Communities für Elektroautofans

Verfasst von am 09.01.2019 - 5 min

Sie kamen aus pragmatischen Gründen zum Elektroauto und stellten fest, dass Fahrvergnügen und Komfort ihre Erwartungen bei weitem übertrafen. Jetzt tauschen sie sich online über Geheimtipps, Ratschläge und Entfernungsrekorde aus. Sie waren einfache Fahrer und sind jetzt stolz darauf, einer Community anzugehören.

Wenn die Ferienzeit naht, sind Geheimtipps immer willkommen: In den Facebook-Gruppen für Renault ZOE -Fahrerinnen und -Fahrer tauscht man Insider-Adressen mit schnellen und günstigen Ladestationen aus, um die anstehenden Strecken gut zu bewältigen.

Für diese Elektroautofans, die oft schon jahrelang in Besitz eines ZOE sind, sind große Entfernungen kein Problem. „Nach 890 km gut in der Bretagne angekommen“, schreibt beispielsweise Denis aus der Facebook-Gruppe „Renault ZOE Francophone“.
In den nachfolgenden Kommentaren wird erörtert, wie man eine solche Reise am besten angeht. Man stimmt größtenteils darin überein, Landstraßen statt Schnellstraßen zu wählen und die Ladepausen zum Essen oder eine Besichtigung zu nutzen. „Das müssten 100 Euro an eingespartem Benzin sein und wahrscheinlich ebenso viel an Autobahngebühren.“, freut sich Jérôme, ein anderes Mitglied der Gruppe und ebenfalls ZOE-Fahrer.

„Glücklich, wer wie Odysseus eine schöne Reise machte“

Besonders gerne stellen Elektroautofans natürlich Vergleiche zwischen Stromern und Verbrenner an. Sie teilen Bildschirmkopien Ihrer Service-Rechnungen, versehen mit Emoticons und witzigen Kommentaren. „Ganze 40 € für 93.373 km und etwas mehr als 5 Jahre 😂“ freut sich David in einem Austausch über die Servicekosten. Auf der beigefügten Rechnung sieht man, wie unkompliziert der Service war: Eine Inspektionspauschale, bestehend aus verschiedenen Kontrollen, und das Auffüllen der Brems- und Scheibenwischerflüssigkeit wird gelistet.

Eine emotionale Beziehung

Doch die Wahl des Elektroautos ist nicht nur Kopfsache. Je mehr Beiträge man liest, umso deutlicher wird, dass die Fahrer eine emotionale Beziehung zu ihrem Elektroauto aufbauen. Einige geben Ihrem ZOE einem Spitznamen, gleich einer Person mit fröhlichem und lebensfrohem Charakter. Diejenigen, die zum ersten Mal im eigenen Elektroauto sitzen, wundern sich über Verkehrsgeräusche, die sie vorher nicht wahrgenommen hatten. Andere wiederum sind begeistert von der gleichmäßigen Beschleunigung des Elektromotors, der den ZOE trotz seiner Lautlosigkeit so dynamisch macht.

Die Fans loben auch den Platz und Komfort des Innenraums. Manchmal stoßen sie auf unerwartete Einsatzmöglichkeiten: Ein ZOE einer Ambulanz wurde beispielsweise mitten im Wald gesichtet.

Geteilte Freude ist doppelte Freude

Nur selten wird über Pannen oder technische Störungen berichtet. Auch Diskussionen zu Ölwechsel, Zündkerzen oder Getriebe sucht man vergebens. Technische Gespräche drehen sich vielmehr um Laden und Eco-Driving: Neulinge wollen verstehen, wie man an öffentlichen Ladestationen Strom tankt, während erfahrene Elektroautofahrer ihren Verbrauch in kWh verfolgen und die möglichen positiven Auswirkungen der Geschwindigkeitsbegrenzung von 80 km/h auf ihre Reichweite erörtern.

In diesen Communities sind Neuankömmlinge herzlich willkommen. Genauso freut man sich, wenn nahe Angehörige den Schritt zur Elektromobilität wagen.
Meine Mutter besitzt jetzt ein Elektroauto. Sie nennt es Deborah. Ich bin wirklich stolz auf sie!“, schreibt Daisyboof aus Bythorn im ländlichen Teil Englands.
Zusätzlich zur Freude an einer geteilten Leidenschaft leisten die Fans des Elektroautos auch einen großen Beitrag zu dessen Verbreitung. Durch die Begeisterung an ihren Fahrzeugen, die sie mit anderen Menschen teilen, begeistern sie ihr Umfeld und verbessern die Aussichten auf eine optimierte Infrastruktur.

 

Copyrights: Yannick BROSSARD, PLANIMONTEUR

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