„Cléon: 60 Jahre Erfahrung mit Elektromotoren“

Verfasst von am 11.09.2018 - 5 min

Tatiana Sueur beaufsichtigt die Montage der Elektromotoren im Renault-Werk Cléon. Ihre Aufgaben? Ausbau der Produktionskapazitäten, um die rasant steigende Nachfrage zu bewältigen, Gewährleistung einer einwandfreien Qualität, Förderung der Kompetenzsteigerung der Teams und Unterstützung der Produktinnovation.

Können Sie uns in wenigen Worten erklären, woraus die Herstellung eines Elektromotors besteht?

Wir sind Teil des Werks Cléon, das seit 60 Jahren das Know-how der Renault Gruppe im Bereich Motoren verkörpert. Seit 2015 nutzen wir dieses Know-how für die Herstellung unserer eigenen Elektromotoren: Unsere Arbeit besteht darin, die Teile der elektrischen Antriebseinheit, mit der die meisten Renault ZOE oder Kangoo Z.E. ausgestattet sind, zu gießen, zu bearbeiten und zusammenzubauen.

Wir arbeiten an den drei Hauptkomponenten dieses Motors. Der Elektromotor besteht aus einem Rotor und einem Stator, die die Bewegung erzeugen, sowie aus der Leistungselektronik und dem Getriebe, mit dem die auf die Räder übertragene Drehzahl reduziert werden kann.

Dank der in Cléon gesammelten Erfahrungen können wir die neuen Herausforderungen bei der Herstellung eines Elektromotors bewältigen. Für den Bau eines Stators zum Beispiel mussten wir herausfinden, wie man zwei Kilometer Kupferdraht wickeln und in kleine Blechnuten einziehen kann, ohne die keramische Isolierschicht zu beschädigen.

Im Vergleich zur Herstellung von Verbrennungsmotoren: Evolution oder Revolution?

Porträt von Tatiana Sueur
Tatiana Sueur beaufsichtigt die Montage der Elektromotoren im Renault-Werk Cléon.

Die Berufe sind im Großen und Ganzen die gleichen, aber die Elektrotechnik erfordert andere Kompetenzen. So müssen wir zum Beispiel die gesamte Montage der  Elektronik, die mit dem Motor kommuniziert, vornehmen. Die Fortbildung hat daher eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung unseres elektrischen Know-hows gespielt, sei es durch Informationen unserer Partner und Zulieferer oder durch spezielle Trainingsmodule, die mit örtlichen Bildungseinrichtungen ausgearbeitet wurden.

Gleichzeitig profitieren wir direkt vom Know-how und von den Prozessen des Motorenherstellers Renault, d.h. von seinen robusten Produktionswerkzeugen, einer lückenlosen Rückverfolgbarkeit und der Qualitätskontrolle. Der Endprüfstand für unseren Elektromotor beispielsweise ist stark an den Getriebeprüfstand für Verbrennungsmotoren angelehnt.

Was ist die größte Herausforderung, der Sie sich tagtäglich stellen?

Die hohe Steigerung der Produktionsvolumen jedes Jahr! Dies hat erhebliche Auswirkungen auf die Prozesse, vor allem aber auf das Personalmanagement. Von den 260 Personen, die derzeit in der Elektromotorenproduktion arbeiten, sind etwa 100 in den letzten 12 Monaten zu uns gekommen. Die neuen Investitionen der Renault Gruppe in die Produktionsmittel in Frankreich werden die Entwicklung des Elektrofahrzeugs unterstützen. Konkret bedeutet das für Cléon eine Verdreifachung der Produktionskapazitäten für Elektromotoren und eine neue Generation von Elektromotoren ab 2021.

Wie sehen die betroffenen Mitarbeiter die Elektrifizierung?

Sie sind sehr stolz! Die Teams sind begeistert und motiviert, weil sie wissen, dass sie ein zentrales Element der Innovation sind, die die Automobilbranche tiefgreifend verändert. Die Mitarbeiter werden von sich aus zu Botschaftern des Produkts. Zumal die Elektromotoren-Abteilung auch als Labor für sämtliche Projekte im Zusammenhang mit der Fabrik der Zukunft fungiert. Das Auto von morgen wird schließlich nicht in einer Fabrik von gestern hergestellt!

 

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