Plug-in-Hybridauto: wie funktioniert das?

Verfasst von am 30.04.2019 - 5 min

Im Vergleich zu einem herkömmlichen Auto mit Verbrennungsmotor verbraucht ein Hybridauto weniger Treibstoff, setzt weniger Emissionen frei und bietet mehr Fahrkomfort. Wie funktioniert ein Hybridmotor und welche sind die besonderen Merkmale eines Plug-in-Hybridautos? Wir klären auf.

Ein Hybridauto wird von einem Verbrennungsmotor – Benzin oder Diesel – angetrieben. Zusätzlich verfügt es aber auch über einen oder mehrere Elektromotoren, die den Verbrennungsmotor je nach Situation ersetzen oder unterstützen. Dabei wird die kinetische Energie des Fahrzeugs in Bremsphasen in Strom umgewandelt.

Hybridauto: wenn Verbrennungs- und Elektromotor Hand in Hand arbeiten

Hybridmotorisierung E-TECH Clio V
Die Hybridmotorisierung E-TECH, vorgestellt am Stand des Herstellers Renault beim Genfer Automobilsalon am 11. März 2019

Im Alltag steuert das Hybridauto seine unterschiedlichen Motoren automatisch, um dem Fahrer den bestmöglichen Kompromiss zwischen Verbrauch und Komfort zu bieten. Die meisten Hybridautos sind zum Beispiel so programmiert, dass sie vollelektrisch starten.
So gewährleisten sie absolut geräuschloses Fahren bei geringer Geschwindigkeit, können aber durch das unmittelbare Ansprechverhalten des Elektromotors auch schnell beschleunigen.

Allgemein wird der Elektromotor gestartet, sobald er zu einer Verringerung des Kraftstoffverbrauchs führen könnte – sofern die Batterie noch über genügend Reserven verfügt. Der Elektromotor kann auch gleichzeitig mit dem Verbrennungsmotor arbeiten und bietet dann zusätzliche Leistung, etwa um zu überholen oder einen steilen Anstieg zu bewältigen.

Weiterhin wird der Elektromotor genutzt, sobald der Fahrer nicht mehr beschleunigt. Er arbeitet dann als Generator, der die Wirkung der Motorbremse verstärkt: Die verlorene Geschwindigkeit des Autos wird vom Motor in Strom umgewandelt, der die Batterie an Bord lädt.

Die kombinierte Funktion der einzelnen Motoren wird über Parameter wie die Geschwindigkeit oder den Ladezustand der Batterie gesteuert. Das System berücksichtigt auch die Anforderungen des Fahrers, seien es Komfortbedürfnisse (Heizung, Klimaanlage) oder der Druck aufs Gaspedal.

Hybridauto: mit oder ohne Plug-in

Je nach Vorhandensein einer Ladebuchse für das Laden der Elektrobatterie über eine externe Stromquelle unterscheidet man zwei Hybridautokategorien.
Standard-Hybridautos, sogenannte HEV (Hybrid Electric Vehicle), verfügen über eine Batterie, die ausreicht, um ein paar Kilometer vollelektrisch zu fahren und den Verbrennungsmotor in Beschleunigungsphasen zu unterstützen. Bei diesem Modell wird der Stromkreis nur über die Rückgewinnung der kinetischen Energieversorgt.

Daneben gibt es Plug-in-Hybridautos: Hier spricht man von PHEV (Plug-in Hybrid Electric Vehicle), womit das Vorhandensein einer Ladebuchse herausgestellt wird, die derjenigen reiner Elektroautos ähnelt.

Ein Plug-in-Hybridauto lässt sich laden und damit an eine Haushaltssteckdose oder eine Ladestation anschließen, um bei Stopps seinen Stromspeicher zu füllen. Dazu verfügt es über eine Batterie mit einer größeren Kapazität als die HEV-Modelle, so dass es einige Dutzend Kilometer ohne Kraftstoff fahren kann.

Die Vorteile eines Hybridautos

Clio schwarze Rückwand

Die exakten Vorteile in Sachen Kraftstoffeinsparung sind von der Motorisierung, der Speicherkapazität des Stromkreises, dem Fahrstil und der Art der zurückgelegten Strecken abhängig.
Eines ist sicher: Hybridautos sind besonders in Städten und in stadtnahen Gebieten effizient. Die zahlreichen Bremsvorgänge, Stopps und Neustarts maximieren nämlich die Möglichkeiten der Energierückgewinnung – umso mehr, wenn der Fahrer die Grundsätze des Eco-Driving befolgt.

So kann nach Angaben von Renault der 2020 eingeführte Clio E-TECH Hybrid in der Stadt zu 80 % vollelektrisch fahren, was den Verbrauch im Vergleich zu einem Verbrennungsmotor mit gleicher Leistung um etwa 40 % verringert.

Hybridauto oder Elektroauto?

Ob mit oder ohne Ladebuchse: Ein Hybridauto kann immer mit seinem Verbrennungsmotor fahren, wenn die Batterie leer ist. Es hat daher eine höhere Reichweite als ein reines Elektroauto – genug, um unterschiedlichen Anforderungen gerecht zu werden. Für Renault, seit langem dabei und Branchenführer in Europa, ist das Hybridauto in der Tat eine perfekte Ergänzung des Elektroautos.

 

Copyrights: Anthony BERNIER, PRODIGIOUS Production, Olivier MARTIN-GAMBIER

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