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Video: Porto Santo nimmt Kurs auf Energiewende

Verfasst von am 27.05.2018 - 3 min

Renault ZOE und Kangoo Z.E. sind Teil eines Experiments, das auf der Insel Porto Santo (Portugal) Smart Charging, V2G (Vehicle-to-Grid) und stationäre Speicher miteinander kombiniert. Das Ziel: die Integration dieser Autos in ein intelligentes Strom-Ökosystem, das den Energiewandel beschleunigen kann.

Porto Santo im portugiesischen Archipel Madeira verfügt über optimale Bedingungen für den Ausbau erneuerbarer Energien. Bisher mangelte es dieser windigen Insel allerdings an einer Infrastruktur, um intermittierende Energiequellen wie Sonne und Wind voll auszuschöpfen. Wie etwa soll man es bewerkstelligen, dass ein Elektroauto genau in den Stromproduktionsphasen aufgeladen und so die Nutzung fossiler Energieträger, die zu einem hohen Preis vom Festland importiert werden, beschränkt wird?

Um dieser Frage nachzugehen, haben die Regionalregierung von Madeira und der lokale Stromanbieter EEM (Empresa de Eletricidade da Madeira) Renault um Beratung gebeten. Gemeinsam wurden die Grundlagen für eine öffentlich-private Partnerschaft für die Schaffung eines „intelligenten Strom-Ökosystems“ gelegt.

Das Projekt läuft in Form eines 18 Monate dauernden Programms. In diesem Zeitraum testen die Einwohner von Porto Santo unter Realbedingungen die technologischen Lösungen, die für die Entstehung dieses intelligenten Ökosystems erforderlich sind. 20 Freiwillige können eine Flotte von 16 ZOE und 6 Kangoo Z.E. nutzen. Dazu gibt es ein Netz aus 40 Ladestationen, das von einem Partner-Startup eingerichtet wurde.

Smart Charging, Vehicle-to-Grid und stationäre Speicher

Alle Einrichtungen nutzen Smart Charging, bei dem die Sromversorgung in Abhängigkeit von Produktionsspitzen gestartet werden kann. Im März 2019 kamen zu den 20 Pilot-Autos bereits zwei neue Prototypen hinzu, die durch bidirektionales Laden bei Verbrauchsspitzen einen Teil der in ihrer Batterie gespeicherten Energie wieder ins Netz einspeisen können.

In Ergänzung des Projekts unterstützen seit 2018 Second-Hand-Batterien aus Elektroautos von Renault diese temporäre Speichermöglichkeit, indem sie die von den Sonnen- und Windkraftwerken in Porto Santo produzierte Energie direkt speichern. Der Strom wird anschließend wieder in das Netz eingespeist, um die Nachfrage zu befriedigen, wenn diese die Leistungsfähigkeit der erneuerbaren Energiequellen übersteigt.

Nach Beendigung des 18 Monate dauernden Experiments weiß Porto Santo, wie das aus diesen einzelnen Lösungen bestehende Ökosystem zu errichten, managen und pflegen ist. Das Archipel Madeira und das Unternehmen EEM werden dann dieses Smart Grid auf der gesamten kleinen Insel mit ihren 43 km² und 5 500 Einwohnern verwirklichen. Das Ziel: die Abhängigkeit Porto Santos von fossilen Energieträgern um 80 % reduzieren. Groupe Renault wird die gewonnenen Erfahrungen nutzen, um diese Technologien auch in anderen Regionen umzusetzen. Das Ziel bleibt klar: Möglichst viele Menschen an diesem Fortschritt teilhaben lassen.

 

Copyrights: Hadrien PICARD, LCCD TULIPES & CIE

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