Der Preis einer Elektroautobatterie

Verfasst von am 28.05.2020 - 4 min

Die Batterie ist das Herzstück eines Elektroautos. Viele Autofahrer fragen sich, wie teuer sie ist. Über die reinen Zahlen hinaus sollten Sie wissen, wie eine Lithium-Ionen-Batterie und ein emissionsfreies* Fahrzeug funktionieren, um die Gesamtbetriebskosten besser zu verstehen.

Was sind die Eigenschaften einer Elektroautobatterie?

Die meisten 100 %ige Elektroautos fahren mit einer Lithium-Ionen-Batterie. Diese Akkus bieten eine optimale Energiedichte (ca. 150 Wh/kg). Sie unterliegen keinem Memory-Effekt, das bedeutet, ihre Leistung wird beim Aufladen nicht beeinträchtigt, auch wenn sie nicht komplett entladen sind. Lithium-Ionen-Batterien zeichnen sich durch eine hohe und gleichmäßige Leistung aus und müssen nicht gewartet werden.
Ihre Funktionsweise beruht auf dem Prinzip des Ionen-Lithium-Austausches zwischen zwei Elektroden (+ und -), genannt Anode und Kathode, die im Allgemeinen aus Kobalt und Graphit bestehen. Dieser Ionenaustausch zwischen den Elektroden erfolgt in einer flüssigen chemischen Substanz, genannt Elektrolyt. Eine Lithium-Batterie enthält mehrere Zellen, die über einen elektronischen Rechner, das Battery Management System (BMS), gesteuert werden. Die Batterie Z.E. 50 des neuen ZOE enthält beispielsweise 192 Zellen und bietet eine Speicherkapazität von 52 kWh mit einer Reichweite von 395 Kilometern (nach WLTP-Norm*).

Wovon hängt der Preis einer Elektroautobatterie ab?

Z.E. 50 Batterie

Der Preis einer Elektroautobatterie hängt von ihrer für die Reichweite ausschlaggebenden Energiekapazität in Kilowattstunden (kWh), aber auch von der Leistung des von ihr versorgten Motors ab. Den Analysten von BloombergNEF zufolge machte der Preis für eine Elektroautobatterie im Jahr 2015 mehr als die Hälfte der Produktionskosten des Fahrzeugs aus (57 %). Aber die mit der Entwicklung des Elektrofahrzeugmarktes verbundenen Skaleneffekte haben zu einem Rückgang des Tarifs der Kilowattstunde geführt. Im Jahr 2010 lag die Kilowattstunde im Durchschnitt bei 1 037 €, während sie 2018 unter 160 € fiel. 2024 könnte der Preis unter 90 € sinken.

Auch die sinkenden Preise für Lithium dürften sich auf die Preise von Elektroautobatterien auswirken. Seit 2015 entstanden zahlreiche Minen, um der starken und bisher nicht absorbierten Nachfrage auf dem Markt vorzugreifen. Der Kurs dieses Rohstoffs sinkt also, was sich wiederum auf den Preis der Batterien niederschlägt.

Ein weiterer kostspieliger Rohstoff: Kobalt. Eine Batterie mit einer Kapazität von 90 kWh enthält mehrere Kilo Kobalt. Um der Nachfrage auf dem Automobilmarkt gerecht zu werden, werden laut EU neue Kobaltvorkommen genutzt. Bisher wurden 240 neue Vorkommen gefunden. Die Forscher versuchen dagegen, den Kobaltgehalt in den Batterien zu verringern und mehr Nickel zu verwenden – ein Stoff, der in größeren Mengen vorhanden und weniger kostspielig ist. Die Gründung der Europäischen Batterie-Allianz (EBA) im Jahr 2017 dürfte ebenfalls zu einem Rückgang der Produktionskosten beitragen.

Der Preis einer Elektroautobatterie

Konzentriert man sich auf den Preis der Batterie in Bezug auf ihre Energieleistung, muss man laut BloombergNEF im Jahr 2019 mit einem Kaufpreis von etwa 140 Euro/kWh rechnen. Ein Preis, der von Jahr zu Jahr sinkt. Die Batterie eines Renault ZOE mit 52 kW/h kostet je nach Land ungefähr 8 100 Euro.

Darüber hinaus sind Autobatterien in der Regel so ausgelegt, dass die optimale Leistung über mindestens 1 000 vollständige Ladezyklen erhalten bleibt. Ihre Lebenserwartung liegt jedoch weit höher und bietet eine solide Qualitätsgarantie. Wenn Sie zum Beispiel eine Batterie kaufen, gewährt Renault eine Garantie von 8 Jahren (oder 160.000 Kilometern).

Was kostet die Nutzung einer Elektroautobatterie?

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Ein Elektroautos kann zwar von der Anschaffung her teurer sein als ein Verbrenner der gleichen Kategorie, dafür ist die Nutzung um die Hälfte billiger. Bei einem Elektromotor müssen weder Öl, Filter, Zündkerzen noch Keilriemen ausgewechselt werden. Dank des regenerativen Bremssystems werden Bremsbeläge und Bremsscheiben weitaus weniger beansprucht. Auch die Energiekosten sind um einiges geringer.

In Frankreich kostet der Strom für ca. 400 Kilometer zu Spitzenlastzeiten (tagsüber) ca. 9 Euro und zu Nebenlastzeiten (nachts) manchmal sogar nur 6 Euro. In Ländern, in denen Strom teurer ist, beträgt der Preis für eine Aufladung maximal 16,5 Euro.
Darüber hinaus kann an den Ladesäulen einiger Einkaufszentren oder am Arbeitsplatz kostenlos Strom getankt werden. Ein Elektroauto bietet außerdem zahlreiche Steuervorteile, um mit einem Fahrzeug mit Verbrennungsmotor konkurrieren zu können. In Frankreich wird beispielsweise ein Umweltbonus von 6 000 Euro gewährt.

Zwar ist der Preis einer Elektroautobatterie ein erheblicher Kostenfaktor, dieser wird aber im Laufe der Zeit sinken und sollte die vorteilhaften Gesamtbetriebskosten des Fahrzeugs nicht überschatten: Das Elektroauto ist in Sachen Wartung und Energie besonders günstig und folglich billiger im Gebrauch. Dazu kommen viele praktische Vorteile in Großstädten (Nutzung von Vorfahrtsspuren, keine City-Maut, eigene Parkplätze usw.).

 

* Emissionsfreie Nutzung: keine reglementierten CO²- oder Schadstoffemissionen während des Fahrens, gemäß dem WLTP-Zulassungszyklus, ohne Verschleißteile.

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