„Neuer Renault ZOE: die Fabrikationsgeheimnisse eines 100%igen Renault-Motors“

Verfasst von am 13.09.2019 - 5 min

In den von Renault in Eigenregie entwickelten und hergestellten Antriebsstrang des neuen ZOE fließt das gesamte Know-how ein, das im Werk Cléon seit den Anfängen der Produktion von Elektromotoren gesammelt wurde. Guillaume Faurie, Leiter der Engineering-Abteilung für die Montage der Elektromotoren, und Louis Richard, Projektleiter für die Anpassung des industriellen Prozesses für den neuen Renault ZOE, erklären.

Ist der Motor des neuen ZOE noch immer zu 100 % „made in Cléon“?

Guillaume Faurie: Absolut! Wir beherrschen den gesamten Fertigungsprozess, vom Guss über die Bearbeitung bis hin zu Endmontage der wichtigsten Motorkomponenten, das heißt des Elektromotors, der Leistungselektronik und des Getriebes. Für die Herstellung dieses neuen Modells haben wir unsere industrielle Erfahrung genutzt und die für die Elektrifizierung erforderlichen Kompetenzen weiter verbessert. Die Unterschiede zur Herstellung der traditionell in Cléon produzierten Verbrennungsmotoren sind groß. Die Herstellung eines Elektromotors erfordert komplexe technische Prozesse wie Wicklung, Imprägnierung oder elektrische Leistungsprüfungen.

Louis Richard: Beim neuen Zoe ist nicht nur der Motor „100 % made in Cléon“. Wir stellen auch das elektronische Steuergerät für das DC-Schnellladen (Gleichstrom) bis 50 kW her, mit dem das AC-Schnellladen (Wechselstrom), das bereits beim Vorgängermodell existierte, ergänzt wird. Diese Neuheit für unsere Kunden konnte in Cléon dank des Know-hows, das bei der Entwicklung und Herstellung der Leistungsmodule der verschiedenen Versionen des ZOE gesammelt wurde, industrialisiert werden.

Renault ZOE-Elektromotor

Haben sich die Herstellungsmethoden und -prozesse seit 2015, als mit der Produktion von Elektromotoren in Cléon begonnen wurde, geändert? 

G. F.: Wir verfolgen einen Ansatz der kontinuierlichen Verbesserung. Jeden Tag lernen wir aus dem Betrieb unserer Industrieanlagen, um unsere Leistung zu verbessern. Gleichzeitig arbeiten unsere Expertenteams, die für den Herstellungsprozess verantwortlich sind, ständig an der Entwicklung neuer Technologien und deren Integration.

L. R.: Die technologischen Innovationen zwingen uns zur ständigen Anpassung. Für die Integration der ADAS und des neuen Multimedia-Systems des neuen ZOE musste das Konstruktionsbüro neue Kommunikationsprotokolle zwischen den verschiedenen Steuergeräten des Autos entwickeln. Diese Neuerungen wirken sich auf den Gesamtbetrieb des Motors, aber auch auf den Fertigungsprozess aus. Daher mussten die Parameter der Prüfstände und die Qualitätskontrolle entsprechend angepasst werden.

Welchen technischen Herausforderungen stehen Sie gegenüber? 

G.F.: Bei der Herstellung eines Synchronmotors mit gewickeltem Rotor kommen spezielle Wicklungs- und Imprägnierungsverfahren zum Einsatz. Die Leistungsanforderungen des Produkts, die angestrebte Reduzierung des Gewichts-/Leistungsverhältnisses und die hohen Produktionsraten erfordern die Beherrschung der modernsten Technologien für diese Prozesse. Eine enge Zusammenarbeit mit den Herstellern unserer Industrieanlagen ist für deren Optimierung unerlässlich.

L.R.Eine der wichtigsten Herausforderungen, denen wir uns stellen, ist die Qualität im Dienste unserer Kunden. Sie erwarten von einem Elektroauto, dass es absolut lautlos läuft. Um dies zu erreichen, arbeiten am gesamten Antriebsstrang verschiedene Spezialisten aus den Bereichen Bearbeitung mechanischer Teile, Montage, Inspektion usw. sowie Akustiker zusammen. Wir verbessern kontinuierlich die Qualität unserer Produkte.

G.F.:In diesem Zusammenhang spielt die Fortbildung eine entscheidende Rolle für alle Berufe des Werkes. Die Teams im Bereich Produktionsengineering werden von internen und externen Experten anhand praktischer Erfahrungen oder mit theoretischen Intensivkursen geschult. Die Mitarbeiter in der Produktion erhalten eine spezifische Fortbildung für die neuen industriellen Prozesse, um unsere industrielle Exzellenz zu garantieren.

Guillaume Faurie und Louis Richard
Guillaume Faurie, Leiter der Abteilung Engineering, zuständig für die Montage der Elektromotoren, und Louis Richard, Projektleiter, zuständig für die Anpassung des industriellen Prozesses für den neuen ZOE

Wie hält das Werk Cléon mit der steigenden Nachfrage nach Elektroautos Schritt?

G.F.: Zwischen 2017 und 2020 werden wir unsere Produktionskapazität für Elektroantriebe versechsfacht haben. Diese Steigerung gelingt sowohl durch die Optimierung unserer Betriebsmittel als auch durch das Hinzufügen neuer Produktionslinien. Die meisten der insgesamt 200 Neueinstellungen, die für 2019 in Cléon geplant sind, betreffen die Elektrosparte.

L.R.: Die Kapazitätserweiterung ist Teil einer echten Aufstockung des Angebots. Heute sind unsere Produktionslinien flexibel genug, damit wir fünf verschiedene Modelle von Elektromotoren für Renault und unsere Premium-Industriepartner produzieren können. In zwei Jahren werden es acht Modelle sein!

 

Copyright: Kommunikation des Renault-Werks Cléon

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