Fünf kennenswerte Ökoviertel in Europa

Verfasst von am 21.02.2019 - 3 min

Wie kann die nachhaltige Entwicklung in die Raumplanung integriert werden? Von London bis Freiburg und von Grenoble bis Malmö zeigen fünf Ökoviertel-Projekte durch ihre Vielfalt, dass es viele Lösungsmöglichkeiten für dieses wichtige Anliegen gibt.

Sie kombinieren innovative Wohnbauten, ein intelligentes Management der Ressourcen, Recyclingkreisläufe und Infrastrukturen, die auf Carsharing ausgerichtet sind. Die vielen Ökoviertel, die in den letzten Jahren in ganz Europa entstanden sind, verfolgen – jedes auf seine Weise – ein ähnliches Ziel wie die Smart Islands, zu denen Renault einen Beitrag leistet – durch Förderung der Energiewende und durch die Unterstützung der nachhaltigen Entwicklung.

 

#1 BedZED

Im Süden Londons

Das englische Modell

Ökoviertel BedZED

Dreifachverglasung, natürliche Dämmstoffe, Fassaden mit einer Kombination aus Holzverkleidung und rotem Backstein sind einige der Merkmale der Gebäude im Ökoviertel BedZED.

Das Ökoviertel Beddington wurde 2002 auf dem Gelände einer ehemaligen Mülldeponie in Sutton, einem Wohnvorort im Süden Londons, eingeweiht. Dieser Komplex mit 82 Apartments trägt den Namen BedZED, eine Abkürzung für Beddington Zero Energy Development. Dieser Name verweist auf das Ziel, das man sich bei seiner Errichtung gesetzt hat: Ein Gebäude zu entwerfen, das vollkommen ohne fossile Energien funktionieren kann. Der Strom wird von Photovoltaikmodulen geliefert und die Bewohner sind hinter einer Dreifachverglasung und 50 cm dicken Wänden mit natürlichen Dämmstoffen geschützt. Die BedZED-Gebäude sind an ihrer Fassade aus Holz und rotem Backstein erkennbar. Sie kompensieren durch ihr großes begrüntes Dach auch die Treibhausgasemissionen, die durch menschliche Aktivitäten verursacht werden. Auch heute noch zieht das Ökodesign von BedZED neugierige Besucher aus der ganzen Welt an.

#2 BO01

Malmö

Nachhaltige Stadt auf schwedische Art

Ökoviertel of Malmö (schwedische)

Malmö, die drittgrößte Stadt Schwedens, nutzte das verlassene Industriegebiet Västra Hamnen für den Bau eines Ökoviertels von internationalem Ansehen. Anlässlich der Einweihung des Projekts im Jahr 2001 fand eine europäische Ausstellung über das Wohnen in der Zukunft statt, deren Titel zum Namen dieses grünen Viertels wurde: Bo01. Im Ökoviertel von Malmö, das zu 100 % mit Strom aus erneuerbaren Energiequellen funktioniert, mit seinen weitläufigen Grünflächen mit Fahrradwegen und einem Netz lautlos fahrender Elektrobusse, spielt der Komfort der Bewohner eine zentrale Rolle.

#3 ZAC DE BONNE

Grenoble

Environmental Citizenship auf französische Art

Grenoble (Frankreich)

Das Ökoviertel ZAC de Bonne wurde 2003 auf Initiative der Stadt Grenoble auf einem 8,5 Hektar großen Gelände errichtet und sieht sich als Lösungsansatz für die ökologischen und sozialen Probleme der dicht besiedelten städtischen Gebiete. Seine Niedrigenergiegebäude, die mit Solarkollektoren beheizt werden, umfassen mehr als 40 % Sozialwohnungen sowie eine Schule, eine Kita, ein Kino und ein Einkaufszentrum. Jede Wohnung verfügt über eine Tiefgaragenstellplatz, aber das Parken im Freien ist auf ein striktes Minimum beschränkt, um die Nutzung von geteilten Mobilitätslösungen zu fördern.

#4 VAUBAN

Freiburg

Großer Maßstab und kurze Entfernungen

Ökoviertel Vauban (Deutschland)

Das in der Nähe von Freiburg in Deutschland gelegene Viertel Vauban umfasst mehr als 5.500 Wohnungen inmitten eines eindrucksvollen Baumbestands. Die Gebäude sind in der Länge gebaut und die ausschließlich nach Süden ausgerichteten Dächer sind vollflächig mit Solarmodulen belegt. Im Viertel Vauban werden der Fuß- und Fahrradverkehr oder die Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel gefördert, aber die Einwohner werden auch aufgefordert, sich an der Schaffung geeigneter Mobilitätslösungen für ihr tägliches Leben zu beteiligen. Ein Beispiel ist die Gründung Anfang der 2000er Jahre eines gemeinnützigen Vereins zur Verwaltung eines Carsharing-Dienstes für Personen, die nur punktuell ein Fahrzeug benötigen.

#5 Lombok

Utrecht

Fokus auf das Vehicle to Grid

Radfahrer und ZOE in Utrecht

Das Ökoviertel Lombok in Utrecht in den Niederlanden gibt einen Vorgeschmack auf die Rolle, die das Elektroauto bei den Überlegungen im Rahmen der Smart City spielen kann. Seine Bewohner haben Zugang zu einem Carsharing-Service mit 150 Renault ZOE-Fahrzeugen, deren Batterien durch Solarmodule auf den benachbarten Häusern aufgeladen werden. Wenn es die Stabilität des Netzes erfordert, können diese Fahrzeuge auch einen Teil der gespeicherten Energie wieder in das Netz einspeisen: Das ist das Prinzip des Vehicle to Grid und ein wichtiger Schritt zur Optimierung der Art und Weise, wie Energie produziert, verteilt und verbraucht wird.

Copyrights: iStock, Kevin ENGELSMAN

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