„Verkauf: Was wird durch Elektroautos anders?“

Verfasst von am 21.09.2018 - 5 min

Laden, Reichweite, neue Fahrgefühle: Das Elektroauto verändert die Gewohnheiten der Autofahrer – aber auch die der Händler. Lesen Sie die Erklärungen von Vincent Carré, Leiter Elektroautos & Neue Mobilität Europa der Groupe Renault.

Erinnern Sie sich noch, wie die Renault-Verkäufer im Jahr 2012 reagiert haben, als die ersten Elektroautos bei den Händlern eingetroffen sind?

Man muss sich daran erinnern, dass wir die ersten in Europa waren, die ein rein elektrisches Fahrzeug verkauft haben und sogar ein ganzes Sortiment im Angebot hatten! Es ist auch wichtig zu verstehen, dass „Autoverkäufer“ ein Beruf ist, den man oft aus Leidenschaft wählt. Am Anfang war das Elektroauto für viele unserer Verkäufer eine neue Welt. Unser Ziel war es daher, sie dazu zu bringen, die vielen Vorteile dieser Technologie zu erkennen.

Damit man sich dafür begeistern kann, muss man das Produkt und die Vorteile des Elektroantriebs, d.h. seine Umweltfreundlichkeit, den Fahrkomfort und seinen sportlichen Charakter verstehen. Ferner muss man die technischen Aspekte des Elektroantriebs beherrschen, z.B. erklären können, was schnelles Laden ist, oder die neuen Fahrgewohnheiten mit einem Elektroauto beschreiben können. Der Markt für Elektroautos wächst schneller, als der für Hybridfahrzeuge in seinen Anfängen. Wir hatten also Recht, daran zu glauben!

Wie unterstützen Sie diese Wende?

Vincent Carré
Vincent Carré, Leiter Elektroautos & Neue Mobilität Europa der Groupe Renault

Die Wende wird behutsam vollzogen, angefangen mit umfangreichen Bemühungen zur Kenntnis des Produkts. Das Elektroauto ist immerhin eine der größten Transformationen in der Geschichte des Automobils! Das Vertriebsnetz in jedem Land wird jedes Jahr geschult. Das ist eine gute Gelegenheit, das Grundwissen zu festigen, da wir noch nicht so viele Stromer wie Verbrenner verkaufen. Durch die Häufigkeit der Schulungen können wir auch den vielen Weiterentwicklungen dieses schnell wachsenden Marktes Rechnung tragen. Wir stellen den Verkäufern Tools mit aktuellen, auf den lokalen Kontext des Landes oder sogar der Stadt abgestimmten Informationen über die öffentlichen Ladesysteme und die geltenden Steuervergünstigungen bereit.

Was ist das erste Thema, das in einem Autohaus mit dem Kunden angesprochen wird?

Die erste Frage ist die Überprüfung seiner „elektrischen Kompatibilität“. Der Verkäufer muss verstehen, wie der Kunde sein Auto im Alltag nutzt, ob er regelmäßig Zugang zu Ladestationen hat, um daraus abzuleiten, ob ein Elektroauto für seine Bedürfnisse geeignet ist. Wir sprechen völlig transparent über die Fragen der Reichweite und des Ladens. In einigen Fällen raten wir zum Beispiel, das Elektroauto eher als Zweitwagen zu wählen. Die Dinge gehen viel schneller, wenn der Kunde bereits Erfahrung mit dem Thema hat: Das sehen wir in Frankreich bei Kunden, die ihren ZOE erneuern möchten.

Im Verkaufsprozess legen wir auch Wert auf die Probefahrt mit dem Auto. Die Kunden sind oft angenehm überrascht von den Fahrgefühlen am Steuer eines Elektrofahrzeugs. Der Fahrspaß ist ein starkes Argument, das viele von ihnen überzeugt.

Wird man in Zukunft einen ZOE genauso verkaufen wie einen Clio?

Wie schnell sich die Elektroautos durchsetzen werden, hängt von den Ladeinfrastrukturen und den steuerlichen Anreizen für das Fahren mit Strom ab. Heute ist der Verbrenner noch in den meisten Ländern Standard, aber das Verhältnis wird sich umkehren. Es wird dann einfacher sein, einen ZOE zu verkaufen, als einen Clio! Diese Entwicklung kann je nach Land 3, 5 oder 10 Jahre dauern, aber der Trend lässt sich allgemein beobachten. In Norwegen, wo die steuerlichen und gesetzlichen Bedingungen günstig sind, machen die reinen Elektroautos bereits fast 30 % des Marktes aus.

 

Copyright: Olivier MARTIN-GAMBIER

 

Wie Elektrizität das Automobil, die Energie, die Territorien verdändert...

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