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Video : Die zwei Leben von Batterien

Verfasst von am 05.03.2020 - 2 min

Katzen haben angeblich neun Leben. Die Batterie eines Elektroautos hat zwei, die Hauptmaterialien, aus denen sie besteht, noch mehr. Erst versieht sie ihren Dienst im Elektroauto, dann wird sie anderweitig, beispielsweise für die stationäre Stromspeicherung genutzt, bevor sie schließlich recycelt wird. Ein kleiner Leitfaden zur Kreislaufwirtschaft von Batterien.

Leben im Auto

In erster Linie ist die Batterie des Elektroautos natürlich für den Einsatz in einem Fahrzeug gedacht. Dieses erste Leben im Auto kann je nach Batterietyp, der Nutzung und der Lebensdauer des Fahrzeugs selbst mehr als 15 Jahre dauern. Das sind ihre besten Jahre!
Da die Technologie sich ständig verbessert, werden die Batterien immer leistungsfähiger. Heute ist es sogar möglich, den Ladevorgang so zu programmieren, dass Daten aus dem Stromnetz berücksichtigt werden: Er startet, wenn die Energienachfrage niedriger als das Angebot ist, und stoppt bei Nachfragespitzen. Dieses Smart Charging verhindert eine Netzüberlastung und fördert die Nutzung günstigeren und kohlenstoffärmeren Stroms.

Künftig wird bidirektionales Laden die Vorteile von Smart Charging noch weiter steigern: Es bietet die Möglichkeit, Strom in Randzeiten oder bei Produktionsspitzen erneuerbarer Energie zu speichern und bei Verbrauchsspitzen wieder ins Netz einzuspeisen. Ein mit dem Stromnetz verbundenes Auto kann nämlich als Stromspeicher genutzt werden, um die Schwankungen erneuerbarer Energiequellen, mit denen Strom erzeugt wird, auszugleichen (Vehicle-to-Grid). Ihm kommt damit eine wichtige Rolle bei der Netzregulierung und beim Energiewandel zu. Entsprechende Tests laufen auf der lnsel Porto Santo im Archipel Madeira oder in Utrecht in den Niederlanden.

Das zweite Leben

Auch in ihrem zweiten Leben trägt die mit dem Stromnetz verbundene Batterie zum Ausbau erneuerbarer Energien bei. Nach der Entnahme aus dem Auto liegt die Restkapazität einer Batterie Schätzungen zufolge bei 60 bis 75 % ihrer anfänglichen Leistung – das reicht locker für den Start in ein neues Leben! Sie wird jetzt vor allem genutzt, um Energie zu speichern, insbesondere solche aus erneuerbaren, intermittierenden Energiequellen.
In Gebäuden etwa können diese Batterien die Solarenergie speichern, die tagsüber mithilfe von Sonnenkollektoren gewonnen wurde, und sie abends, wenn die Sonne langsam untergeht, wieder abgeben. Das nennt man stationäre Speicherung. In Frankreich etwa testet das Syndicat Départemental d’Energie et d’Équipement de la Vendée (SyDEV) seit einigen Monaten die Zweitnutzung von Renault-Batterien, um den von Sonnenkollektoren auf dem Dach eines Gebäudes erzeugten Strom zu speichern. Damit wird die Energieunabhängigkeit des Gebäudes maximiert. Der Strom dient insbesondere zur Auffüllung von Ladestationen für Elektroautos. Auch andere Nutzungsformen sind für diese Second-Hand-Batterien möglich, wie etwa Notstromantrieb oder -versorgung spezieller Maschinen. Sie können so Kühlsysteme oder Rollbahnfahrzeuge mit Strom versorgen, Schiffe antreiben usw. Die Lebensdauer der einzelnen Batterien wird damit potenziell noch einmal um mehr als zehn Jahre verlängert.

Noch vor der Schlussklappe: Recycling

Am Ende ihres zweiten Lebens ist für die Batterie immer noch nicht Schluss. Jetzt ist über ein spezielles Sammel- und Verwertungssystem Recycling angesagt. Die wichtigsten Bestandteile werden wiederverwertet und für die Produktion im Automobilsektor oder anderen Branchen weiterverwendet. Das Ziel: Der Abbau neuer Rohstoffe soll begrenzt werden. Hier schließt sich der Kreis!

Fazit? Batterien von Elektrofahrzeugen sind Teil einer Kreislaufwirtschaft: Ihre Lebensdauer wird verlängert und sie werden ganz im Sinne des Energiewandels vielfältig genutzt, bevor sie schließlich recycelt werden.

 

Wie Elektrizität das Automobil, die Energie, die Territorien verdändert...

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