play Video ansehen

Porto Santo: Energieautonomie dank des Elektrofahrzeugs

Verfasst von am 20.01.2021 - 3 min

Das 2017 initiierte Projekt Smart Fossil Free Island nutzt das Elektrofahrzeug und seine Technologien, um Porto Santo durch die Verwendung erneuerbarer Energiequellen zu einer energieautarken Insel zu machen. Wir bewerten die Erfahrungen drei Jahre nach dem Start.

Porto Santo: Null-Emissions-Ziel

Porto Santo ist eine 42 Quadratkilometer große Insel, die zum Madeira-Archipel gehört und vor der Nordwestküste Afrikas liegt. Obwohl der Wind peitscht und die Sonne kräftig strahlt, besteht der Energiemix hier zu 85 % aus fossilen Brennstoffen und nur zu 15 % aus erneuerbaren Energiequellen. Gleichzeitig streben die Behörden an, die Insel zu einem emissionsfreien, energieautarken Gebiet zu machen. Die Herausforderung besteht nun darin, die schwankend auftretende Energie aus Wind- und Solarkraft so zu speichern, dass sie 90-100% des Energiemix ausmachen und dadurch die massive Elektrifizierung der Insel ermöglichen. Um das zu meistern, haben die Regionalregierung, die Madeira Electricity Company (EEM) und der Renault-Konzern 2017 ihre Kräfte gebündelt. Der Codename des Projekts: Smart Fossil Free Island.

Porto Santo Renault ZOE

Ein intelligentes Ökosystem auf Basis des Elektrofahrzeugs

Die Energiespeicherung war ein entscheidender Teil des Aufbaus, wodurch das Elektrofahrzeug zum Zentrum eines intelligenten Ökosystems wurde, das intelligentes Laden, bidirektionales oder reversibles Aufladen und Second-Life-Batterien kombiniert. Die Smart Fossil Free Island besteht aus vierzehn Renault ZOE und sechs Renault Kangoo Z.E., vierzig Ladestationen und zwei Speichereinheiten, die mit Kangoo Z.E. und ZOE-Batterien betrieben werden. Diese haben ihren Einsatz im Elektroauto abgeschlossen und leisten in Porto-Santo nun ein zweites stationäres Leben zur Unterstützung des Stromnetzes. Beim Smart Charging passt sich das Aufladen des Fahrzeugs an die Verfügbarkeit von erneuerbaren Energien und die entsprechende Nachfrage an. Das Stromnetz und das Fahrzeug kommunizieren also, um Angebot und Nachfrage, Produktion und Verbrauch, auszugleichen.

Noch einen Schritt weiter geht das bidirektionale Laden: Es ermöglicht die Rückspeisung von Strom in das Stromnetz, wenn dieses z. B. stark belastet ist. Mit dem Netz verbunden, dient die Batterie des Elektrofahrzeugs als Speicher für die von den Windturbinen und Solaranlagen der Insel erzeugte Energie und verteilt sie bei Bedarf weiter. Dies ist das Prinzip von Vehicle to Grid (V2G). “Beim V2G nimmt das Elektrofahrzeug Energie auf und gibt sie wieder ab. Es hat also zwei Funktionen: die des Transportes von Personen oder Gütern von A nach B und die eines Speichers, der bei Bedarf Energie ins Netz einspeisen kann. Das Elektrofahrzeug wird vom Energieverbraucher zum Dienstleister”, erklärt Yasmine Assef, Direktorin des Energie- und Ladeinfrastrukturprogramms der Renault Gruppe. Zwei ZOE, die mit dieser Technologie ausgestattet sind, sind seit März 2019 auf der Insel im Einsatz. Das letzte Puzzlestück: Second-Life-Batterien ergänzen als stationäre Speichersysteme die Speicherkapazität der Fahrzeuge. Eine neue Verwendung von Batterien nach ihrem automobilen Leben, die ihren Lebenszyklus auf zwanzig Jahre verdoppelt.

 
Das Porto Santo Experiment funktioniert. Es ist nicht nur ein Konzept, sondern ein Modell, das in Smart Cities eingesetzt werden kann.
Yasmine Assef Direktorin des Energie- und Ladeinfrastrukturprogramms der Renault Gruppe.

porto santo batteries

Ein Betriebsmodell, das überall angewendet werden kann

“Erste Ergebnisse zeigen, dass durch das System der Anteil erneuerbarer Energien beim Laden von Fahrzeugen um 16,4 % gestiegen ist und die Emissionen auf der Insel bereits um 15 % gesunken sind”, sagt Thomas Raffeiner, Gründer und Geschäftsführer des Mobility House, das die Technologie für das Projekt beisteuert. Auch auf der Insel hat sich die Zahl der am Projekt teilnehmenden Elektrofahrzeuge auf 40 verdoppelt, da die Bewohner die Elektromobilität annehmen und selbst Fahrzeuge anschaffen. 2019 führte der WWF, ein Partner der Renault-Gruppe, eine Studie durch, die feststellte, dass dank dieses intelligenten Ökosystems, 100 % Elektromobilität und eines Energiemix, der voll und ganz auf erneuerbare Energien ausgerichtet ist, der CO2-Fußabdruck der Insel bis 2030 um 90 % gesenkt werden könnte.

Für Yasmine Assef zeigt das Experiment in Porto Santo vor allem, „dass es funktioniert, dass es nicht nur ein Konzept ist, sondern ein Modell, das auf anderen Inseln, aber auch in intelligenten Städten oder Vierteln eingesetzt werden kann – ein Modell, das im realen Leben Anwendung finden kann”. Das Projekt zeige auch die Vision der Renault Gruppe von der Rolle der Elektromobilität: “Renault ist davon überzeugt, dass die Elektromobilität ein wesentlicher Treiber der Energiewende ist. Es war wichtig für uns, diese erste smarte Insel auf Schiene zu bringen, um zu zeigen, woran wir glauben. »

 

Copyrights : Paulo Calisto (Renault Portugal), Renault