„Effizientere Batterien für Elektrofahrzeuge“

Verfasst von am 11.09.2018 - 5 min

Bruno Delobel ist für die Entwicklung der Batterien für Elektrofahrzeuge bei der Groupe Renault verantwortlich. Seine Aufgabe? Die Entwicklung möglichst effizienter Batterien zu erschwinglichen Preisen.

Was sind die Aufgaben Ihres Teams?

Wir kümmern uns um die Entwicklung aller Batterien, die zur Elektrifizierung der Fahrzeuge von Renault verwendet werden. Wir stellen sicher, dass jedes zukünftige Elektrofahrzeug von Renault zum Zeitpunkt seiner Markteinführung mit der ausgereiftesten und für sein Marktsegment wirtschaftlich sinnvollsten Batterietechnologie ausgestattet wird.

Wir haben uns das ehrgeizige Ziel gesetzt, eine führende Position bei der Leistung einzunehmen und erschwingliche Preise zu bieten. Vergessen wir nicht, dass die Reichweite des Fahrzeugs von der Effizienz der Batterie abhängt! Mit den neuesten Batterien haben wir dieses Ziel erreicht. Die Z.E. 40 zum Beispiel hat die Reichweite des ZOE im Vergleich zum Modell von 2013 beinahe verdoppelt, da das Auto jetzt unter realen Bedingungen rund 300 km ohne zwischenzeitliches Laden zurücklegen kann.

Wie arbeiten Sie an der Verbesserung der Effizienz der Batterien?

Bruno Delobel
Bruno Delobel, verantwortlich für die Entwicklung der Batterien für Elektrofahrzeuge bei der Groupe Renault.

Im Grunde geht es darum, mehr Energie in gleichem Volumen unterzubringen. Wir analysieren alle in Frage kommenden Lösungsmöglichkeiten und kombinieren sie miteinander: Modifizierung der Chemie der Batteriezellen, um die Energiedichte zu erhöhen, Reduzierung der Abstände zwischen den Zellen unter Bevorzugung aktiver Materialien usw. Und noch besser ist es, wenn man die Steigerung der Effizienz mit einer Senkung der Kosten verbinden kann! Wir reduzieren den Anteil an Rohstoffen, deren Beschaffungskosten nicht stabil sind, wie z.B. Kobalt. Das Problem mit diesem Material sind seine starken Kursschwankungen. Sein Preis kann daher ohne Vorankündigung von heute auf morgen steigen. Wir werden die Menge an Kobalt in unseren Batterien schrittweise reduzieren. Das erhöht ihre Energiedichte und senkt gleichzeitig die Kosten.

Was ändert das in Bezug auf das traditionelle Know-how von Renault?

Wie Sie wissen, entwerfen und fertigen wir die Motoren unserer Elektroautos. Bei den Batterien ist der Ansatz ähnlich. Wir entwerfen sie in Zusammenarbeit mit dem Lieferanten, von dem wir die Zellen beziehen, in unserem Entwicklungszentrum im Technocentre, und bauen die Module in unserem Werk in Flins bei Paris zu Paketen zusammen.

Mein Team und ich unterstützen die Entwicklungsarbeit unserer Batterielieferanten, um kontinuierlich innovative Konzepte zu schaffen. Insbesondere erarbeiten wir präzise Projektvorgaben und richten ein Follow-up im Projektmodus ein. Es ist echtes Teamwork. Kurz gesagt, wir kaufen unsere Batterien nicht von der Stange, im Gegenteil! Für die Entwicklung unserer zweiten Generation von Batterien habe ich beispielsweise mehrere Monate im Technik-Zentrum von LG Chem in der Nähe von Seoul verbracht. Das war eine sehr bereichernde Zusammenarbeit für beide Unternehmen.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Vorbereitung der in Zukunft notwendigen Kompetenzen, damit wir immer effizientere Batterien entwickeln können. Wir knüpfen enge Beziehungen zu Schulen und elektrochemischen Labors. Das Ziel ist es, die Entwicklung der Kompetenzen der französischen und europäischen Ingenieure zu unterstützen, um die Batterien der Zukunft vorzubereiten.

 

Meistgeteilte Artikel