Das Elektroauto – ideal für Fahrdienste

Verfasst von am 12.11.2019 - 3 min

Bylal Khellouf, der seit einigen Monaten Fahrer des Pariser Fahrdienstes „Marcel“ ist, hat sich aus rein pragmatischen Gründen für ein Elektroauto entschieden. Inzwischen ist er überzeugter Elektroautofahrer und möchte seine Erfahrungen mit seinen Kunden teilen.

„Elektroautos? Darüber wusste ich gar nichts. Marcel hat mich darauf gebracht! „Bylal Khellouf, 30 Jahre alt, hat zwei Berufe: zum einen ist er Geschäftsführer eines Umzugsunternehmens, und seit März auch Fahrer des Pariser Mobilitätsanbieters „Marcel“, bei dem Autos mit Fahrer gebucht werden. „Ich suchte nach Möglichkeiten, mich beruflich breiter aufzustellen. Da stieß ich im Internet auf „Marcel“. Das Unternehmen wurde von seinen Fahrern einstimmig als gut befunden. Als Einstiegsfahrzeug schlug es einen von Renault vermieteten ZOE vor. Ehrlich gesagt war der Hauptgrund für die Wahl eines Elektroautos, dass ich nicht vom Kraftstoffpreis abhängig war, auch wenn ich mehr und mehr über meinen C02-Fußabdruck nachdachte und anfing, deswegen ein schlechtes Gewissen zu haben. Damals musste ich einmal pro Woche tanken. In einer Großstadt wie Paris, mit den vielen Staus und der starken Luftverschmutzung war das im Jahr 2019 einfach nicht mehr vertretbar! Es war also klar, ich musste meine neue Tätigkeit mit einem Elektrofahrzeug starten.“ 

Bylal lädt seinen ZOE an der öffentlichen Ladesäule
Bylal lädt seinen ZOE kostengünstig an der öffentlichen Ladesäule

Einsparungen in jeder Hinsicht

Aus den rationalen Überlegungen Bylals wurde im Laufe der Zeit Überzeugung. „Was die Einsparungen angeht, lohnt sich ein E-Auto. Der Fahrer eines Mietwagens mit Verbrennungsmotor gibt monatlich 750 bis 900 Euro für Kraftstoff aus. Die letzte Rechnung für meinem ZOE belief sich auf 47 Euro bei täglich 150 bis 200 gefahrenen Kilometern.
Außerdem kann ich im gesamten Pariser Straßennetz 6 Stunden am Stück gebührenfrei und auf den ehemaligen Autolib´-Parkplätzen sogar ganz umsonst parken. Kennt man die Parkprobleme in Paris, dann kommt das einem Parkservice gleich!“ 

R-Link-Konsole und der Marcel- App
Bylal am Steuer seines ZOE, mit R-Link-Konsole und der Marcel- App

Aufladen, ein Moment der Begegnung

Die anfänglichen Bedenken wegen der begrenzten Reichweite sind schnell verflogen. „Ich habe keine Ladesäule zu Hause. Ich benutze die Ladestationen in der Stadt oder bei den Supermärkten : alle Verbrauchermärkte im Raum Île-de-France sind damit ausgestattet. In nur zwei Stunden ist die Batterie wieder aufgeladen. In 20 Minuten lade ich eine Reichweite von 100 Kilometern und nach einer Stunde kann ich den ganzen Tag arbeiten, zumal sich die Batterie des ZOE beim Verlangsamen wieder auflädt. Ich fahre gerne an die Ladesäule, denn oft hat man dort Gelegenheit, sich mit anderen E-Auto-Nutzern auszutauschen. Schließlich haben wir gemeinsame Interessen.“ 

Inzwischen habe ich keine Angst mehr, liegen zu bleiben. „Nach einigen Wochen schaute ich nicht einmal mehr auf den Ladestand. Im Stadtgebiet ist die Reichweite ausreichend, auch bei beruflichen Fahrten und der Nutzung der Komfortausstattung, wie Klimaanlage, Radio, Aufladen des Mobiltelefons.“ 

Bylal und eine Passage
Dank der großen Reichweite seines ZOE kann Bylal einen ganzen Tag lang arbeiten, ohne sich um das Laden kümmern zu müssen.

Neuer Fahrspaß

Die größte Überraschung war jedoch der Fahrspaß. „Ich hatte ein eher träges Fahrzeug erwartet. Doch genau das Gegenteil ist der Fall! Das Fahrzeug beschleunigt gleichmäßig und vollkommen ruckfrei. Man hat das Gefühl, zu gleiten. Und diese Lautlosigkeit… Der ZOE vermittelt neuen Fahrspaß. Beim Losfahren hängt man die eine oder andere Limousine durchaus ab.“ 

Auch in Sachen Geräumigkeit ist der ZOE absolut zufriedenstellend. „In der Stadt ist der ZOE mit seinem kompakten Design natürlich extrem praktisch. Da ich jedoch 1,92 m groß bin, hatte ich befürchtet, dass der Innenraum zu klein für mich ist. Im Endeffekt aber ist das Cockpit geräumig und komfortabel. Meine Kunden sind der gleichen Ansicht. Ich fahre oft von einem Bahnhof zum anderen: im Kofferraum kann man problemlos zwei große Gepäckstücke und zwei Handgepäckstücke verstauen. Einfach ideal.“ 

 
Der ZOE vermittelt neuen Fahrspaß. Beim Losfahren hängt man die eine oder andere Limousine durchaus ab.

Bylal  Khellouf Fahrer des Fahrdienstes „Marcel"

Überzeugte Kunden

Bylal lädt sein Passagiergepäck in den Kofferraum
Bylal kann das Gepäck seiner Kunden dank seines geräumigen Kofferraums mit einem Fassungsvermögen von 338 dm3 problemlos verstauen.

Und die Kunden? Sind sie zufrieden? „Ich fahre Kunden aller Art, wie z.B. eine ehemalige Miss France, einen Senator, Fernsehmoderatoren oder eben vollkommen unbekannte Fahrgäste! Die Benutzer der 100% elektrischen Mietfahrzeuge von Marcel sind im allgemeinen umweltbewusst. Die Kunden sind jedoch ganz unterschiedlich: Da gibt es die Stammkunden, die bereits von E-Autos überzeugt sind und sie wegen des Komforts, der Lautlosigkeit und Vibrationsfreiheit wählen. Viele nutzen die Fahrt, um im Auto zu arbeiten.
Darüber hinaus schlägt Marcel die erzielten Treibstoffeinsparungen auf den Preis der Fahrt um, so dass die Fahrten 15 bis 20 % günstiger sind als bei anderen Fahrdiensten. Dadurch sprechen wir Kunden an, die auf ihr Budget achten. So können wir Umweltbewusstsein mit Einsparungen kombinieren.
Dann gibt es noch diejenigen, die zum ersten Mal in einem Renault ZOE sitzen, darunter auch Ausländer, oder solche, die noch nie davon gehört haben. Diese Kunden sind im Allgemeinen fasziniert vom ZOE und angenehm überrascht. Sie stellen dann Fragen zur Reichweite oder zur tatsächlichen Umweltbelastung des Autos.
Wenn man mir Fragen stellt, erkläre ich immer, warum ich mich für ein E-Auto entschieden habe. Für mich ist das ganz klar: Wenn man die Wahl hat, einmal wöchentlich eine Tankfüllung zu „verpuffen“ oder Null Gramm CO2* auszustoßen, fällt die Entscheidung nicht schwer. Elektrisch fahren allein reicht nicht aus, um den Klimawandel zu stoppen, es kann jedoch zur Lösung beitragen. Die Menschen werden sich des Klimawandels immer stärker bewusst, vor allem in Hitzeperioden…“

ZOE in Paris
Bylal am Steuer seines ZOE in Paris

Um keinen Preis in der Welt würde Bylal noch einmal auf eine andere Art von Motor umsteigen. Er überlegt sogar, ob er nicht ein weiteres Elektroauto für seine Frau anschafft. Und ob er in seinem Umzugsunternehmen nicht auf elektrische Nutzfahrzeuge umsteigen.

 

*Keine reglementierten CO2-Emissionen oder Schadstoffemissionen während des Fahrens, ohne Verschleißteile.

Copyright: Vincent Colin

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