So lange dauert das Aufladen eines Elektroautos

Verfasst von am 10.10.2019 - 5 min

Ob Zuhause, an der Raststätte oder an einer Tankstelle, die Lademöglichkeiten für Ihr Elektroauto werden immer zahlreicher. Die Ladezeit wiederum hängt von unterschiedlichen Faktoren ab.

Wie lange dauert es, bis ein Elektroauto „vollgetankt“ ist ? Seit einigen Jahren konkurrieren die Hersteller um die schnellste Möglichkeit, das Elektroauto zu laden. Schlussendlich hängt die Ladezeit aber von mehreren Faktoren ab.

Wovon hängt die Ladezeit eines Elektrofahrzeugs ab?

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Die Leistungsfähigkeit der Ladesäule

Die Leistungsfähigkeit der Ladesäule ist sicherlich ein entscheidender Faktor, vor allem weil diese Leistungsfähigkeit zwischen 2,3 kW und 250 kW variieren kann. Sie hängt von der Art der Ladevorrichtung ab: Haushaltssteckdose, Wallbox, öffentliche Ladesäule oder Schnellladesäule, wie z.B. auf der Autobahn.

Die Batteriekapazität des Elektrofahrzeugs

Die in Kilowattstunden (kWh) ausgedrückte Batteriekapazität bestimmt die Reichweite des Fahrzeugs bzw. die Anzahl der Kilometer, die es maximal fahren kann. So hat der neue Renault ZOE durch den Wechsel von einer 41-kWh-Batterie auf eine 52-kWh-Batterie nach WLTP* an fast 80 km Reichweite gewonnen.
Je größer die Kapazität der Batterie umso größer der Aktionsradius des Fahrzeugs… und umso länger dauert das Aufladen. An ein und derselben Säule lädt ein Elektroauto mit einer Reichweite von 100 km nach WLTP schneller auf, als ein Modell mit einer Reichweite von 300 km nach WLTP.

Um den Laderhythmus zu optimieren, ist es manchmal sinnvoll, die Batterie nur teilweise aufzuladen. Es dauert verhältnismäßig weniger lang, die ersten 80 % der Batterie aufzuladen als die verbleibenden 20 %. Bei einer Pause auf der Autobahn können der neue ZOE und seine Batterie Z.E. 50 an einer Schnelladesäule beispielsweise in nur 42 Minuten zu 30 % bis 80 %  aufgeladen werden.

Das Ladekabel

Außer dem vom Hersteller bereitgestellten Ladekabel für das gelegentliche Laden an einer herkömmlichen Haussteckdose sollte man sich ein weiteres, für unterschiedliche Ladestationen geeignetes Ladekabel zulegen. Nicht alle Modelle sind für dieselbe Leistung ausgelegt. Einige (Einphasenkabel) sind auf 7,4 kW begrenzt. Drehstromkabel tolerieren eine Leistung bis 22 kW.
Wenn beispielsweise ein auf 7,4 kW begrenztes Kabel an ein Terminal mit einer Stärke von 11 kW angeschlossen wird, wird die verfügbare Ladeleistung des Fahrzeugs eingeschränkt.

Klimatische Bedingungen

Bei sehr niedrigen Temperaturen kann das Laden des Elektroautos länger dauern. Umgekehrt kann starke Hitze den Ladevorgang aus Sicherheitsgründen vereinzelt unterbrechen.

Die Ladezeit an einer Haushaltssteckdose

ZOE in voll beladener privater Terrasse

Es gibt zwei Möglichkeiten, sein Elektroauto zu Hause aufzuladen. Die erste besteht darin, das Fahrzeug mit einem Kabel, das vom Hersteller bereitgestellt wird (wie z.B. der Flexi-Charger von Renault), direkt an die Haushaltssteckdose anzuschließen. Diese besonders günstige Lösung ist allerdings sehr langsam, da die Stromstärke begrenzt ist. Manchmal dauert es 24 Stunden, bis die Batterie aufgeladen ist. Der Renault Twizy, der an einer herkömmlichen Steckdose in 3 Stunden 30 Minuten aufgeladen ist, wurde speziell für diese Ladeart konstruiert und stellt deshalb eine Ausnahme dar.

Die Ladezeit an einer Wallbox

Während vom dauerhaften Laden eines Elektroautos an einer Haushaltssteckdose abgeraten wird, empfehlen wir die zweite Möglichkeit: die Installation einer Wallbox. Die Wallbox wird an einer Wand montiert und über einen speziellen Stromkreis an den Elektroschrank angeschlossen. Der Zweck: sicheres und schnelles Aufladen. Mit einer Stromstärke von 3,7 kW, 7,4 kW oder sogar 22 kW (Drehstrom) bietet die Wallbox eine wesentlich höhere Ladeleistung als ein Standardstecker. Dadurch kann die Ladezeit halbiert oder gar gedrittelt werden.
Oft empfiehlt sich ein Tarifwechsel beim Energieversorger, um im vollen Ausmaß von der Wallbox profitieren zu können.

Die Ladezeit an einer öffentlichen Ladesäule

Öffentliche Ladesäulen, wie man sie beispielsweise an Parkplätzen oder in der Nähe von Einkaufszentren findet, sind ähnlich konzipiert, wie eine Wallbox. Sie haben vergleichbare Leistungen (von 3,7 kW über 11 kW bis hin zu 22 kW (Drehstrom)), wobei die Ladezeiten je nach der vom Fahrzeug unterstützten Leistung variieren. Beispielsweise kann ein Fahrzeug mit einer Ladeleistung von nur 10 kW die Leistung eines 22-kW-Terminals nicht voll nutzen. Der Renault ZOE kann das schon. Er verfügt dafür über den Chamäleon-Lader, der den Vorteil hat, alle gängigen Konfigurationen abzudecken und dadurch in jeder Situation eine optimale Ladegeschwindigkeit gewährleisten kann.

Die Ladezeit an einer Schnelladesäule

Schnelladesäulen, die in der Regel an Tankstellen oder an Autobahnraststätten installiert sind, ermöglichen das Aufladen eines Elektrofahrzeugs in besonders kurzer Zeit. Die vom Terminal gelieferte Leistung ist sehr hoch. Sie startet bei 50 kW und kann bei den sogenannten Ultraschnelladesäulen bis zu 250 kW erreichen. Allerdings haben nicht alle Elektroautos die gleiche „Toleranz“, so dass die Ladezeit je nach Modell unterschiedlich lang sein kann. Die gute Nachricht: In Europa wächst die Anzahl an Schnellladestationen stetig. Das von der Renault-Gruppe unterstützte Programm E-Via beispielsweise soll einen Korridor von Schnellladestationen (50 kW) in Italien, Frankreich und Spanien schaffen!

Die Ladezeit eines Renault ZOE

Beim neuen ZOE wurde die Kapazität der Batterie Z.E. 50 im Vergleich zum Vorgängermodell von 41 kW auf 52 kW erhöht. Doch nicht nur die Batteriekapazität wurde größer, auch in Sachen Laden hat der neue ZOE mehr zu bieten. So wurde der Stecker Typ 2 für das Laden von Wechselstrom (AC) beibehalten. An einer 7 kW-Wallbox dauert es also 9 Stunden 30 Minuten, bis die volle Reichweite, nämlich 385 km nach WLTP, geladen ist. Er erreicht eine Reichweite von 125 km WLTP* in einer Stunde, wenn er an eine 22-kW-Ladestation angeschlossen ist, und in zwei Stunden, wenn er an eine 11-kW-Ladestation angeschlossen ist.

Allerdings ist der Renault ZOE jetzt mit einem zweiten Stecker zum schnellen Laden von Gleichstrom (DC) ausgestattet. Er ist für eine Leistung von bis zu 50 kW ausgelegt. In diesem Fall benötigt die ZOE-Version 2019 nur 30 Minuten, um 150 km Reichweite nach WLTP* zu laden.

 

*Reichweite nach dem WLTP-Verfahren (Worldwide Harmonized Light Vehicles Test Procedure) im Standardzyklus: (57 % Stadtfahrten, 25 % Fahrten in vorstädtischen Gebieten, 18 % Autobahnfahrten).

 

Copyrights: Jean-Brice LEMAL, Cyril DE PLATER

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