Vorteile und Installation: Alles, was Sie über die Wallbox wissen müssen

Verfasst von am 01.04.2021 - 5 min

Ob zuhause oder im Büro – die Wallbox ist oft die beliebteste Ladelösung unter den Fahrern von Elektroautos. Weil sie schneller und zuverlässiger ist als jede Steckdose.

Einer der vielen Vorteile eines Elektroautos ist die Möglichkeit, es zu Hause aufzuladen – ohne Zwischenstopp an der Tankstelle! Sie müssen nur wissen, wie Sie das schnell und sicher bewerkstelligen können. Die mögliche Lösung: eine Wallbox. 

 Was ist eine Wallbox?

Eine Wallbox ist eine Ladestation für Elektroautos. Sie kann sowohl in einer privaten Garage als auch in einem Wohnblock oder auf einem Firmenparkplatz installiert werden. Mehrere Elektrofahrzeughersteller, darunter Renault, empfehlen diese Lösung.

Wie funktioniert eine Wallbox?

Die Wallbox ist über einen eigenen Stromkreis mit dem Stromnetz verbunden, der eine größere Last aufnehmen kann als ein normaler Haushaltsstromkreis. Die Wallbox nimmt Strom aus dem Netz auf und wandelt ihn in die Art von Strom um, die die Autobatterie speichern kann. Beim Laden über eine Haushaltssteckdose muss der Strom über den eingebauten Wandler des Autos, auch bekannt als Onboard-Ladegerät, geleitet werden, was bei einer Wallbox nicht mehr notwendig ist.

ZOE Wallbox-Laden

Welche Vorteile hat eine Wallbox?

Elektrofahrzeug-Fahrer, die sich für eine Wallbox zu Hause entschieden haben, genießen deren viele Vorteile.

Wallbox zuhause: Praktikabilität

Der wohl größte Vorteil der Wallbox-Ladestation ist ihre Praktikabilität. Sie parken Ihr Auto nach der Arbeit, schließen es über Nacht an die Wallbox an und schon ist es am nächsten Morgen einsatzbereit. Außerdem ist Ihr Renault ZOE Multitasking-fähig – er kann die Innenraumheizung oder -kühlung für den Zeitpunkt programmieren, zu dem Sie in das Fahrzeug einsteigen. Das bedeutet nicht nur komfortables Fahren ab der ersten Minute, sondern auch gesparte Energie, weil Ihr Fahrzeug weniger während der Fahrt klimatisieren muss. Ideal für den morgendlichen Arbeitsweg!

Umweltfreundliche Wirtschaftlichkeit 

Bei der Wallbox trifft Geldsparen auf Umweltfreundlichkeit. Beim Laden an der heimischen Wallbox können Autofahrer die günstigeren Nachtstromtarife nutzen und das Stromnetz weniger belasten. Um das intelligente Laden noch einen Schritt weiterzubringen, ermöglicht die Renault Z.E. Smart Charge App das Aufladen zu den günstigsten Zeitpunkten, zum Beispiel wenn das Stromangebot größer ist als die Nachfrage. 

Optimale Sicherheit

Die Wallbox ist mit Sicherheitsfunktionen ausgestattet, die vor Überhitzung, Stromschlägen und Spannungsspitzen schützen, die nicht nur ein effizientes Aufladen der Batterie stören, sondern auch ein Sicherheitsrisiko darstellen können. Ausgestattet mit einem eigenen Selbstdiagnosesystem kann die Wallbox mehrere Stunden lang Strom mit hoher Leistung liefern, ohne das elektrische System zu gefährden, so dass das Haus und seine Bewohner sicher bleiben. Die Komponenten der Wallbox sind so konstruiert, dass keine Überspannungen auftreten können. Das kann man von regulären Steckdosen nicht unbedingt behaupten, die für das Laden über einen längeren Zeitraum nicht empfohlen werden (außer für den Renault Twizy).

Kurze Ladezeit

Ein weiterer Vorteil der Wallbox ist ihre Schnelligkeit. Ob 3,7 kW, 7,4 kW oder 22 kW, die Wattzahl einer Wallbox ist deutlich höher als die einer normalen Haushaltssteckdose (2,3 kW). Dementsprechend ist auch die Ladezeit deutlich geringer. Beispielsweise erreicht ein Renault ZOE an einer 7,4 kW Wallbox seine volle Kapazität – d.h. eine Reichweite von 395 Kilometern nach WLTP* – in weniger als 10 Stunden. An der Haushaltssteckdose dauert selber Vorgang weit über 25 Stunden! Der Twingo Electric benötigt 4 Stunden an einer 7,4 kW Wallbox, oder 15 Stunden an einer Haushaltssteckdose.

Eine Wallbox: einfach zu bedienen 

Um den Ladevorgang zu starten, müssen Sie nur den Stecker der Wallbox an das Auto anschließen. So müssen Sie das Ladekabel Ihres Fahrzeug nicht entwirren und wieder verstauen, wie es bei einer normalen Haushaltssteckdose der Fall ist. 

Welche Wallbox sollte ich für meinen Renault ZOE wählen?

Es gibt verschiedene Anbieter von Wallbox-Ladegeräten, die für die elektrischen Systeme von Haushalten und Unternehmen geeignet sind. Es kommt auf die Zählerleistung und die Art des Stroms an (einphasig oder dreiphasig, wobei die meisten Privatpersonen einphasige Zähler verwenden). Einphasige Haushaltsstromsysteme reichen aus, um einen Renault ZOE mit 7 kW an einer Wallbox zu laden. Wenn Sie über ein dreiphasiges Stromnetz verfügen, können Sie sich sogar für eine 22 kW Wallbox entscheiden. 

Entsprechend dieser Anforderungen wird der Elektroauto-Hersteller seinen Kunden zu einem Anbieter führen, der die am besten geeignete Lösung bietet. 

Wie installiert man eine Wallbox?

Renault Laden

Haben Sie Bedenken, eine Wallbox zu installieren? Nicht nötig. Die beauftragte Firma zeigt Ihnen den besten Standort für die Wallbox und kümmert sich um die Installation. Dabei wird auch ein Diagnosetest des häuslichen Stromnetzes und eine Messung des Widerstands der geerdeten Steckdose durchgeführt. Nach dem Abschalten der Stromzufuhr wird die Wallbox an die Schalttafel angeschlossen. Dies dauert in der Regel zwischen einer und fünf Stunden.

Wussten Sie, dass immer mehr Länder wie Frankreich, Spanien, Japan und Indien jedem Fahrer eines Elektrofahrzeugs das Recht einräumen, in einem Mehrfamilienhaus eine Lademöglichkeit an seinem Stellplatz zu installieren? 

Kann ich meine Heimladestation für ein anderes Elektroauto nutzen?

Eine Wallbox bedient jeweils ein Elektrofahrzeug. Für Haushalte und Unternehmen, die mehr als ein Elektrofahrzeug gleichzeitig aufladen möchten, werden separate Wallboxen benötigt. Wenn es Ihnen jedoch darum geht, dass zwei verschiedene Elektroautos die Wallbox abwechselnd nutzen, dann kommt es auf den Kabeltyp an. Mit einem Kabel des Typs 2 (heute der europäische Standard) können beliebig viele Elektrofahrzeuge (unabhängig von der Marke) die gleiche Wallbox nutzen.

Was kostet eine Wallbox?

Die Preise für Wallboxen variieren von Hersteller zu Hersteller, liegen aber in der Regel irgendwo zwischen 500 und 1.000 Euro. Hinzu kommen Installationskosten von 300 bis 600 Euro. Doch es gibt eine gute Nachricht: Um die Kosten zu senken, können Sie in vielen Fällen eine staatliche Förderung in Anspruch nehmen. 

Staatliche Zuschüsse helfen bei der Umsetzung

In Großbritannien zum Beispiel können Fahrer von Elektrofahrzeugen vom OLEV-Zuschuss (Office for Low Emission Vehicles) und EVHS (Electric Vehicle Homecharge Scheme) profitieren, der ab dem 1. April 2020 einen Nachlass von bis zu 350 Pfund auf den Kaufpreis und die Installationskosten einer Heimladestation gewährt. Wenn Sie sich für den Zuschuss qualifizieren, wird sich ein Wallbox-Installationspartner in Ihrem Namen um die Beantragung kümmern und den zugewiesenen Betrag von Ihrer späteren Rechnung abziehen. Auch Unternehmen in Großbritannien können die staatlichen Förderungen in Anspruch nehmen. Sie können bis zu 10.000 Pfund für 40 Ladegeräte im Rahmen des WCS (Workplace Charging Scheme) beanspruchen – einem gutscheinbasierten Programm, das die Vorlaufkosten für den Kauf und die Installation von Wallbox-Ladegeräten unterstützt.  

In Frankreich erfolgt diese Förderung in Form von Steuergutschriften: Privatpersonen können 30 % der Installationskosten für eine Wallbox von der Steuer absetzen. Für Unternehmen gibt es im Rahmen des ADVENIR-Programms, das den Ausbau der Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge fördert, Zuschüsse von bis zu 40 % für den Kauf und die Installation von Wallbox-Ladegeräten. 

Andere Länder bieten ebenfalls Zuschüsse und Steuervorteile für den Kauf und die Installation von Ladegeräten, wie der Wallbox, an. Um zu sehen, welche Förderungen oder andere finanzielle Anreize Ihre Regierung bietet, besuchen Sie die Wallbox-Website.

 Die Zukunft der Wallbox: bidirektionales Laden

Stellen Sie sich vor, Sie könnten Ihr Elektrofahrzeug laden und gleichzeitig Energie an das Stromnetz – auch bekannt als Vehicle-to-Grid (V2G) –, oder an Ihr Haus – Vehicle-to-Home (V2H) – zurückgeben? Das ist das Prinzip des bidirektionalen (oder “Zwei-Wege”) Ladens. Die Idee ist, dass Elektrofahrzeuge oft vollgeladen an Ladegeräten hängen – zum Beispiel über Nacht. Bidirektionale Elektroauto-Ladegeräte werden verwendet, um Strom zurück ins Netz oder an das Haus zu liefern. 

Diese aufstrebende Technologie bedeutet zum Beispiel, dass Sie Ihr Elektroauto nachts aufladen können, wenn die Nachfrage nach Strom geringer ist, und diesen Strom dann tagsüber für die Stromversorgung Ihres Hauses nutzen können (V2H). Sie können sogar zum Ausgleich von Energieangebot und -nachfrage auf lokaler oder nationaler Ebene beitragen (V2G). Eine ausgeglichenere Energieversorgung bedeutet niedrigere Kosten und eine zuverlässigere Stromversorgung für alle. Außerdem führt der Ausgleich der Energienachfrage in Echtzeit dazu, dass mehr Strom aus erneuerbaren Energien wie Solar- und Windenergie bezogen wird, die von Natur aus gewissen Schwankungen unterliegen. Ganz zu schweigen von der Möglichkeit, überschüssige Energie wieder an das Netz zu verkaufen!

Die Vermehrung von Elektrofahrzeugen in Kombination mit dem Potenzial, das intelligentes unidirektionales und (insbesondere) bidirektionales Laden bietet, erleichtert die Nutzung von intermittierenden nachhaltigen Energiequellen. Dies fördert in weiterer Folge den Ausbau solcher Quellen, was wiederum zu einem Netz führt, das mit einem höheren Anteil an grüner Energie versorgt wird. Bidirektionale Ladesysteme bieten daher eine Form der Energieversorgung, die nicht nur für Fahrzeuge, sondern auch für den Planeten von Vorteil ist. 

 

 

*WLTP = Worldwide Harmonized Light Vehicles Test Procedure. Der standardisierte WLTP-Zyklus besteht aus 57 % Stadtverkehr, 25 % Vororteverkehr und 18 % Autobahn.

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