„Frankreich bietet beste Voraussetzungen für einen schnellen Ausbau der Elektromobilität“

Verfasst von am 29.04.2019 - 3 min

Auf der 32. Ausgabe des Electric Vehicle Symposium (EVS32) vom 19. bis 22. Mai trafen vier Tage lang Wissenschaftler, Industrielle und Politiker aus aller Welt zusammen. Obwohl es diese Veranstaltung schon seit 50 Jahren gibt, wird ihr Ziel immer aktueller: ein breit angelegter Ausbau der Elektromobilität. 2019 fand das Symposium in Frankreich, genauer gesagt in Lyon, statt. Erläuterungen von Joseph Beretta, dem Präsidenten des französischen Verbands für Elektromobilität „Avere-France“.

Avere-France wurde mit der Organisation des Symposiums EVS32 betraut. Worin besteht das Prinzip dieser Veranstaltung?

EVS ist zunächst einmal ein wissenschaftliches Kolloquium mit über 150 Vorträgen zu den technischen Aspekten des Elektroautos, der Batterien oder neuer Ladetechnologien. Dessen Organisation wird von der WEVA (World Electric Vehicle Association) gesteuert, in der alle nationalen Verbände Europas, Asiens und Amerika vertreten sind. Das Event findet im Wechsel auf allen drei Kontinenten statt. 2019 waren die europäischen Avere-Mitglieder an der Reihe, das Gastgeberland und dessen Bewerberstadt auszuwählen, und wir freuen uns, dass die Wahl auf Lyon fiel.

Wir haben das Konzept verändert und bieten neben wissenschaftlichen Vorträgen auch Sitzungen an, die stärker auf industrielle oder politische Aspekte ausgerichtet sind. Wir werden alle wichtigen Themen im Zusammenhang mit dem Elektroauto erörtern, wie beispielsweise die Verbesserung der Ladeinfrastruktur, autonome Fahrzeuge oder Smart Grids. Das EVS32 umfasst außerdem einen großen Ausstellungsbereich, in dem die wichtigsten europäischen, amerikanischen und asiatischen Akteure des Sektors zusammenkommen. Die breite Öffentlichkeit konnte am 19. Mai 2019 den ganzen Tag lang Elektrofahrzeuge entdecken und unter realen Bedingungen testen.

Inwiefern decken sich die Ziele des Symposiums EVS32 mit den Zielen von Avere-France?

 

Joseph Beretta, Präsident von AVERE-France
Joseph Beretta, Präsident von AVERE-France

Avere-France arbeitet seit seiner Gründung im Jahr 1978 an der Entwicklung des Elektroautos. Wir repräsentieren das gesamte Ecosystem der Elektromobilität, von Energiespezialisten über Versicherungen, Autohersteller und Forschungslabors bis hin zu den Kommunen, in denen Elektroautos täglich eingesetzt werden.

Unsere Tätigkeit besteht insbesondere darin, Gebietskörperschaften, Unternehmen oder Privatpersonen darüber zu informieren, wie man günstige Voraussetzungen für den Ausbau der Elektromobilität schafft.
Frankreich ist ein gutes Beispiel für die Challenges, die sich europaweit abzeichnen. Wir haben einen großen Industriesektor, der endlich mit der Umstellung auf Strom beginnen muss. Wir stehen vor einer großen Herausforderung, doch wir erfüllen alle Voraussetzungen, sie zu meistern.

Wie können wir den Wechsel zur Elektromobilität beschleunigen?

Was das Elektroauto betrifft, stolpern die Verbraucher meistens über die Fragen des Anschaffungspreises, der Reichweite und des Ladens. Was kann man dem entgegenstellen? Das Argument des Preises kann durch die verschiedenen Beihilfen größtenteils aus dem Weg geräumt werden. Inzwischen haben die Hersteller die Reichweite so stark erhöht, dass das Elektroauto die meisten Zwecke erfüllt.

Jetzt muss nur noch der Ausbau der Ladeinfrastruktur angekurbelt werden. Man merkt beispielsweise, dass das Recht auf einen Ladeanschluss in Eigentümergemeinschaften noch schwer umzusetzen ist.
Natürlich ist auch die öffentliche Infrastruktur schnellstmöglich zu erweitern, um den Nutzern die Angst vor mangelnden Lademöglichkeiten zu nehmen. Damit uns das gelingt, arbeiten wir mit dem gesamten Ecosystem zusammen. Renault ist uns durch seine Marktkenntnis, seine Unterstützung und seine Mitarbeit in den verschiedenen Gremien unseres Verbandes eine große Hilfe.

 

Copyrights: iStock, Avere-France

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