So funktioniert das Prinzip des V2G oder Vehicle-to-Grid

Verfasst von am 08.04.2019 - 5 min

Tags :

Was wäre, wenn das Elektroauto zum Hauptstromlieferanten des Stromnetzes würde? Vehicle-to-grid oder V2G funktioniert nach genau diesem Prinzip. Die Technik dahinter heißt bidirektionaler Austausch: Das Elektroauto gibt einen Teil der in der Batterie gespeicherten Energie wieder an das Stromnetz ab, um zu dessen Stabilität beizutragen und der unregelmäßigen Verfügbarkeit erneuerbaren Energien entgegenzuwirken.

Die Energiewende ist für Energieversorger mit zwei Problemen verbunden. Zum einen muss es ihnen gelingen, die nicht ständig verfügbaren erneuerbaren Energiequellen, wie beispielsweise Solar- oder Windenergie, immer stärker in die Stromversorgung zu integrieren, ohne auf umfassende Speichermöglichkeiten zurückgreifen zu können. Zum andern müssen sie die Stabilität des Netzes gewährleisten und damit seine Fähigkeit, umgehend auf den Bedarf der Verbraucher reagieren zu können.

Wie funktioniert V2G?

Genau hier kommt die Vehicle-to-grid-Technik (V2G), wörtlich „vom Fahrzeug zum Netz“, zum Tragen. Bei diesem Prinzip wird die Batterie eines Elektroautos als Erweiterung des Stromnetzes angesehen – als Energievorrat, auf den der Stromversorger im Bedarfsfall zurückgreifen kann.

Der Ladevorgang erfolgt bidirektional, d.h. in zwei Richtungen: zum einen versorgt das Netz die Fahrzeugbatterie mit Strom, zum anderen dient sie ihm als Energiequelle, wenn vereinzelt Energiemangel herrscht. Mit dem Vehicle-to-grid-System kann der Nutzer eines Elektroautos also beschließen, Niedertarifstrom zu speichern, um ihn in Hochtarifzeiten zu nutzen.

funktioniert das Prinzip des V2G

Die Vorteile des Vehicle-to-grid

Der Fahrer eines V2G-Elektroautos, der abends nach Hause kommt, kann beispielsweise die in der Batterie seines Elektroautos gespeicherte Energie für seine Geräte im Haus nutzen und nachts, wenn der Stromversorger günstige Preise anbietet, seine Batterie aufladen.

Ebenso ermöglicht das flexible System V2G das Laden der Batterien in Zeiten, in denen erneuerbare Energie erzeugt wird, so dass auch dann Strom zur Verfügung steht, wenn die Sonnen- oder Windenergieerzeugung gerade unterbrochen wurde.

Das gleiche Prinzip gilt auch für die stationäre Energiespeicherung, bei der die Batterien in einem zweiten Lebenszyklus als Stromspeicher für den Hausbedarf oder die Ladestation benutzt werden.

V2G

Die dem Stromnetz zur Verfügung gestellte Speicherkapazität des V2G-Systems wird von den Betreibern genutzt, um effektiver auf Veränderungen der Nachfrage zu reagieren. Sie können somit dem Bedarf in Spitzenverbrauchszeiten ohne Leistungsverringerung standhalten, oder Mikrostörungen beim Wechsel von einer Stromerzeugungsquelle zur anderen ausgleichen.
Bei diesem Modell vergüten die Betreiber ihre Kunden für die Bereitstellung ihrer Batterien: V2G hilft dem Endverbraucher also dabei, seine Energiekosten zu reduzieren.

Zunehmend intelligentere Ladesysteme

Das Vehicle-to-grid-Konzept trägt schließlich zur Einrichtung eines intelligenten Stromversorgungsnetzes, eines Smart Grid bei, in dem der Energiefluss durch Messungen an jedem Glied der Kette optimiert wird.

In Kombination mit den technischen Möglichkeiten von Elektroautos bringt die Smart-Grid-Logik Inseln wie Porto Santo oder Belle-Île-en-Mer auf dem Weg zur Energiewende einen großen Schritt weiter.

 

Copyrights: Renault Communication, Pagecran

Meistgeteilte Artikel