Renault und Startups läuten Elektromobilität ein

Verfasst von am 30.11.2018 - 5 min

Die breite Einführung der Elektromobilität ist nur durch die Schaffung eines echten Ökosystems möglich, mit dem sich der ständig wachsende Energiebedarf intelligent steuern lässt. Elektromobilität ist eine große Herausforderung, die eine gemeinsame Antwort erfordert: Renault vertieft Projekte mit innovativen Branchenakteuren.

Heute haben Elektroautos nur einen kleinen Anteil am weltweiten Stromverbrauch – aber morgen? Je mehr sie in den Alltag der breiten Öffentlichkeit dringen, desto stärker sind neue Arten der Stromversorgung, -speicherung und -nutzung gefragt. Die Batterie und die damit verbundenen Funktionen ermöglichen Elektroautos eine weitaus komplexere Funktion als nur die eines reinen Energieverbrauchers.

Verbindet man das Auto mit einem intelligenten Stromnetz, könnte man es beispielsweise so programmieren, dass es vorzugsweise in Phasen der Produktion erneuerbarer Energien, wenn viel Strom vorhanden ist, lädt. Warum nicht auch die Batterie nutzen, um bei einem Defizit Energie zurückzuführen und so zum allgemeinen Gleichgewicht im Netz beizutragen? Renault als Pionier bei Elektroautos in Europa hat schon seit langem dieses vielversprechende Potenzial erkannt: Sein Ziel ist es daher, zu dessen Verwirklichung beizutragen.

Allein ist das aber selbst als Marktführer nicht zu schaffen! Renault hat daher eine Initiative zur Zusammenarbeit mit den unterschiedlichen Akteuren im Bereich der Energiewende gestartet. Groupe Renault arbeitet dabei mit staatlichen Stellen und den Branchenriesen zusammen, vor allem aber mit Startups und im Sektor bereits etablierten Unternehmen. Aus diesen Partnerschaften entstehen unter Realbedingungen erprobte Lösungen, die dann auf breiterer Ebene verfügbar sein sollen. Hier ein Überblick!

Jedlix: Pionier im Smart Charging

Illustration intelligent aufladen

So kündigte Renault Ende 2017 eine Beteiligung von 25 % am niederländischen Startup Jedlix an Dieses junge Unternehmen, das nach dem Erfinder des Dynamos, Anyos Jedlik, benannt ist, beschäftigt sich mit genau dieser Frage des Ladens. „Unser Versprechen ist, dass eines Tages alle Elektroautos erneuerbare Energien nutzen“, vermeldet das Unternehmen auf seiner Website.

Jedlix und Renault haben daher an einer Anwendung gearbeitet, die mit dem Auto kommunizieren und so den Ladevorgang je nach den vom Stromanbieter übermittelten Angaben starten oder unterbrechen kann. Der Fahrer gibt nur an, zu welcher Zeit er sein Auto wieder nutzen möchte: Den Rest erledigt die Software. Durch die Partnerschaft mit Jedlix kann Renault schon jetzt den Fahrern des ZOE in den Niederlanden über die App Z.E. Smart Charge, die bald auch in Frankreich verfügbar ist, Smart Charging bieten.

We Drive Solar : lokale Solarenergie

Ladestationen für Utrechter Elektroautos

Mit der Integration der Produktion erneuerbarer Energien geht das Konzept der intelligenten Verteilung noch einen Schritt weiter: Das ist der Gedanke, der hinter der Beteiligung von Renault am Programm We Drive Solar steht, das in einem Wohnviertel der kleinen Stadt Utrecht etwa 50 Kilometer von Amsterdam organisiert wird. Das Projekt des Startups LomboxNet besteht aus der Erarbeitung eines echten Smart Grid in einer Wohngegend – mit Carsharing im Selbstverleih, intelligenten Ladestationen und Sonnekollektoren auf den Dächern von Gebäuden in der Nähe.Das Programm stützt sich auf das spezifische Know-how aller Beteiligten und will insbesondere zeigen, dass es möglich ist, ein Gleichgewicht zwischen Stromangebot und –nachfrage anzustreben und zugleich die Nutzung aus Kohlenstoff gewonnener Energie zu verringern.

Die Vorteile dieses Ansatzes liegen nicht allein im Laden der Autos: Der in den Fahrzeugen gespeicherte Strom aus erneuerbaren Energien kann bei Bedarf auch wieder in das Netz eingespeist werden. Diese Technologie, mit der je nach Anforderungen des Autos und des Netzes Lade- und Entladevorgänge wechseln können, heißt Vehicle To Grid, gelegentlich V2G abgekürzt.

Powervault: ein zweites stationäres Leben für Batterien

Bei allen Szenarios lädt man die Batterie seines Autos, wenn der Strom am günstigsten und am kohlenstoffärmsten ist. Damit schafft man sich eine Reserve sauberen Stroms, aus der man schöpfen kann, wenn eine hohe Nachfrage eine Preissteigerung rechtfertigen würde. Warum aber sich nur auf die Reserven des Autos beschränken?

Das 2012 gegründete britische Startup Powervault entwickelt Batterien, die als Heimspeicher dienen. Zielgruppe sind vor allem Haushalte mit Sonnenkollektoren, bei denen der Strom nur sehr selten direkt verbraucht wird: Wenn die Kinder in der Schule und die Eltern bei der Arbeit sind, ist das Haus meistens leer, wenn die Sonne im Zenit steht! Powervault setzt daher darauf, den Solarstrom tagsüber in Batterien zu speichern, die ihn abends wieder abgeben, um dann das Abendessen zu erwärmen und das Wohnzimmer zu beleuchten. Und was wäre besser dafür geeignet als die Batterien von Elektroautos?

Seit 2017 arbeiten Renault und Powervault bei diesem Thema zusammen: Die Gruppe ermöglicht es dem Startup, Batterien, die den Anforderungen für ein Elektroauto nicht mehr entsprechen, zu Heimspeichern umzubauen.

Das zweite Leben bedeutet nicht nur eine weitere Nutzungszeit für Batterien von Elektroautos, bevor sie recycelt werden, sondern bietet den Verbrauchern auch die Chance, Geld zu sparen. Es ist eine echte Win-Win-Situation: für die Besitzer von Elektroautos, für Immobilieneigentümer und für den Planeten“, freut sich Nicolas Schottey, EV Charging Infrastructure Program Director bei Groupe Renault.

Die gemeinsame Entwicklung von Lösungen mit dreifachem Gewinn: Das genau ist die Herausforderung der Elektromobilität!

 

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