Renault ZOE, ein „Offroad“-Stadtauto

Verfasst von am 25.06.2018 - 3 min

Es liegt in der Logik der Geschichte: Elektroautos ziehen in den Motorsport ein. Davon zeugt der Erfolg des Renault ZOE bei zwei wichtigen Wettbewerben.

Mechanische Zuverlässigkeit und geniales Fahren? – Die ausschließlich Frauen vorbehaltene Rallye Aïcha des Gazelles in Marokko ist ein hervorragender Versuchsort. Diese Rallye folgt den Regeln eines Orientierungslaufs: Einzig erlaubte Hilfsmittel, um die einzelnen Checkpoints anzusteuern, sind ein Kompass und eine Karte im Maßstab 1/100 000. Insgesamt sind 2 500 Kilometer in der marokkanischen Sahara mit sechs Offroad-Strecken zu durchqueren, darunter zwei Marathonetappen von je zwei Tagen. 2018 nahmen Solen Kerleroux und Carine Poisson am Steuer ihres ZOE in der Kategorie SUV/„Crossover“ teil – unter denselben Bedingungen wie einige Geländewagen mit Verbrennungsmotor, obwohl es erstmals auch eine Kategorie E-Gazelles für Elektroautos gab. Der Beweis, dass Elektroautos im Sand wie auf der Piste zuhause sind!

Husarenstück in der Wüste

Abschnitt für Abschnitt meisterten die beiden Fahrerinnen Pisten und unwegsames Gelände und setzten sich an die Spitze. Um die ausgetrockneten Flussbetten, die Geröllfelder und die Sanddünen zu durchqueren, erfolgten am ZOE nur einige der Sicherheit dienende Änderungen: höhere Bodenfreiheit, Unterbodenschutz und dicke Allradreifen. Die übrige Ausstattung – Motor wie Batterie – war serienmäßig! Am Ende belegten die beiden Mitarbeiterinnen von Groupe Renault den zweiten Platz, zwischen den beiden Dacia Duster 4×4, die in derselben Kategorie gestartet waren. Ein echter Husarenritt und ein außergewöhnliches menschliches Abenteuer, gekrönt von einer erstklassigen Leistung mit einem Elektroauto.

Rallye-Auto Aicha Gazelles
Der Renault ZOE von Solen Kerleroux und Carine Poisson, in der Rallye Aïcha des Gazelles 2018 zweitplatziert

Sieg auf der längsten Öko-Rallye der Welt

Es lässt sich nicht leugnen, dass die Organisatoren der Rallye „The Green Expedition“ eine höchst attraktive Strecke wählten: 5 000 Kilometer mitten durch Patagonien. Auf dem Programm: Extrembedingungen, starke Steigungen und Pisten ohne jede Ladestation. Die Organisatoren sahen daher mobile Ladestationen vor und schlossen auch mit den einzelnen Stadtverwaltungen Vereinbarungen, über 3-polige 32A-Stecker auf das Stromnetz zugreifen zu dürfen.

Renault ZOE All Terrain
Die Serpentinen in Patagonien: ein neues Spielfeld für den ZOE

So entstand „The Green Expedition“, die längste Öko-Rallye der Welt, ein in der Geschichte des Motorsports völlig neues Elektroautorennen. Die Premiere erfolgte im April 2018, den Sieg sicherte sich auch hier ein Renault ZOE. „Die Platzierung ist allerdings nur symbolisch. Was zählt, ist das Experiment, die gewonnene Erfahrung dabei, das Elektroauto aus seinem gewohnten städtischen Umfeld herauszuholen“, erläuterte der Leiter von „The Green Expedition“, Bruno Ricordeau.

Weit mehr als nur ein Stadtauto

Entlang der Andengebirgskette auf der mythischen „Ruta 40“ bewältigten die Teilnehmer dieselben Pisten und Straßen wie die Dakar-Fahrer. Hier allerdings enden die Parallelen, denn die Herausforderungen an den Fahrer sind genau entgegengesetzt. Hier geht es weniger darum, aufs Gaspedal zu drücken, als das Ziel zu erreichen.

Die an der Rallye „The Green Expedition“ teilnehmenden ZOE

„The Green Expedition“ umfasst 20 Etappen von jeweils etwa 250 Kilometern. Eine ebenso sportliche wie auch technologische Herausforderung für ein Elektroauto. Das Erfolgsgeheimnis? Green Driving in Perfektion, gleichmäßige Fahrweise, Laden der Batterie beim Bergabfahren mithilfe der Motorbremse, so viel Energie sparen wie möglich. Und damit den Beweis antreten, dass ein Elektroauto nicht einfach ein Stadtauto ist. Die Teilnahme an der nächsten Ausgabe, 2020, ist beschlossene Sache, und die Vorfreude darauf schon riesig groß.

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