Alle Informationen zur Wartung eines Elektroautos

Verfasst von am 27.04.2021 - 5 min

Einer der Vorteile des Elektrofahrzeugs ist seine einfache Wartung. Nur wenige Teile sind hierbei zu berücksichtigen – das macht die Pflege einfach und günstig. Das ist einerseits auf die Natur des elektrischen Antriebs zurückzuführen, aber auch auf bestimmte Innovationen – wie zum Beispiel den gewickelten Rotormotor von Renault.

Gibt es Besonderheiten bei der Wartung von Elektroautos?

Ein Auto mit wenigen Verschleißteilen

Ein Elektromotor ist deutlich weniger wartungsintensiv als ein Verbrennungsmotor. Da es keine Reibung zwischen den beweglichen Teilen und keinen Austausch von Flüssigkeiten und Gasen gibt, benötigt er keine Schmiermittel und produziert keine Abgase. Das bedeutet: keine Ölwechsel, kein Austausch von Filtern usw. Allesamt Posten, die von den Unterhaltskosten des Autos abgezogen werden können. Die Wartung des Elektroautos umfasst daher weit weniger mechanische Elemente als bei einem Auto mit Verbrennungsmotor. Tatsächlich sind die Reifen, die Scheibenwaschflüssigkeit, die Bremsbeläge und die Klimaanlagenfilter die einzigen Verschleißteile, die in einem Elektroauto regelmäßig gewechselt werden müssen.

Wenige Teile

Der Aufbau eines Elektroauto-Motors erfordert nur wenige Teile. Darunter befinden sich keine so genannten “Verschleißteile”, die den Lauf des Motors beeinträchtigen können. So gibt es in einem Elektroauto keinen Zahnriemen, keine Zylinderkopfdichtung und keinen Kühlerschlauch – alles Teile, die durch einen Defekt einen Motorschaden verursachen können. Der Antriebsstrang dieser Fahrzeuge ist über Hunderttausende von Kilometern zuverlässig. Für Fahrer, die sowohl Seelenfrieden als auch eine einfache Wartung suchen, ist das Elektrofahrzeug die erste Wahl. Vor allem, weil eine einfachere Wartung nicht bedeutet, dass sie weniger gründlich ist: Jedes Teil des Fahrzeugs wird von Experten im Netzwerk des Herstellers überprüft.

Geringere Abnutzung der Bremsen

Elektroautos nutzen zwei Bremssysteme: zum einen das regenerative Bremsen, bei dem der Motor als Generator genutzt wird, um die Batterie beim Ausrollen oder Bremsen aufzuladen, und zum anderen das normale Bremssystem – mit Scheiben oder Trommeln und Bremsbelägen -, das erst nach dem regenerativen Bremsen zum Einsatz kommt. So werden das mechanische Bremssystem und die Reifen geschont, wodurch diese Teile seltener ausgetauscht werden müssen.

Ein einfaches Getriebe

Ohne Schaltung und Kupplung ist das Getriebe eines Elektrofahrzeugs wesentlich einfacher: Im Gegensatz zu einem Verbrennungsmotor funktioniert der Elektromotor als Direktantrieb. Wenn der Fahrer das Fahrpedal betätigt, erzeugt die Batterie ein Magnetfeld in einem feststehenden Teil, das dann ein bewegliches Teil in Rotation versetzt. Bei den von der Renault Group produzierten Elektrofahrzeugen ist dieser letztere Teil ein gewickelter Rotor-Synchronmotor mit höherer Energieeffizienz. Alle Beschwerden, die mit dem traditionellen Getriebe zusammenhängen, werden somit vermieden, was die Gesamtkosten für die Instandhaltung ebenfalls reduziert.

Die Standardinspektionen

Wartungsarbeiten am Fahrwerk, der Karosserie, den Reifen, der Lenkung und der Aufhängung, oder die Kontrolle der Klimaanlage, der Komfortausstattung und der Scheibenwischer werden auch beim Elektroauto auf die übliche Weise durchgeführt. Diese Überprüfungen sind für die Fahrzeugsicherheit und den Fahrkomfort unerlässlich.

Weniger Wartung für einen selbst

Bei einem Elektroauto müssen die Füllstände von Brems- und Kühlflüssigkeit kontrolliert und diese eventuell gewechselt oder nachgefüllt werden. Auch der Reifendruck sollte wie bei einem Fahrzeug mit Verbrennungsmotor regelmäßig kontrolliert werden: vor der Fahrt in den Urlaub, vor der Zulassungsüberprüfung usw. Eine weitere Aufgabe, die ohne einen Mechaniker erledigt werden kann, ist der Austausch der 12-Volt-Batterie, die die Bordelektronik und Beleuchtung versorgt. Dieser sollte auch bei Elektrofahrzeugen wie dem Renault ZOE etwa alle drei Jahre durchgeführt werden.

Benötigt die Elektroauto-Batterie Wartung?

Neuer ZOE auf der Straße

Die Batterie eines Elektrofahrzeugs ist eine seiner wichtigsten Komponenten. Der Motor wird von einer so genannten Antriebsbatterie mit Energie versorgt. Sie bestimmt die Reichweite des Elektrofahrzeugs, die je nach Modell mehrere Hundert Kilometer betragen kann.

Die Haltbarkeit der Lithium-Ionen-Batterie eines Elektrofahrzeugs wird von der Renault Group, dem Pionier der Elektromobilität, auf etwa 10 Jahre geschätzt. Das bedeutet aber nicht, dass sie damit ausgedient hätte. Im Gegenteil, sie hat noch ein gutes Dutzend Jahre Zeit, um in einem “zweiten Leben” in anderen Bereichen eingesetzt zu werden: von der stationären Stromspeicherung über die Elektrifizierung von Fahrzeugen bis hin zur lokalen Speicherung von grüner Energie und mehr.

Die Art der Nutzung des Elektroautos hat ebenfalls wesentlichen Einfluss auf die Lebensdauer seiner Batterie. Deshalb ist eine regelmäßige Überprüfung bei einem Renault Händler unerlässlich – nur so kann ihre Langlebigkeit sichergestellt werden. Darüber hinaus gewährt Renault eine Batteriegarantie von acht Jahren oder 160.000 Kilometer für den ZOE, von fünf Jahren oder 100.000 Kilometer für den Kangoo Electric bzw. von drei Jahren oder 60.000 Kilometer für den Twizy, um unter allen Umständen eine Ladekapazität von mindestens 66% zu erhalten.

Was kostet die Wartung eines Elektroautos?

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Die betriebskosten eines elektroautos

Deutliches Einsparungspotenzial

Mehrere übereinstimmende Studien zeigen, dass die Unterhaltskosten für ein elektrisches Stadtauto 20-35% niedriger sind als die eines gleichwertigen Fahrzeugs mit Verbrennungsmotor*, bei dem Reparaturen, Wartung und Ölwechsel die Kosten in die Höhe treiben können. Diese beachtlichen Unterschiede lassen sich beim Elektrofahrzeug durch das Fehlen von Verschleißteilen, die regelmäßig gewechselt werden müssen, sowie durch den Wegfall größerer Motorreparaturen erklären.
Diese Vorteile haben für alle Elektroautofahrer Gültigkeit, vor allem aber für diejenigen, die viel fahren. Unternehmen haben zum Beispiel gute Gründe, Elektrofahrzeuge als Dienstwagen oder Nutzfahrzeuge zu nutzen. Die Wartung des Fuhrparks macht – je nach Fahrzeugtyp, Anschaffung und Nutzungsart – zwischen 7-12 % der TCO (Total Cost of Ownership) aus.

Deutlich weniger Inspektionen

Es wird empfohlen, ein Elektroauto alle 30.000 Kilometer von einem zertifizierten Experten überprüfen zu lassen. Fahrzeuge mit Benzinmotor sollten alle 15.000 Kilometer zum Service, Diesel alle 20.000 Kilometer. Ab einem Alter von vier Jahren müssen Elektro- und Hybridfahrzeuge in der gesamten Europäischen Union ohnehin jedes zweite Jahr zur Überprüfung.
Weitere zu erwartende Wartungskosten sind der Wechsel der Reifen und der Bremsscheiben, je nach Zustand und Laufleistung.

Auch Lenkung, Federung und Stoßdämpfer sind in das Wartungsbudget einzuberechnen, das wiederum davon abhängt, wie und wie oft das Auto genutzt wird.
Ganz zu schweigen von den Einsparungen “an der Zapfsäule” oder besser gesagt “an der Steckdose”! All dies erklärt die finanziellen Vorteile des Elektroauto-Fahrens und ermöglicht es dem Fahrer, mögliche Einsparungen genau zu berechnen.

RENAULT KANGOO MAXI Z.E.

Wer sollte die Wartung eines Elektrofahrzeugs durchführen?

Nicht alle Werkstätten sind autorisiert, die Wartung von Elektroautos durchzuführen. Elektroautos benötigen qualifizierte Fachleute für Kontrollen und eventuell anfallende Reparaturen. Die hohen Spannungen und Stromstärken im Antriebssystem (zwischen 400-700 Volt) erfordern einen sicheren Umgang mit diesen Bauteilen.

Auch bei der Wartung Ihres Fahrzeugs wird dringend empfohlen, sich an einen zertifizierten Mechaniker zu wenden. Diese sind entsprechend der Gesetze für Arbeiten an elektrischen Anlagen zugelassen und erneuern diese Qualifikation jährlich. Für mehr Komfort bieten die Hersteller Pakete an, in denen die Wartung enthalten ist. Mit einem Jahrzehnt Erfahrung im Bereich der Elektromobilität ist das gesamte europäische Renault Netzwerk in allen Besonderheiten der Elektroautos bestens geschult.

How to maintain a hybrid car

Weil es den Verbrennungsmotor seltener nutzt, ist ein Hybridfahrzeug weniger wartungsintensiv als ein zu 100 % benzin- oder dieselbetriebenes Fahrzeug. Nur das Elektroauto ist hier noch pflegeleichter. Das liegt mitunter daran, dass ein Verbrennungsmotor regelmäßige Ölwechsel benötigt. Obwohl bei einem Hybridfahrzeug weniger Öl verbraucht wird, muss der Motor dennoch in laufenden Abständen überprüft werden. 

Ein Hybridauto (und Plug-in-Hybrid), das mit Benzin betrieben wird, sollte alle 15.000 Kilometer inspiziert werden. Bei einem Diesel-Hybrid wird die Inspektion alle 10.000 km durchgeführt. Die Häufigkeit der Werkstattbesuche hängt aber auch vom Fahrzeug und den Angaben in dessen Serviceheft ab. Bei der Inspektion entleert und wechselt der Mechaniker unter anderem das Öl und tauscht den Ölfilter aus.

Im Vergleich zu Benzin- und Dieselfahrzeugen profitieren Elektrofahrzeuge von einem geringeren Wartungsaufwand – Seelenfrieden für den Fahrer garantiert! Zwar ist ein Elektroauto in der Anschaffung derzeit noch teurer als ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor aus dem gleichen Segment, der Abstand wird aber immer kleiner. Die Kosten für ein Elektroauto nähern sich denen eines Fahrzeugs mit Verbrennungsmotor an, vor allem dank verschiedener Förderungen und staatlicher Anreize. Elektroautos ermöglichen im Laufe der Zeit finanzielle Einsparungen, sowohl in Bezug auf die Wartung als auch auf den Energieverbrauch. Diese Vorteile kommen zu den anderen Qualitäten der 100%igen Elektromobilität hinzu, wie der Emissionsfreiheit** – vorteilhaft im Kampf gegen die globale Erwärmung und Umweltverschmutzung – und eine niedrigere Energierechnung dank günstiger Ladekosten. Und natürlich das Vergnügen, das der leise und dynamische Antrieb eines Elektroautos mit sich bringt.

 

* Studien: UFC Que Choisir (Frankreich, 2018), Consumer Reports (Vereinigtes Königreich, 2020) and ADAC  (Deutschland, 2020)

** Weder atmosphärische CO2-Emissionen noch Schadstoffe während der Fahrt (ohne Verschleißteile).

Copyrights: gilaxia, Jean-Brice LEMAL