Was Sie über den Energieverbrauch eines E-Autos wissen sollten

Verfasst von am 07.04.2021 - 5 min

Elektroautos sind ein Game Changer im Hinblick auf das Energiemanagement und die Betriebskosten der Autofahrer. Der Stromverbrauch und in weiterer Folge die Ladekosten bergen das das größte Potenzial zur Reduktion der Ausgaben. Welche Auswirkungen hat die Anschaffung eines Elektroautos auf Ihr tägliches Budget? Entdecken Sie unseren Leitfaden zur Ermittlung der durchschnittlichen Kosten für das Aufladen eines Elektrofahrzeugs.

Welche Faktoren beeinflussen den Energieverbrauch eines Elektrofahrzeugs?

Die Kosten für den Betrieb eines Elektroautos stehen in direktem Zusammenhang mit seinem Energieverbrauch. Aber was genau bedeutet das? Der Verbrauch eines Elektroautos wird in Kilowattstunden pro hundert Kilometer angegeben und ist entscheidend für Berechnung der Reichweite eines Fahrzeugs auf Basis seiner Nutzung. Genau wie bei herkömmlichen Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor beeinflusst das Fahrverhalten auch beim Elektroauto den Energieverbrauch. Ein vorausschauender Fahrstil, der sowohl den Verkehr als auch die Straßenbedingungen antizipiert, reduziert die verbrauchte Energie und optimiert Ihren Stromverbrauch.
Auf der Autobahn steigt mit zunehmender Geschwindigkeit auch der Energieverbrauch. Erhöhte Reibung und Luftwiderstand bedeuten, dass der Motor mehr Watt aufwenden muss, um die Geschwindigkeit zu halten. Schließlich hängt der Verbrauch auch von der Regulierung der Innentemperatur ab: Sowohl die Heizung als auch die Klimaanlage verringern die Reichweite des Elektroautos erheblich.

Elektroauto: Energieverbrauch beim Laden an einer Haushaltssteckdose

Verschiedene Arten der Aufladung

Aus Sicherheitsgründen ist es nicht empfehlenswert, Elektrofahrzeuge an herkömmlichen Steckdosen zu laden. Eine Ausnahme bildet der Renault Twizy, der für diese Art der Ladung ausgelegt ist. Für die meisten Modelle, wie auch für alle anderen Renault Modelle, wird die Installation einer speziellen Ladestation empfohlen. Die günstigste Option, sowohl was die Anschaffungs- als auch die Installationskosten betrifft, ist eine “sichere Steckdose”, die eine Überlastung verhindert und eine an das Fahrzeug und den häuslichen Stromkreis angepasste Leistung liefert.

Etwas fortschrittlicher ist die Wallbox. Sie ist eine Ladeinheit, die an der Wand befestigt wird. Sie kann verschiedene Leistungsstufen bereitstellen und bietet Ihnen die Möglichkeit, den Verbrauch des Fahrzeugs extern zu steuern. Die unterschiedlichen Modelle erreichen von 3,7 kW bis 22 kW. Eine höhere Wattzahl ermöglicht schnelleres Laden – empfehlenswert zum Beispiel, wenn Ihr Stromtarif zu bestimmten Tageszeiten günstiger ist. Mit dieser Art von Ladeeinheit können Sie Ihren Energieaufwand genau steuern, indem Sie sich Zeit und Kosten für jede Ladesitzung anzeigen lassen können. Bestimmte Wallboxen können sogar automatisch (und in Echtzeit) die maximale Ladeintensität in Abhängigkeit von dem am Standort verfügbaren Strom anpassen.

Förderungen für die Ladestation

In Frankreich gibt es mehrere Zuschüsse für die Installation einer Elektroauto-Ladestation zuhause. Vor kurzem wurde ein Bonus für energieeffiziente Renovierungen eingeführt, der sowohl für Einfamilien- wie auch Mehrfamilienhäuser gilt. Der pauschale Förderbetrag beläuft sich auf 300 Euro für die Installation einer Ladestation für Elektrofahrzeuge. Für Mehrfamilienhäuser können auch andere Förderungen in Anspruch genommen werden, wie der ADVENIR-Bonus. Dieses Programms fördert Installations- und Materialkosten mit bis zu 50 %.

Auch die Nachbarländer bieten verschiedene Zuschüsse an. Das Vereinigte Königreich erstattet bis zu 75 % der Kosten für die Installation einer Heimladestation, und Deutschland unterstützt die Besitzer von Elektrofahrzeugen mit 10-30 % der Kosten für eine Wallbox (plus weitere Boni von verschiedenen lokalen Initiativen).

Vertragsabhängige Kosten

Die Kosten für das Aufladen Ihres Elektrofahrzeugs zuhause hängen von verschiedenen Kriterien ab, etwa von Ihrem Vertrag mit Ihrem Energieversorger und dem darin festgelegten Preis für eine Kilowattstunde Strom. Um die Kosten für eine volle Ladung zu berechnen, multiplizieren Sie einfach die Kapazität Ihrer Batterie in Kilowattstunden (kWh) mit dem Preis, den Sie pro Kilowattstunde zahlen. Basierend auf dem durchschnittlichen Inlandstarif von ca. 0,15 Euro pro kWh bedeutet dies in Frankreich im Jahr 2019 Kosten von weniger als 3 Euro pro 100 Kilometer und ca. 8 Euro für eine Vollladung einer 52-kWh-Batterie (wie sie im neuen Renault ZOE verbaut ist). Die Unterschiede bei den Strompreisen in Europa erklären die teilweise erheblichen Kostenunterschiede: etwas mehr als 15 Euro werden in Deutschland fällig, 11 Euro dagegen in Italien und 9 Euro in Großbritannien.

Renault Twingo charging

Der Energieverbrauch eines Elektrofahrzeugs an einer öffentlichen Ladestation

Ladegeräte für den Einsatz an Ladestationen

Zusätzlich zu den Ladekabeln, die an das heimische Stromnetz angeschlossen werden, gibt es solche, die für öffentlichen Stationen ausgelegt sind. Der Renault ZOE ist, wie auch andere Modelle des Herstellers, serienmäßig mit einem Caméléon®-Ladegerät ausgestattet. Es ist einzigartig in seiner Fähigkeit, sich an verschiedene AC (Wechselstrom)-Stationen – die gängigste Art der Ladeinfrastruktur – anzupassen und ermöglicht dem Fahrer so die effizienteste Nutzung des verfügbaren Stromnetzes. An Wechselstromtankstellen, die im öffentlichen Raum am häufigsten anzutreffen sind, kann der ZOE mit einer Leistung von bis zu 22 kW geladen werden. So tanken Sie rund 125 Kilometer in einer Stunde* und verlängern die Reichweite Ihres Elektrofahrzeugs in relativ kurzer Zeit um viele wertvolle Fahrminuten.
Der Renault ZOE ist außerdem mit einem CCS-Anschluss ausgestattet, der ein noch schnelleres Aufladen des Fahrzeugs an Schnellladestationen mit 50 kW ermöglicht. 150 km Reichweite können in 30 Minuten geladen werden*. Dieser Anschluss arbeitet mit Gleichstrom (DC), der vor allem an Schnellladestationen auf der Autobahn zur Verfügung steht.
Neben den Unterschieden in Leistung und Ladezeit hat die Art des Ladens auch einen direkten Einfluss auf die Energiekosten. Je schneller die Ladung, desto teurer ist sie.

Berechnen Sie den Verbrauch eines Elektrofahrzeugs: variable Preisgestaltung an öffentlichen Stationen

Wie viel kostet es, ein Elektroauto an öffentlichen Ladestationen aufzuladen? Je nach Betreiber der Elektroladestation, der Leistung der Station und deren Standort kann der Betrag variieren – sogar um das Doppelte. Kostenlose Stationen befinden sich oft auf Parkplätzen von Einkaufszentren oder in der Nähe von großen Geschäften. Bestimmte Netze bieten auch das Laden außerhalb der Hauptverkehrszeiten (nachts) an. In Frankreich kostet das Tanken an einer öffentlichen Ladestation ohne Abonnement durchschnittlich 1,30 Euro pro fünf Minuten. Mit einem Abonnement kann dieser Betrag auf nur 0,50 Euro für die gleiche Ladezeit sinken. An einer 50-kW-Schnellladestation – wie sie oft an großen Autobahnknotenpunkten zu finden sind – reichen 20 Minuten aus, um 100 Kilometer Reichweite in einen ZOE zu laden. Dafür werden etwa 2-5 Euro fällig. Auch hier variiert der Preis von Land zu Land. In den Niederlanden kann man beispielsweise 0,59 Euro pro Kilowattstunde in Verbindung mit einem Abonnement bezahlen: mit anderen Worten 17,70 Euro für eine Ladung von 30 kWh. In England bieten einige Betreiber einen Tarif von 12 Pfund (13,20 Euro) für eine Stunde Schnellladen an einer 50-kW-Station an. Generell ist es möglich, ein Abonnement mit einem europaweit anbietenden Betreiber abzuschließen und von Vorzugspreisen an Tausenden von Stationen zu profitieren. Und wie man das Blatt auch dreht und wendet – das elektrische Laden kostet immer viel weniger als seine fossilen Pendants (Benzin und Diesel).

Wie man für das Aufladen eines Elektroautos bezahlt

Die überwiegende Mehrheit der Ladeanbieter bieten keine Möglichkeit, mit Bankomatkarte oder Bargeld zu bezahlen. Bis das Angebot an Bezahlmethoden erweitert wird, ist die einfachste Lösung, sich für eine Ladekarte zu entscheiden, ob bezahlt oder kostenlos. Diese kann vom Hersteller beim Kauf eines Elektroautos zur Verfügung gestellt werden. Renault bietet in bestimmten Ländern die Z.E.-Pass-Karte an, die über die MY Renault-App funktioniert. Diese App ortet die nächstgelegenen Ladestation und navigiert zu ihr, um mit dem Z.E. Pass anschließend die Ladung zu starten. Dieser Z.E. Pass ermöglicht den Zugang zu einem Netzwerk von mehr als 190.000 Ladepunkten in ganz Europa. Viele Online-Anbieter bieten ähnliche Dienste an, um die Verwaltung der Karten allgemein zu erleichtern. Die Bezahlung erfolgt direkt über diese Plattformen mit verschiedenen Methoden: Bankomatkarte, PayPal, Überweisung etc.

Energieverbrauch beim Laden eines Elektroautos in Europa: Länderunterschiede

In Europa entsprechen die öffentlichen Ladestationen den europäischen Standards, insbesondere an Autobahnen. Einer der Hauptunterschiede zwischen den Ländern ist die Art und Weise, wie das öffentliche Laden abgerechnet wird. In Frankreich haben die Stationen einen zeitabhängigen Tarif, während die meisten Nachbarländer nach der Anzahl der “getankten” Kilowattstunden abrechnen. Auch die Strompreise unterscheiden sich von Land zu Land – wie bei allen elektrischen Geräten.

Neuer ZOE-Aufladeterminal

Wie hoch ist der Verbrauch von Renault ZOE und Twingo Electric?

Der Energieverbrauch beim Laden eines Elektroautos wird durch die Kapazität seiner Batterie bestimmt. Wird die Z.E.50-Batterie des Renault ZOE an einer öffentlichen Schnellladestation mit 50 kW vollgeladen, kosten 100 Kilometern (WLTP-Zyklus*) in Frankreich rund 8 Euro bzw. in Deutschland 10-12 Euro. Dieser Betrag kann auch je nach Abrechnungsart variieren. Der Twingo Electric kann dank seiner 22-kWh-Batterie eine ganze Woche lang mit einer einzigen Ladung durch die Stadt zickzack fahren.

Es sei auch darauf hingewiesen, dass ein vorausschauender Fahrstil den Energieverbrauch optimiert und dabei hilft, sofort zu sparen.

 

 

* Die hier angegebene Dauer und die Entfernungen sind aus den Ergebnissen berechnet, die der Neue ZOE bzw. der Twingo Electric während des WLTP Zyklus erzielen (Worldwide Harmonized Light Vehicles Test Procedure, standardisierter Zyklus: 57 % Stadtfahrt, 25 % Überlandfahrt, 18 % Autobahnfahrt). Sie zielen darauf ab, die tatsächlichen Einsatzbedingungen eines Fahrzeugs darzustellen. Sie können jedoch die Art der Fahrt nach dem Aufladen nicht vorhersehen. Die Ladezeit und die wiedergewonnene Reichweite hängen auch von der Temperatur, dem Grad der Batterieabnutzung, der von der Ladestation gelieferten Strommenge, dem Fahrstil und dem Ladezustand ab.

** WLTP: Worldwide harmonized Light vehicles Test Procedure. Der standardisierte WLTP-Zyklus besteht aus 57 % Stadtfahrt, 25 % Überlandfahrt und 18 % Autobahnfahrt.

 

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