„WWF und Renault: eine zukunftsweisende Partnerschaft“

Verfasst von am 13.09.2019 - 4 min

Inwiefern kann das Elektroauto zur Energiewende beitragen? Diese Frage steht im Mittelpunkt der laufenden Experimente auf der portugiesischen Insel Porto Santo, wo ein System bestehend aus Elektroautos, Smart Charging, Vehicle-to-grid und stationärer Speicherung eingerichtet wurde. WWF, Partner der Groupe Renault für nachhaltige Mobilität, sucht vor Ort nach Antworten. Pierre Cannet, Leiter der Programme für Klima, Energie und nachhaltige Städte, erläutert das Projekt.

Wie ist die Partnerschaft zwischen dem WWF und der Groupe Renault entstanden?

Auf den Transportsektor entfallen weltweit ein Fünftel aller Treibhausgase. In Frankreich ein Drittel. Vor dem Hintergrund der Energiewende muss man von dem Modell, das auf privaten Autos und Kraftstoff aus fossilen Energien basiert, abkommen und sich schlichteren Transportlösungen zuwenden.
Das Elektroauto in Kombination mit dem Ausbau erneuerbarer Energien und neuen Arten der Mobilität (Fahrgemeinschaften, CarSharing, multimodale Systeme) ist wichtiger Bestandteil dieser Lösung. Für WWF war es nur logisch, sich mit der Groupe Renault als Pionier und Marktführer für Elektroautos in Europa zusammenzuschließen, denn wir teilen die gleiche Vision.

Desweiteren ist es wichtig, im Einklang mit dem Pariser Abkommen zu stehen. Die Groupe Renault kann mit ihren Bemühungen, die Treibhausgase bis 2030 in Bezug auf 2010 vor allem im Gebrauch um 40 % pro Fahrzeug zu verringern, dazu beitragen die globale Erwärmung unter 2° zu halten.

Pierre Cannet - WWF
Pierre Cannet, Leiter der Programme Klima, Energie und nachhaltige Städte, WWF

Worin besteht Ihre Initiative „Die Stadt neu erfinden”, der sich auch die Groupe Renault angeschlossen hat?

70 % der Weltbevölkerung werden im Jahr 2050 in Städten leben. Diese sind schon jetzt für zwei Drittel der weltweiten CO2-Emissionen verantwortlich. Sie sind daher Dreh- und Angelpunkt für eine neue Art der Mobilität. Seit drei Jahren setzt sich der WWF dafür ein, die Interessensgruppen (Politiker, Kommunen, Unternehmen und Bürger) für seine globale Vision von „weniger, besser, anders“ zu gewinnen. Ziel ist es, sie bei der Umsetzung neuer Organisationsmodelle nach dem Prinzip des „One Planet Living“* zu begleiten. Es geht darum, diese Vision vor Ort durch konkrete Beiträge näher rücken zu lassen aber auch zu verkörpern, wie dies in der Metropole Rouen Normandie der Fall ist.

Sie haben in Porto Santo eine Studie über den Beitrag neuer Mobilitätslösungen zur Energiewende durchgeführt. Was sind die ersten Ergebnisse?

Erneuerbare Energien machen derzeit 15 % der Stromproduktion von Porto Santo aus. Was passiert, wenn das Elektroauto eingeführt wird? Genau dieser Frage wollten wir nachgehen. Während der Energiemix immer noch zu 85 % aus fossilen Energien besteht, bleibt der ökologische Fußabdruck eines Elektroautos** 11 % unter dem eines Dieselfahrzeugs, und 34 % unter dem eines Benzinfahrzeugs. Diese Differenz wird immer größer, je mehr der Anteil erneuerbarer Energien am Energiemix steigt, insbesondere durch Energiespeicherung mithilfe von Second Life Batterien.

Was könnte dies langfristig gesehen konkret für die Insel bedeuten?

Kombiniert man eine rein elektrische Mobilität mit einer Stromerzeugung, die zu fast 100 % aus erneuerbaren Energien besteht, geht der ökologische Fußabdruck von Strom und Mobilität stark zurück. Die Insel Porto Santo könnte also ihren ökologischen Fußabdruck bis 2030 um ein Zehnfaches verringern. In diesem Szenario ist die Speicherung der überschüssigen grünen Energie mithilfe von Batterien wesentlich. Ohne diese Speicherung würde sich der Anteil erneuerbarer Energien am Energiemix von 99,5 % auf 70 % reduzieren, weshalb diese Lösung zur Verringerung des ökologischen Abdrucks der Insel zu bevorzugen ist.

Was könnten diese ersten Erkenntnisse zur Folge haben?

Wir werden unsere Forschung in Porto Santo über den Gebrauch und die wirtschaftlichen Aspekte fortsetzen. Wir möchten darüber hinaus mit der Groupe Renault weitere Gebiete wie zum Beispiel Belle-Île-en-Mer untersuchen.

Wir wissen jetzt, dass es funktioniert. In einem nächsten Schritt muss es uns gelingen, diese Ökosysteme bestehend aus erneuerbarer Energie und Elektromobilität in großem Umfang umzusetzen.

 

* „Innerhalb der Grenzen der Ressourcen eines einzigen Planeten leben“
** In seinem gesamten Lebenszyklus

Copyrights: Paulo, CALISTO, Renault Portugal, der WWF

 

Wie Elektrizität das Automobil, die Energie, die Territorien verdändert...

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