Was kosten ein Elektroauto?

Verfasst von am 11.05.2019 - 5 min

Lohnt es sich finanziell, mit Strom zu fahren? Um die tatsächlichen Kosten eines Fahrzeugs zu ermitteln, müssen sämtliche Aufwendungen zwischen dem Kauf und dem Weiterverkauf des Fahrzeugs berücksichtigt werden. In Sachen Betrieb scheint die Elektrik die Oberhand zu gewinnen.

Bei den Bemühungen um eine Verringerung der Treibhausgasemissionen konzentriert man sich hauptsächlich auf Pkws. Mit Fahrzeugen, die immer weniger Kraftstoff verbrauchen, wurden bereits erhebliche Fortschritte erzielt. Eine weitere Lösung wird ein massiver Einsatz von abgasfreien Elektrofahrzeugen sein.
Doch wie hoch sind die Gesamtkosten dieser Fahrzeuge wirklich? Der Kaufpreis sollte beim Erwerb eines Elektroautos nicht das einzige Kriterium sein. Um die Gesamtkosten eines Fahrzeugs zu ermitteln, müssen die Aufwendungen für Besitz und Betrieb berücksichtigt werden. Hier kommen mehrere Faktoren ins Spiel.

Das Besitzen eines Elektroautos

Die Kosten für den Besitz eines Elektroautos umfassen die Anschaffungskosten, abzüglich etwaiger Beihilfen oder Anreize, und den Wiederverkaufspreis.

Starke Bemühungen beim Kaufpreis

Der Kaufpreis wird manchmal als Hindernis für die Anschaffung eines Elektrofahrzeugs empfunden. Dank des technologischen Fortschritts jedoch werden E-Autos immer erschwinglicher. Die industriellen Kosten, z.B. für die Herstellung der Elektromotoren werden sinken.
Die Kosten für die Batterieproduktion ebenso: Schon jetzt nutzt man Altbatterien zur Speicherung von Strom, der aus erneuerbaren Energien stammt. Davon abgesehen, dass sich die Reichweite der Autos verbessern, die Zahl der Ladestationen zunehmen und die Vielfalt der Miet- und Carsharing-Lösungen ausdehnen wird. Mit der Entstehung des Gebrauchtwagenmarkts werden Elektrofahrzeuge in Zukunft unter optimalen Nutzungsbedingungen leicht zugänglich sein.

Steuervergünstigungen: nach Ermessen der Länder

Viele Länder haben bereits Anreize zum Ausgleich der mit dem Kauf eines Elektroautos verbundenen Mehrkosten geschaffen. Diese Anreize können unterschiedlich aussehen: Ökobonus, Steuergutschriften, Befreiung von den Zulassungsgebühren, Mehrwertsteuerabzug, Befreiung von der Kfz-Steuer oder kostenloser Kfz-Schein. Die Fördermittel können bis zu 4 000 € in Deutschland, 7 300 € in den USA und 8 000 € in Norwegen betragen. Spanien beispielsweise hat den Moves-Plan verabschiedet, in dem staatliche Subventionen von bis zu 5 000 € vorgesehen sind, wobei der Händler einen Mindestrabatt von 1 000 € gewährt, was also für den Käufer eine Gesamtbezuschussung von 6000 € ausmacht. Frankreich ist mit einem Ökobonus von 6 000 € – der unter bestimmten Bedingungen bei Rücknahme eines Benziners oder Diesels in eine Abschrottprämie von bis zu 11 000 € umgewandelt werden kann – gut aufgestellt.

Der Wiederverkaufspreis wird ansteigen

Der Kaufpreis muss auch im Verhältnis zum Wiederverkaufspreis bewertet werden. Vor dem Hintergrund des wachsenden Umweltbewusstseins werden weltweit immer mehr E-Autos in Umlauf kommen. Das Angebot wird sich erweitern. Der Markt für gebrauchte Elektrofahrzeuge wird im gleichen Maße wachsen wie der Markt für Neufahrzeuge. Es wird immer einfacher sein, gebrauchte Elektrofahrzeuge zu finden und weiterzuverkaufen. In Frankreich zum Beispiel gibt es immer mehr ZOE-Fahrzeuge, die bis zu 4 Jahre alt sind und einen Kilometerstand unter 50 000 km haben.
Auch wenn die Betriebskosten eines Elektroautos aktuell noch höher sind als die eines Verbrennungsfahrzeugs, wird sich das demnächst ändern. Alle Indikatoren sind im grünen Bereich.

Kosten für den Betrieb eine E-Autos

Die Kosten für den Betrieb eines E-Autos umfassen die Energiekosten für den Betrieb, die Wartungs-, Versicherungskosten, die Park- und Mautgebühren.

Unschlagbar in Sachen Energieverbrauch

Was das Budget für den Energieverbrauch angeht, ist die Sache klar. Ein Elektroauto verbraucht nicht nur weniger Energie, sondern diese Energie ist auch billiger. Diese Tendenz wird sich nicht ändern: Der Strompreis ist immer noch relativ niedrig, während die Preise für fossile Brennstoffe und Steuern, die europaweit mehr als die Hälfte der Brennstoffpreise ausmachen, steigen. Je größer der Anteil der erneuerbaren Energien, wie Solar- und Windkraft, am Energiemix wird, um so C02-ärmer wird er sein. Außerdem gibt es Möglichkeiten, den Preis für eine Aufladung zu optimieren, wenn man das Auto beispielsweise in einer Zeitspanne auflädt, in der der Strom besonders günstig ist.

Wartung: einfach und zuverlässig

Die Kosten für die Wartung eines Elektrofahrzeugs sind niedrig. Das E-Auto, das weder Öl, Filter, Getriebe, Kupplung, Auspuff noch Zahnriemen hat, besitzt nur wenige Teile, die ausgewechselt oder gewartet werden müssten.
Zumal die Fahrer oft eine sanfte Fahrweise bevorzugen, die die Mechanik schont! Entscheidende Vorteile also in einem Kontext, in dem die Kosten für Wartung und Reparatur tendenziell eher steigen, insbesondere wegen der technologischen Komplexität der Fahrzeuge.

Versicherung: kein nennenswerter Unterschied

Bei den verschiedenen Antriebsarten gibt es keinen nennenswerten Unterschied im Versicherungspreis. Je nach Land bieten einige Versicherer jedoch eine Spezialgarantie für Elektroautos an, bei der die Batterie im Mittelpunkt steht: 0 km Elektropannen-Assistenz, Batteriewechsel, Abschleppen zu einer Ladestation oder Assistenz bei einem ladebedingten Schadensfall an einem privaten Stromnetz. Einige Versicherer geben Vergünstigungen für Fahrzeuge mit geringer Umweltbelastung, um ökologisch verantwortliche Handeln zu belohnen.

Parken, Mautgebühren: jede Menge Zugeständnisse

Schließlich werden den Nutzern von Elektrofahrzeugen oft Vorteile eingeräumt, insbesondere in städtischen Gebieten. In Bulgarien, Ungarn, Rumänien oder der Slowakei sind sie von der jährlichen Kfz-Steuer befreit und können in vielen Städten, wie z.B. London, aber auch vereinzelt in China, Deutschland, Japan oder Norwegen, wo Mautgebühren erlassen werden und Schifffahrtslinien kostenlos sind, gebührenfrei parken. Kosteneinsparungen, die sich summieren.

Elektroautos verbrauchen weniger Energie, sind weniger wartungsaufwendig und verursachen zweifelsohne niedrige Betriebskosten. Je mehr man fährt, um so günstiger werden sie!

 

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