Wie lange dauert es, ein Elektroauto zu laden?

Verfasst von am 01.04.2021 - 5 min

Zu Hause, an der Autobahnraststätte oder an der Tankstelle: Es gibt immer mehr Möglichkeiten, Ihr Elektrofahrzeug aufzuladen. Die Ladezeit hängt aber nicht nur von der Ladestation ab – sie wird von mehreren Faktoren beeinflusst.

Wie lange dauert es, ein Elektrofahrzeug “vollzutanken”? Seit einigen Jahren tüfteln die verschiedenen Hersteller an der schnellstmöglichen Ladung. In Summe hängt die Ladezeit eines Elektroautos aber von mehreren Elementen ab.

Wodurch wird die Ladezeit eines Elektrofahrzeugs bestimmt?

Aufladen Renault Twingo Electric

Die Wattanzahl einer Elektroauto-Ladestation

Das Leistungsvermögen einer Ladestation ist sicherlich der entscheidendste Faktor, nicht zuletzt, weil es stark variieren kann: von 2,3 kW bis 250 kW. Wie viel Watt oder Kilowatt transportiert werden können, hängt auch von den Steckertypen und der Art der Installation ab: eine Haushaltssteckdose, eine Wallbox, eine öffentliche Ladestation oder eine Schnellladestation, die sich zum Beispiel an Stromtankstellen an Autobahnen befindet.

Die Kapazität der Elektroauto-Batterie

Die Kapazität der Batterie wird in Kilowattstunden (kWh) angegeben und bestimmt mitunter die Reichweite des Fahrzeugs – also die längste Strecke, die es zwischen zwei Ladevorgängen zurücklegen kann. Durch den Wechsel von einer 41-kWh-Batterie zu einer 52-kWh-Batterie hat der Renault ZOE seine Reichweite um fast 100 Kilometer im WLTP-Messverfahren* erhöht. 

Je größer die Batteriekapazität, desto größer ist die Reichweite des Fahrzeugs, desto länger dauert es aber auch, die Batterie wieder vollständig aufzuladen. So wird ein Elektroauto mit einer Reichweite von 100 Kilometern nach WLTP* an der gleichen Ladestation schneller vollgeladen als eines mit einer Reichweite von 300 Kilometern nach WLTP*. 

Um auch die Häufigkeit der Ladungen zu optimieren, ist es in manchen Fällen sinnvoll, die Batterie nur teilweise aufzuladen. Die ersten 80 % der Batteriekapazität können schneller geladen werden als die restlichen 20 %. Zum Beispiel kann der ZOE mit seiner Z.E. 50-Batterie während einer Pause an einer Schnellladestation auf der Autobahn in nur 42 Minuten von 30 % auf 80 % Ladung kommen. 

Das Ladekabel

Neben dem Schuko-Ladekabel für den gelegentlichen Gebrauch, das in der Regel vom Hersteller mitgeliefert wird, gibt es eine Reihe weiterer Ladekabel für die Anschlüsse der unterschiedlichen Stationen. Nicht alle Modelle vertragen die gleiche Wattzahl, einige (einphasige Ladekabel) sind auf 7,4 kW begrenzt. 

Wetterbedingungen

Die Ladezeit Ihres Elektrofahrzeugs kann sich bei sehr niedrigen Temperaturen möglicherweise verlängern. Umgekehrt können hohe Temperaturen zu einer vorübergehenden Unterbrechung des Ladevorgangs führen, um vor einer Überhitzung zu schützen. 

elektrisches Ladekabel

Ladezeit an einer Wallbox

Es gibt zwei Möglichkeiten, Ihr Elektrofahrzeug zu Hause aufzuladen. Die erste und empfehlenswerte Möglichkeit ist jene, eine Wallbox in Ihrem Haus zu installieren. Dabei handelt es sich um eine an der Wand montierte Box, die über einen eigenen Stromkreis verfügt. Das Ergebnis: sichereres und schnelleres Aufladen des Fahrzeugs. Mit 3,7 kW, 7,4 kW oder sogar 22 kW (dreiphasig) liefert die Wallbox eine weitaus bessere Leistung als eine Standard-Steckdose.

Ladezeit an der Haushaltssteckdose

Die zweite Möglichkeit besteht darin, das Fahrzeug mit dem vom Hersteller mitgelieferten Ladekabel (z. B. dem Renault Flexi-Charger) direkt an eine Haushaltssteckdose anzuschließen. Diese Lösung ist zwar kostengünstig, aber langsam, da die Leistung der Stromversorgung begrenzt ist. Je nach Fahrzeug und Batteriegröße kann es über 24 Stunden dauern, bis die Batterie vollgeladen ist. Eine Ausnahme von dieser Regel ist der Renault Twizy, der an der Haushaltssteckdose in 3 Stunden 30 Minuten wieder 100 % erreicht. 

Die Verwendung der Haushaltssteckdose sollte nur eine Notlösung sein. Wenn Sie nicht in die Installation einer Wallbox investieren wollen, können Sie auf die Green’up-Steckdose zurückgreifen, die für das Laden von Elektroautos ausgelegt ist. Der Renault ZOE lädt über sie zum Beispiel in 15 Stunden auf 80 %.

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Das laden der elektrofahrzeuge

Ladezeit an einer öffentlichen Ladestation

Öffentliche Ladestationen für Elektrofahrzeuge, die zum Beispiel auf einigen Parkplätzen oder in der Nähe von Einkaufszentren zu finden sind, haben ein ähnliches Design wie die Wallbox. Sie bieten auch vergleichbare Leistungen (von 3,7 kW über 11 kW bis 22 kW), wobei die Ladedauer auch hier von der Aufnahmefähigkeit des Fahrzeugs abhängt.

Ladezeit an einer Schnellladestation

Schnellladestationen, die meist an Tankstellen oder Autobahnraststätten zu finden sind, ermöglichen es, ein Elektrofahrzeug in besonders kurzer Zeit zu laden. Die Wattleistung dieser Schnellladestationen ist sehr hoch – von 50 kW bis etwa 250 kW, wenn sie mir Gleichstrom arbeiten. Da Elektroautos jedoch unterschiedlich gut mit der hohen Wattleistung umgehen können, kann die Ladezeit von Modell zu Modell variieren. Die gute Nachricht: In Europa wird die Zahl der Schnellladestationen weiter wachsen. Das E-Via-Programm, das von der Groupe Renault unterstützt wird, zielt beispielsweise darauf ab, einen Korridor von Schnellladestationen (50 kW) in Italien, Frankreich und Spanien einzurichten.

Die Ladezeiten des Renault ZOE

Die Z.E. 50-Batterie des neuesten Renault ZOE verfügt über eine Kapazität von 52 kWh – deutlich mehr als die Vorgängerversion mit ihren 41 kWh. Und auch beim Laden gibt es Neuerungen zu vermelden: Der neue ZOE verfügt nun über einen Combo-Anschluss (CCS), der sowohl den europäischen Typ-2 Standardanschluss für Wechselstromladen, als auch einen zweipoligen Stecker für Gleichstromladen bietet. An einer Wallbox mit 7 kW Leistung dauert es weniger als 9 Stunden und 30 Minuten, um auf 395 Kilometer nach WLTP* vollzuladen. An einer 11-kW-Ladestation gewinnt der ZOE in zwei Stunden 125 Kilometer WLTP-Reichweite* – mit 22 kW dauert es gar nur eine Stunde. 

Zusätzlich verfügt der Renault ZOE jetzt auch über einen zweiten Anschluss, der das Schnellladen mit Gleichstrom (DC) ermöglicht. Das bedeutet, dass er mit einer Leistung von bis zu 50 kW laden kann. Damit benötigt die 2019er Generation des ZOE nur noch 30 Minuten, um eine WLTP-Reichweite* von 150 Kilometern zu erreichen.

Ebenfalls nicht zu vergessen: das bordeigene Caméléon-Ladegerät des ZOE, das mit 22 kW die maximale Leistung von Wechselstrom-Ladestationen abrufen kann – sie kommen am häufigsten vor im öffentlichen Raum. So lädt der ZOE 6-mal schneller als andere Fahrzeuge!

RENAULT ZOE

Wie lädt man ein Elektroauto an einer Ladestation auf?

Sie fragen sich, wie Sie ein Elektrofahrzeug aufladen können? Zum Glück ist das alles andere als kompliziert. Ladestationen sind benutzerfreundlich gebaut. Zu Hause – ob Haushaltssteckdose oder Wallbox – wird das Ladekabel einfach an einem Ende in Ihr Elektrofahrzeug und am anderen Ende in die Steckdose gesteckt, wie bei jedem anderen Elektrogerät. Bei öffentlichen Ladestationen ist der Vorgang ähnlich, allerdings benötigen Sie eventuell einen Code, eine Ladekarte und/oder eine mobile Anwendung zum Bezahlen oder Registrieren. 

Abhängig von Ihrem Elektrofahrzeug und der Art der öffentlichen Ladestation benötigen Sie möglicherweise auch einen Adapter – zum Beispiel, um ein Auto mit einem Typ-2-Stecker an eine öffentliche Ladestation anzuschließen, die mit der alten Typ-3-Steckdose ausgestattet ist. Das ist allerdings zur Seltenheit geworden, seit der Typ-2-Stecker als europäischer Standard definiert wurde. 

TKabelgebundene und kabellose Fahrzeugladekabel

An Gleichstrom-Schnellladestationen, die man hauptsächlich an Autobahnraststätten und Tankstellen findet, ist das Ladekabel immer an der Station (oder “Dock”) montiert, ähnlich wie an einer Zapfsäule. Die Wechselstrom-Schnellladestationen, die man vorrangig in Städten und auf Supermarkt-Parkplätzen sieht, können ebenfalls über fix verbaute Ladekabel verfügen – andernfalls müssen Sie Ihr eigenes verwenden, um sich mit der Station zu verbinden. Langsame Ladestationen oder Haushaltssteckdosen erfordern in der Regel – wenn auch nicht immer – ebenfalls die Verwendung des eigenen Kabels, die mit Ihrem Elektroauto geliefert werden.

Wie viel kostet es, ein Elektroauto zu laden?

Das Fahren eines Elektroautos ist finanziell besonders interessant, wenn es um die Kosten für das Aufladen des Fahrzeugs geht – vor allem dank intelligenter Ladelösungen für zuhause. Diese planen den Ladevorgang so, dass er möglichst wenig kostet – wenn beispielsweise geringer Strombedarf herrscht.

Die Kosten für das Laden eines Elektrofahrzeugs zu Hause lassen sich berechnen, indem man die Gesamtkapazität der Batterie mit dem Preis pro Kilowattstunde multipliziert. In Europa entspricht dies zwischen 2-4 Euro für 100 Kilometer, wenn das Elektrofahrzeug an einer Wallbox aufgeladen wird (3,71 Euro im europäischen Durchschnitt für 100 Kilometer bei einem Renault ZOE). Zum Vergleich: Ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor verbraucht etwa 7 Liter pro 100 Kilometer, also 10 Euro.

Unterwegs hängen die Ladekosten für Ihr Elektrofahrzeug von der Art der Ladestation ab. Die verschiedenen Länder unterscheiden sich auch darin, wie die Nutzer für das Aufladen ihres Elektrofahrzeugs bezahlen. In Frankreich zum Beispiel wird das Laden nach Zeit abgerechnet, während in Großbritannien und Deutschland die verbrauchten Kilowattstunden oder die Leistung der Ladestation zählen. Als Richtwert gilt, dass eine 30-minütige Schnellladung in Europa etwa 8 Euro kostet. 

Hauptsächlich beeinflussen die Nutzung und die Batteriekapazität Ihres Fahrzeug, wie viel Sie am Ende für Strom bezahlen. Der vielseitige ZOE und das Stadtauto Twingo Eletric unterscheiden sich zwar in ihren Batteriegrößen (52 kWh beim ZOE vs. 22 kWh beim TWINGO Z.E.), sie werden im Regelfall aber auch unterschiedlich genutzt und kommen so mit nur einer Ladung pro Woche aus.

Wie oft sollte man ein Elektroauto aufladen?

Eine der häufigsten Fragen, die Fahrer von Elektrofahrzeugen stellen, ist, wie oft sie ihr Fahrzeug aufladen sollten, um die Lebensdauer der Batterie zu maximieren. Heutzutage sind die in Elektrofahrzeugen verwendeten Batterien weitaus effizienter als die, die wir etwa in Mobiltelefonen finden! Tatsächlich sind moderne Elektroauto-Batterien so konstruiert, dass sie nicht überladen oder überhitzen. Die Wallbox zuhause unterbricht den Ladevorgang, wenn der Ladestand 100 % erreicht oder wenn die Temperatur soweit steigt, dass ein Verschleiß der Batterie verursacht werden könnte. 

Mit einem Renault-Elektrofahrzeug müssen Sie Ihr Verhalten nicht an das Fahrzeug anpassen. Für den durchschnittlichen Nutzer eines Elektrofahrzeugs wie dem ZOE ist eine Ladung über Nacht für das wöchentliche Pendeln oder einen Wochenendausflug genug. Selbst wenn die Reichweite nicht für alle Ihre Aktivitäten ausreicht, bietet die moderne städtische Infrastruktur eine Vielzahl von Lademöglichkeiten, die zu Ihrem Lebensstil passen. Wenn möglich, sollten Sie die Batterie Ihres Elektrofahrzeugs je nach Bedarf bei 20-80 % halten und regelmäßig nachladen. 

Wenn Sie Ihr Elektrofahrzeug über einen längeren Zeitraum stehen lassen, empfiehlt Renault, die Batterie auf 20-50 % aufzuladen, um die Batteriezellen nicht zu belasten, aber genügend Energie für die kleineren Aggregate übrig zu lassen.

 

* Die hier angegebene Dauer und die Entfernungen sind aus den Ergebnissen berechnet, die der Neue ZOE bzw. der Twingo Electric während des WLTP Zyklus erzielen (Worldwide Harmonized Light Vehicles Test Procedure, standardisierter Zyklus: 57 % Stadtfahrt, 25 % Überlandfahrt, 18 % Autobahnfahrt). Sie zielen darauf ab, die tatsächlichen Einsatzbedingungen eines Fahrzeugs darzustellen. Sie können jedoch die Art der Fahrt nach dem Aufladen nicht vorhersehen. Die Ladezeit und die wiedergewonnene Reichweite hängen auch von der Temperatur, dem Grad der Batterieabnutzung, der von der Ladestation gelieferten Strommenge, dem Fahrstil und dem Ladezustand ab.

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