Elektroauto: Steckertypen und Lademodi

Verfasst von am 09.01.2019 - 5 min

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Wie weiß man, welcher Steckertyp und welcher Lademodus an den jeweiligen Ladestationen am besten ist? Lassen Sie sich von den Fachbegriffen der Elektromobilität nicht einschüchtern. Was kompliziert klingen mag, ist in Wahrheit ganz einfach. So geht´s!

Bei der Auswahl der Ladestation sollten Sie zwei Kriterien beachten.
Stellen Sie zunächst sicher, dass Ladestation und Fahrzeug „auf einer Wellenlänge liegen“. Das bedeutet, dass beide Elemente über die technischen Voraussetzungen verfügen, Energie auszutauschen. Hier kommt es auf den richtigen Lademodus an. Prüfen Sie anschließend, ob man Fahrzeug und Ladestation im Hinblick auf die Anschlussmöglichkeiten auch tatsächlich miteinander verbinden kann. Hier kommt es auf den richtigen Steckertyp an.

Verschiedene Lademodi

Je schneller das Ladesystem, umso intensiver muss die Stromstärke in den Stromkreisen durch modernste Steuereinheiten überwacht und reguliert werden. Der Lademodus hängt also davon ab, ob solche intelligenten Ladevorrichtungen vorhanden sind oder nicht.

 
Je schneller das Ladesystem, umso intensiver muss die Stromstärke in den Stromkreisen durch modernste Steuereinheiten überwacht und reguliert werden.

Unabhängig von dem an der Ladesäule angeboten Steckertyp werden die Ladegeschwindigkeit und die Kompatibilität mit den verschiedenen Lademodi durch die maximale Leistung bestimmt, die die Bordelektronik des Fahrzeugs aufnehmen kann. Der von Renault für den ZOE entwickelte Chamäleon-Lader eignet sich beispielsweise für Ladeleistungen zwischen 1,8 kW und 43 kW.

Lademodus 1

Der „Lademodus 1“ basiert auf einer herkömmlichen, geerdeten Steckdose. Grundsätzlich können alle Elektroautos an Haushaltssteckdosen angeschlossen werden. Sind jedoch keine speziellen Stromkreise vorgesehen, wird nur eine begrenzte Leistung geliefert. Das Fahrzeug lädt folglich sehr langsam, weshalb dieser Lademodus 1 nur gelegentlich benutzt werden sollte.

Lademodus 2

Um die Stromstärke (und damit die bereitgestellte Leistung) zu erhöhen, ist eine elektronische Steuereinheit erforderlich, die die Last reguliert.
Sie überwacht die Parameter und unterbricht das Laden, sobald ein anormales Ereignis festgestellt wird. Man spricht von „Lademodus 2“, wenn diese Steuereinheit in das Ladekabel integriert ist, wie beispielsweise bei dem von Renault angebotenen Ladekabel Flexi Charger.

Lademodus 3

Bei dem „Lademodus 3“ ist die Steuereinheit direkt in die Ladestation eingebaut. Dieser Modus wird für Ladestationen zuhause oder in privaten Bereichen empfohlen, wo eine Steuereinheit, oder Wallbox, sämtliche Ladeparameter genau regelt. Sie ist oft mit Programmierfunktionen ausgestattet und wird von einem speziellen Stromkreis gespeist, der eine doppelt so hohe Leistung wie eine Standard-Haushaltssteckdose liefern kann, weshalb beim Kauf einer solchen Ladestation auch Installationskosten berechnet werden. Eine Wallbox mit einer Leistung von 7,4 kW lädt einen ZOE in ungefähr acht Stunden auf.

Lademodus 4

Der „Lademodus 4“ bezeichnet das Laden an Schnelladestationen, wie man sie in bestimmten öffentlichen Bereichen, an Parkplätzen oder Raststätten findet. Sie liefern im allgemeinen extrem starken Gleichstrom, der einen ZOE in nur 30 Minuten eine Reichweite von 120 km „tanken“ lässt.
Die öffentlich zugänglichen Ladestationen funktionieren im „Lademodus 3“ (Normalladen) oder im „Lademodus 4“ (Schnellladung), wobei die angebotene Leistung den Preis bestimmt.

Die Steckertypen für Elektroautos

Alle Elektroautos haben eine spezielle, in die Karosserie integrierte Steckdose und werden oft mit Kabeln oder Adaptern für die gängigsten Ladearten geliefert.

Der Stecker Typ 1

Der Stecker Typ 1, auch Yazaki-Stecker genannt (nach dem japanischen Ausrüster, der ihn anbietet), ist vor allem in Asien weit verbreitet.
Die auf 8 kW begrenzte zulässige Ladeleistung lässt eine Benutzung an Schnellladestationen nicht zu, weshalb vielseitigere Steckervarianten entwickelt wurden.

Der Stecker Typ 2

Der wesentlich häufiger benutzte Stecker „Typ 2“ wurde in der Europäischen Union zum Standard erklärt. Je nach Stromquelle (einphasig oder dreiphasig) liefert er zwischen 3 und 43 kW und eignet sich für alle gängigen Lademöglichkeiten, insbesondere auch für die Heim-Ladestation Wallbox.

Der Stecker Typ 3

Der in Europa entwickelte Stecker „Typ 3“ ist noch an einigen Ladestationen des öffentlichen Bereichs zu finden, wird jedoch zunehmend durch den Typ-2-Stecker ersetzt. Bei Bedarf gibt es Adapter, mit denen man ein Elektroauto mit Typ-2-Stecker an eine Ladestation für „Typ-3-Stecker“ anschließen kann.

Der Stecker Typ 4 oder CHAdeMO

Der Stecker „Typ 4“, auch CHAdeMO-Stecker genannt, wird für das Schnelladen im Modus 4 benutzt. Er ist für starken Gleichstrom ausgelegt, kann jedoch nicht an einer Ladestation benutzt werden, die Wechselstrom liefert. Das bedeutet, dass Autos, die damit laden, noch einen zweiten Stecker benötigen. Das war Anlass, in Europa einen neuen Ladestandard basierend auf einem Typ-2-Stecker in Kombination mit einem Gleichstrom-Steckerpol einzuführen. Es handelt sich um den „Combo-Stecker Typ 2“ oder auch den „CCS-Stecker Typ 2“ (Combined Charging System).

 

Copyrights: Christian FOURNIER, prisedevue.com

 

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