollelektrische Versuchsträger mit geringer Fahrzeugfläche soll als Ergänzung zur Shared Mobility für die Beförderung von Personen und Waren auf der First Mile oder Last Mile dienen.

Die zunehmende Verkehrsnachfrage ruft zu einer Reflexion über nachhaltige Mobilität auf. Nach der geteilten Elektromobilität, die in zahlreichen europäischen Städten bereits verankert ist, wird auch das autonome Fahrzeug langsam Realität.

 

Copyrights: iStock, Renault Design

 

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