STAATLICHE FÖRDERUNGEN FÜR ELEKTROMOBILITÄT

Verfasst von am 15.04.2021 - 5 min

Die Förderung von Elektromobilität ist vielfältig – die europäische Politik treibt eine zunehmende Zahl von Maßnahmen voran. Für Besitzer von Elektro- oder Hybridautos, egal ob Privatpersonen oder Unternehmen, bedeutet dies zahlreiche finanzielle Vorteile, wie finanzielle Zuschüsse beim Kauf und Steuerbefreiungen, sowie Erleichterungen im Alltag. Die finanziellen Hilfen, die mit der Reifung des Elektrofahrzeugmarktes regelmäßig überarbeitet werden, sind nicht für die Ewigkeit gedacht - es ist also an der Zeit, das Beste daraus zu machen!

Unterstützt durch öffentliche Maßnahmen in den meisten der siebenundzwanzig Mitgliedsstaaten der Europäischen Union, boomt der Markt für Elektro– und Hybridfahrzeuge. Diese Politik zielt darauf ab, das Automobil zu einem “grünen” Fortbewegungsmittel zu transformieren, das immer öfter mit kohlenstofffreier Energie betrieben wird. Ein weiteres Ziel ist die Förderung neuer Mobilitätsarten (Carsharing, alternative Verkehrsmittel, etc.). Von der Kaufunterstützung über die Befreiung von bestimmten Steuern bis hin zu Subventionen für die Installation von Ladestationen werden erhebliche Anstrengungen unternommen, um potenzielle Käufer zur Wahl eines Elektro- oder Hybridfahrzeugs zu bewegen. Lesen Sie weiter, um die wichtigsten Maßnahmen kennenzulernen.

Immer mehr finanzielle Förderungen für den Kauf

Unter allen europäischen Fördermaßnahmen sind die Kaufbeihilfen von größter Bedeutung, da sie unmittelbare, sichtbare Auswirkungen auf den Verkaufspreis eines Fahrzeugs haben. Sie unterscheiden sich zwar von Land zu Land – die Höhe der verschiedenen Boni kann jedenfalls erheblich sein. 

In Frankreich kann ein Autofahrer, der ein Fahrzeug mit einem CO2-Ausstoß von weniger als 20 g kaufen möchte, einen Bonus von bis zu 7.000 Euro beanspruchen (abhängig vom Verkaufspreis des Fahrzeugs). Autobesitzer, die ihr altes Auto gegen ein neues oder gebrauchtes Elektro- oder Plug-in-Hybridfahrzeug eintauschen, können von einem Umstiegsbonus von bis zu 5.000 Euro profitieren.

Im Jahr 2020 hat die britische Regierung den “PiCG” (Plug-in Car Grant) beschlossen, der ab März 2021 bis zu 2.500 Pfund (rund 2.900 Euro) umfasst. Mit solchen Anreizen will das Vereinigte Königreich seinem Plan näherkommen, den Verkauf von Neuwagen mit Verbrennungsmotor ab 2030 zu verbieten.

In Deutschland hat sich die Politik mit den Großen der Automobilindustrie auf einen Herstellerbonus von bis zu 3.000 Euro geeinigt, zusätzlich bekommen potenzielle Käufer eine staatliche Förderung von bis zu 6.000 Euro.

Natürlich können diese bundesweiten Boni auch durch lokale Anreize von Städten und Regionen ergänzt werden.

Megane E-TECH plugin hybrid charging

Befreiung von Zulassungsgebühren und Steuern auf Firmenfahrzeuge

Elektrisch zu fahren kann sich für Privatpersonen und Unternehmen gleichermaßen lohnen. Neben Förderungen beim Kauf von Elektroautos, die auch für Firmenfahrzeuge zur Verfügung stehen, gibt es in den meisten europäischen Ländern bedeutende Steuervorteile.

Vielerorts sind Besitzer von Elektrofahrzeugen von den Kosten für die amtlichen Fahrzeugpapiere befreit. In Frankreich profitiert ein Elektroauto, je nach Region, von der fast vollständigen Befreiung von allen Kosten, die mit der Ausstellung einer Zulassungsbescheinigung verbunden sind.

In Griechenland bietet die “E-Moving”-Initiative zur Strukturierung des neuen Mobilitätsmarktes Steuerermäßigungen und spezielle Förderungen für gewerbliche Flotten und Elektrotaxis. In Frankreich werden Unternehmen ebenfalls unterstützt, da die TVS (Steuer auf Firmenfahrzeuge) weiterhin für elektrische Firmenfahrzeuge gilt. Im April 2021 beschloss das Vereinigte Königreich eine mit 1 % besonders niedrige Steuer auf Sachleistungen beim Kauf eines Elektrofahrzeugs.

Befreiung von der KFZ-Steuer

In mehreren Ländern wie Großbritannien, Griechenland und Ungarn sind Elektrofahrzeuge von der jährlichen Kraftfahrzeugsteuer befreit, wobei die Bedingungen natürlich von Land zu Land unterschiedlich sind. In Deutschland gibt es einen Befreiungszeitraum von zehn Jahren. In Schweden hat die Steuerbefreiung keine zeitliche Begrenzung, sondern wird nach dem CO2-Ausstoß berechnet. In Italien werden die Steuerbefreiungen auf regionaler Ebene entschieden – in der Lombardei und im Piemont sind Elektrofahrzeuge zum Beispiel dauerhaft von der Kfz-Steuer befreit.
In Spanien sind es die größten Städte, die die Initiative ergriffen haben: Madrid, Barcelona und Valencia reduzieren die jährliche Straßensteuer für Elektrofahrzeuge um fast 75 %, Bilbao bietet sogar eine Ermäßigung von 95 %.

Renault ZOE on the road

Keine Grenzen für das elektrische Fahren

Es ist kein Zufall, dass Großstädte eine nachhaltigere Mobilität fördern wollen: Mehr als zwei Drittel der Menschen werden bis 2050 in Städten leben. Die städtische Strompolitik ist daher ein wichtiges Thema. Das zeigen die Maßnahmen, die in vielen europäischen Großstädten ergriffen werden, um den Verkehr von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor zu begrenzen, einzuschränken oder sogar zu verbieten. In Londons ULEZ (Ultra Low Emission Zone) müssen Dieselfahrzeuge, die vor 2015 zugelassen wurden (Benziner vor 2006), eine Gebühr von 12,50 Pfund (etwas mehr als 14 Euro) pro Tag zahlen. Schwerere Fahrzeuge, wie Lkw und Busse, müssen 100 Pfund pro Tag (etwa 115 Euro) zahlen.

Einen anderen Ansatz hat Berlin etabliert: Hier wurden 2018 verschiedene Aufkleber eingeführt, die den Emissionsstandard eines Fahrzeugs kenntlich machen und damit auch, ob dieses in die Stadt einfahren darf, oder nicht. Diese Art von System hat sich seitdem weiter verbreitet und wird nun in Hunderten von permanenten LEZs (Low Emission Zones) in ganz Europa eingesetzt. Nordeuropäische Städte wie Oslo, Kopenhagen und Amsterdam, die als Aushängeschilder für nachhaltige Mobilität gelten, verschärfen kontinuierlich die Gesetzgebung für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor. In den meisten europäischen Großstädten, wie Paris, Budapest und Lissabon, werden bei Verschmutzungsspitzen eher punktuelle Maßnahmen ergriffen.

Elektroautos haben Vorfahrt

In Europa erleichtern die Behörden den Verkehr von Elektro- und Hybridautos durch kostenloses Parken und privilegierten Zugang zu bestimmten Stadtteilen und Straßen. In Norwegen zum Beispiel dürfen Elektrofahrzeuge Busspuren benutzen, städtische Parkplätze sind kostenlos und es gibt keine städtischen Mautgebühren. Ähnliche Vorteile gibt es auch in Deutschland. In Spanien, dem Vereinigten Königreich und den Niederlanden haben Fahrer von Elektro- und Hybridfahrzeugen sogar spezielle Fahrspuren.

Um Autofahrer wirklich zu ermutigen, elektrisch zu fahren, müssen all diese Maßnahmen zur Erleichterung des Fahrens natürlich mit einer möglichst großen Ladeinfrastruktur kombiniert werden. Dies erklärt, warum die Unterstützung für die Installation und den Rollout von Ladestationen zunimmt. Aufgrund des Umfangs der zugewiesenen Investitionen sind jetzt 200.000 Ladepunkte im öffentlichen Raum in ganz Europa zugänglich (nicht mitgezählt sind Ladestationen zuhause, an privaten Parkplätzen usw.) Im Jahr 2020 gibt es 43.700 Ladestationen in den Niederlanden, 33.000 in Deutschland, fast 30.000 in Frankreich und fast 25.000 im Vereinigten Königreich. In vielen Ländern wurden auch kurzfristige Ziele festgelegt, wie z.B. in Frankreich das “Objectif 100 000 bornes” (100.000 Stationen Ziel). Schnellladepunkte (50 Kilowatt und mehr) machen mittlerweile 10-15 % der europäischen Ladeinfrastruktur aus.

Das ist richtig, potenzielle Käufer von Elektro- und Hybridfahrzeugen: Die öffentliche Hand investiert in euer Vorhaben – es gab noch nie einen besseren Zeitpunkt, um elektrisch zu fahren!

 

Copyrights : Teamroad Studio , LEMAL Jean-Brice, ADDITIVE MAGROUND