Wie kann man sein Elektroauto günstig laden?

Verfasst von am 04.02.2020 - 3 min

Tags :

Die Nutzungskosten eines Elektroautos sind durch das günstige Stromtanken an sich schon sehr niedrig. Dennoch gibt es Möglichkeiten, noch weniger zu bezahlen und beim Laden unterwegs oder zuhause zu sparen.

Wie viel kostet es, ein Elektroauto aufzuladen?

Um die Antwort vorwegzunehmen: weitaus weniger als das Volltanken eines Benziners! Das komplette Aufladen der Batterie eines neuen Renault ZOE (Kapazität: 52 kWh) an der Haushaltssteckdose kostet in Frankreich je nach Zählerleistung und Bezugsvertrag (Basistarif oder optionale Berechnung nach Hoch- und Niedertarif) 6,40 bis 8,20 Euro, wenn zum regulierten Strompreis abgerechnet wird. Im Vereinigten Königreich ist der Tarif mit 5,70 und 6 Euro etwas niedriger. In Deutschland hingegen ist man bei einem doppelt so hohen Kilowattstundenpreis schnell bei einem Ladepreis von 15 Euro angelangt.

Bei einer WLTP*-Reichweite von 395 Kilometern entspricht dies in Frankreich und im Vereinigten Königreich Nutzungskosten von maximal 2 Cent pro Kilometer, wohingegen das Volltanken eines Verbrenners mit einem Verbrauch von 7 l/100 km das Fünffache kostet. Die günstigste Art des Stromtankens mit minimalen Nutzungskosten pro Kilometer ist das Laden zu Hause!

Der Preis hängt von der Art der Ladestation ab

Für Fahrten in und um Ihren Wohnort herum reicht das Laden zu Hause vollkommen aus. Auf längeren Fahrten können Sie sich über spezielle Apps die öffentlichen Ladestationen anzeigen lassen oder aber mit neuen Tools, wie dem „Electric Route Planner“ der MY Renault-App die Fahrtroute unter Berücksichtigung des voraussichtlichen Ladebedarfs im Voraus erstellen lassen. Sie wissen also, wie lange die Fahrt dauern wird und wann Sie eventuell wieder laden müssen. Inzwischen gibt es in Europa mehr als 170.000 öffentliche Ladestationen (davon rund 28.000 in Frankreich), von denen einige sogar kostenlos sind! An den kostenpflichtigen Stationen wird der Ladepreis entweder nach einem Pauschaltarif, nach Ladedauer oder nach Kilowattstunde berechnet. 

Generell gilt: Je schneller geladen wird, umso teurer wird es. Hochleistungsfähige Ladestationen (wie z.B. die des Ionity- oder Izivia-Netzes) sind praktisch immer kostenpflichtig. Umgekehrt sind Ladestationen mit geringer Leistung günstiger, zu bestimmten Tages- oder Nachtzeiten sogar kostenlos.

Um einen Überblick zu bekommen, sollte man mobile Apps wie MY Renault benutzen. 2020 wird im Rahmen einer Partnerschaft mit Plugsurfing auch die Z.E. Pass-App erhältlich sein. Schließlich ist zu beachten, dass Sie an den wenigsten Ladestationen mit Kreditkarte zahlen können und Sie sich eine spezielle Ladekarte für Elektrofahrzeuge besorgen müssen.

Wie kann man günstig laden?

Neue ZOE-Nachtladung

Die Nutzungskosten eines Elektroautos sind generell sehr niedrig. Mit einfachen Tipps zur Planung der Fahrtoute und zu optimiertem Laden, insbesondere mithilfe von Apps, können Sie Ihr Ladebudget weiter schmälern.

Laden zu Hause: Nachts ist es billiger!

Wenn Sie Ihr Auto zu Hause laden, sollten Sie mit Ihrem Stromanbieter einen Spezialtarif für Nachtstrom vereinbaren, so dass Sie über Nacht günstig laden können. Diese in vielen Ländern, wie Deutschland oder Norwegen angebotenen Nachtstromtarife sind für Elektroautobesitzer also besonders interessant. Die Stromversorger bieten ihren Niedertarifstrom hauptsächlich zwischen 22.30 Uhr und 6 Uhr an. In dieser Zeit kostet Sie das Laden 20 bis 30 % weniger als zu normalen Verbrauchszeiten.

Laden eines Elektroautos: Auf das richtige Angebot kommt es an

Immer mehr Stromversorger unterbreiten Elektroautobesitzern spezielle Angebote zum nächtlichen Laden. Das gilt vor allem für europäische Länder, mit Ausnahme von Griechenland, und für Nordamerika, wo die Erfolge der Elektromobilität zu solchen Tarifanpassungen ermutigen. Dafür werden Stromverträge und Tagesstromtarife teurer. Wenn Sie viel fahren, könnte sich das trotzdem lohnen: Rechnen Sie sorgfältig nach!

Wo findet man kostenlose Ladesäulen?

Ladestation für ein Elektroauto

Je mehr Elektrofahrzeuge in Umlauf sind, umso mehr öffentliche Ladestationen gibt es, unter anderem auch kostenlose.

Bei Renault- und Nissan-Händlern dürfen die Kunden kostenlos Strom tanken. In Deutschland, Großbritannien und Frankreich befinden sich die Ladestationen oft auf den Parkplätzen der Supermärkte. In diesen drei Ländern waren Lidl, Aldi und sogar IKEA die ersten, die diese Idee eingeführt haben. In Belgien, Frankreich und Deutschland sind inzwischen sämtliche IKEA-Geschäftsparkplätze mit Ladestationen ausgestattet. Auch Gaststätten bieten kostenloses Stromtanken an und ziehen damit Kunden an.

Wenn Sie verreisen möchten, erkundigen Sie sich beim Buchen eines Zimmers, ob das Hotel Steckdosen zum Stromtanken zur Verfügung stellt: Normalerweise wird das Laden nicht extra berechnet.

Neben den öffentlichen Ladestationen gibt es auch private Ladeterminals, wie beispielsweise in Wohnanlagen oder auf Firmenparkplätzen. Die firmeneigenen Ladestationen können von Mitarbeitern und Kunden genutzt werden.

 

* Reichweite nach dem WLTP-Verfahren (Worldwide Harmonized Light Vehicles Test Procedure) im Standardzyklus: 57 % Stadtfahrten, 25 % Fahrten in vorstädtischen Gebieten, 18 % Autobahnfahrten.

Copyrights: oceane2508, PLANIMONTEUR, Kyryl Gorlov

Meistgeteilte Artikel