Elektroauto Förderung in Deutschland: Welche Zuschüsse für rein elektrische oder Plug-In-Hybrid Fahrzeuge winken

Verfasst von am 25.03.2021 - min

In Deutschland wurde 2016 der „Nationale Entwicklungsplan Elektromobilität“ vorgestellt. Um mehr Elektrofahrzeuge auf die Straße zu bringen, hat die Bundesregierung in Zusammenarbeit mit den Bundesländern verschiedene Förderprogramme aufgelegt. Diese Förderprogramme beziehen sich sowohl auf Ladeeinrichtungen als auch auf die Elektrofahrzeuge selbst. Lassen Sie uns einen genaueren Blick darauf werfen.

Warum werden Verbraucher zum Elektroauto-Kauf ermutigt?

Im Jahr 2014 stimmte die Europäische Union für eine drastische Reduzierung der Kohlenstoffemissionen von Fahrzeugen. Automobilhersteller mussten nun den durchschnittlichen Emissionswert aller von ihnen produzierten Neufahrzeuge senken. Das Ziel wurde auf 95 g/km festgelegt. In den kommenden Jahren sollte dieser Grenzwert gemäß den EU-Vorschriften noch weiter gesenkt werden.

Die Automobilindustrie hat sich verpflichtet, diese Grenzwerte einzuhalten, indem sie Autos anbietet, die deutlich weniger fossile Brennstoffe verbrauchen und weniger Kohlendioxid ausstoßen. Ein bestimmter Fahrzeugtyp erfüllt alle Kriterien: Das Elektroauto. Gespeist von einer Batterie oder einer Brennstoffzelle produziert es null Emissionen* im Fahrbetrieb. Bei Elektroautos wird von Automobilherstellern wie der Groupe Renault außerdem besonders darauf geachtet, einen hohen Anteil recycelter Materialien bei der Produktion zu verwenden und das Recycling ihrer Komponenten am Ende ihrer Lebensdauer sicherzustellen.

Angesichts der enormen Anzahl von Fahrzeugen, die derzeit auf den Straßen unterwegs sind, der Konkurrenz durch den Gebrauchtwagenmarkt und der Kosten für die Infrastruktur und die Elektrofahrzeuge selbst, ist die Förderung dieser Art von Mobilität eine strategische Entscheidung, um den Übergang von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor zur Elektromobilität zu fördern. Vor vier Jahren hat die Bundesregierung drei große Programme eingeführt: Anreize für den Kauf von Elektrofahrzeugen, den Aufbau von Ladestationen und die Anschaffung von Elektroautos und aufladbaren Hybridfahrzeugen für den öffentlichen Dienst.

Welche Fahrzeuge und Antriebsarten werden gefördert?

In Deutschland basieren alle Programme zur Förderung der Elektromobilität auf dem gleichen Prinzip: Autos müssen weniger als 50 g CO2 pro Kilometer ausstoßen, um förderfähig zu sein. Dazu gehören natürlich die emissionsfreien* Elektroautos, ganz gleich, ob sie mit Batterie oder Brennstoffzelle betrieben werden, aber auch wiederaufladbare Hybride, die sogenannten Plug-in-Hybride.

Die vielfältigen Programme zur Förderung der Elektromobilität in Deutschland

Förderungen für den Kauf von Elektroautos – neu ab 2020

Die Förderprogramme, die die Bundesregierung in Zusammenarbeit mit den Herstellern anbietet, wurden 2020 überarbeitet. Der Plan zur Wiederbelebung der Automobilindustrie, der Teil eines größeren nationalen Konjunkturprogramms ist, beinhaltet auch die Verlängerung einer Reihe von Zuschüssen. Diese Verlängerungen schließen sich den bestehenden Förderprogrammen für den Kauf von wiederaufladbaren Hybrid- und 100%igen Elektrofahrzeugen an.

Für vollelektrische Fahrzeuge gibt es demnach sowohl eine staatliche Förderung (66% des Förderbetrags) als auch einen Bonus des Herstellers (mindestens 33% des Förderbetrags). Mehr zu den konkreten Anforderungen erfahren Sie auf dem Elektromobilitätsportal des BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle).

Aktuell und durch die Verdopplung der Bundesförderung mindestens noch bis zum 31. Dezember 2021, erhalten Verbraucher beim Kauf eines 100%igen Elektrofahrzeugs 9000 Euro Förderung für Fahrzeuge, deren Listenpreis unter 40.000 Euro liegt, und 7500 Euro Förderung für Fahrzeuge mit einem Listenpreis zwischen 40.000 und 65.000 Euro. Für wiederaufladbare Hybridfahrzeuge (Plug-In-Hybride) beträgt die Subvention 6750 Euro für Fahrzeuge unter 40.000 Euro und 5625 Euro für Fahrzeuge zwischen 40.000 und 60.000 Euro. Bei langfristigen Leasingverträgen für diese Fahrzeugtypen werden ebenfalls Boni gewährt, die proportional zur gewählten Finanzierungsart sind.

Für den Kauf von gebrauchten Elektroautos und Plug-In-Hybridfahrzeugen gibt es ebenfalls einen staatlichen Zuschuss, sofern sie nach dem 18. Mai 2016 zugelassen wurden und weniger als 15.000 Kilometer Laufleistung aufweisen. Diese Förderung beträgt 5000 Euro für 100%ige Elektroautos und 3750 Euro für wiederaufladbare Hybride. 

Ladestationen und Steuerbefreiungen: Welche Förderungen zusätzlich zum Elektroauto gewährt werden

Ein weiterer Anreiz, um Verbraucher zum Kauf von Elektrofahrzeugen zu bewegen, sind Steuersenkungen. Die zehnjährige Steuerbefreiung für batteriebetriebene Autos wurde bis 2030 verlängert. Besitzer von Elektrofahrzeugen (ausgenommen Nutzfahrzeuge) sind von der jährlichen Kfz-Steuer befreit, die für andere Fahrzeugkategorien erhoben wird.

Darüber hinaus wurde im November 2020 ein neues Förderprogramm für die Installation von Heimladestationen, sogenannten Wallboxen, eingeführt. Die Bundesregierung gewährt einen Zuschuss von 900 Euro für alle Besitzer von Elektrofahrzeugen, die eine solche Station zu Hause installieren, sofern der verwendete Strom zu 100 % aus erneuerbaren Energiequellen stammt (z. B. Wind- oder Solarstrom), die Ladeleistung über 11 kW liegt und sie ferngesteuert werden kann.

Renault Captur E-TECH Hybrid plug-in

Wie wird die Elektroauto-Förderung durch das BAFA beantragt?

Will man finanzielle Förderungen beim Kauf eines Elektrofahrzeugs in Anspruch nehmen, muss ein Antrag beim BAFA gestellt werden. Die Behörde, die für die Überwachung der Umweltbeihilfen, insbesondere für die Gebäudedämmung, zuständig ist, hat kürzlich ihr Anmeldeverfahren verbessert. Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) hat seine Daten mit denen des BAFA abgeglichen, um das Verfahren zu beschleunigen. 

Nach der Recherche der in Frage kommenden Modelle und dem Kauf ihres Elektroautos oder Plug-In-Hybridfahrzeugs können die Besitzer online einen Antrag auf Förderung stellen. Nach kurzer Zeit erhalten sie einen Bescheid und können die Prämie in Anspruch nehmen. Ähnlich ist die Vorgehensweise bei der Installation einer Wallbox. Die Bewerber müssen lediglich einen Wohnsitznachweis einreichen.

Förderungen im benachbarten Ausland

Deutschland ist nicht das einzige Land, das seine Autofahrer dazu ermutigt, Teil der Energiewende zu werden. Auch in Österreich wird die Elektromobilität staatlich gefördert, sei es beim Kauf von Fahrzeugen oder bei der Installation von Ladestationen. Infrage kommen rein elektrische Fahrzeuge mit Batterie oder Brennstoffzelle und Plug-In-Hybride, die gemäß WLTP Zyklus 50 Kilometer oder mehr rein elektrisch zurücklegen können. Weitere Details finden Sie auf der Website des Umweltministeriums.

In der deutschsprachigen Schweiz bieten mehrere Kantone (Bern, Basel-Landschaft, Basel-Stadt, Nidwald, Obwald, Zürich, etc.) Privatpersonen Steuersenkungen für ihre Elektrofahrzeuge an. Boni gibt es auch für Fahrzeuge, die in Basel-Stadt, Bern oder im Kanton Thurgau gekauft werden. Die spezifischen finanziellen Anreize hängen von der lokalen Gesetzgebung ab. Weitere Details finden Sie auf den Webseiten der verschiedenen Kantonen des Bundes. 

Förderfähige Renault Modelle

Alle Fahrzeuge aus der Elektroauto-Linie von Renault qualifizieren sich für die finanzielle Unterstützung durch die Regierung (und den Hersteller). Dazu zählen der Renault ZOE und der Neue Renault Twingo Electric genauso wie die Nutzfahrzeuge Kangoo Z.E. und Master Z.E. Da der Bonus auch für Elektrofahrzeuge mit Wasserstoffantrieb gilt, qualifizieren sich auch diese Renault-Nutzfahrzeuge für Förderungen.

Bei den aufladbaren Hybridfahrzeugen von Renault erfüllen gleich mehrere Modelle die Emissionskriterien (weniger als 50 g CO2 pro Kilometer): sowohl der Renault Captur E-Tech Plug-in als auch der Renault Mégane E-Tech Plug-in kommen in den Genuss der Förderung!

 

*Weder atmosphärische CO2-Emissionen noch Schadstoffemissionen während der Fahrt (ohne Verschleißteile). 

Meistgeteilte Artikel