SCHNELLLADEVORGÄNGE ERÖFFNEN EIN NEUES ZEITALTER FÜR ELEKTRISCHE MOBILITÄT

Verfasst von am 03.04.2020 - 3 min

Bei dem erwarteten Boom des Elektrofahrzeugmarkts muss sich ein ganzer Sektor mausern. Zunächst haben Ladestationen eine doppelte Zielvorgabe: Autofahrer brauchen noch praktischere Nutzungsbedingungen und Elektroautos brauchen neue Nutzungsmodelle.

In dieser Hinsicht machen Schnellladevorgänge vieles möglich. Behörden, Privatbetreiber und Hersteller sind sich dessen bewusst und geben deren Verbreitung Priorität.

Was ist ein Schnellladevorgang?

Wie bei unserem Smartphone, das wir am liebsten so schnell wie möglich vollladen, wäre ein zügiges Aufladen des Elektrofahrzeugs manchmal ganz angenehm. Herkömmliche Ladestationen und Ladesysteme für zuhause können ein Elektroauto in einer Nacht oder ein paar Stunden aufladen. Schnellladestationen – mit einer Leistung von mindestens 43 kW – können diese Ladezeit drastisch verringern.

Mit Schnellladestationen können Elektroautobatterien innerhalb von 30 Minuten effektiv aufgeladen werden. So reicht eine kleine Pause, um optimale Reichweite für den Rest der Reise zu gewinnen. Dies eröffnet neue Nutzungsszenarien für Elektrofahrzeuge.

Wovon hängt schnelles Laden ab?

ZOE unter Last

Die Ladezeit eines Elektrofahrzeugs hängt hauptsächlich von zwei Faktoren ab: von den Eigenschaften der Batterie und der verwendeten Ladestation. Bei den Ladestationen unterscheidet man „herkömmliche“ Stationen (mit einer Leistung zwischen 3 und 30 kW mit Wechselstrom, oder „AC“) von Schnellladestationen (von 30 bis über 60 kW Gleichstrom, oder „DC“). Allerdings beschränkt auch die Leistung der Fahrzeugbatterie die Ladegeschwindigkeit. Besonders ausschlaggebend für die Ladezeit des Elektroautos ist die Leistungstoleranz des Ladegeräts.

Diesbezüglich ist die Caméléon-Technologie der Elektrofahrzeuge von Renault von großem Vorteil: dieses intelligente Ladegerät passt sich an die Eigenschaften der AC-Ladestation an, um die höchstmögliche Wattzahl zu erzielen. Der neue Renault ZOE (mit der Z.E. 50 Batterie) ist damit immer noch das Elektrofahrzeug, das an den im öffentlichen Raum Europas meist verbreiteten Ladestationen am schnellsten aufladen kann.

Wie viel kostet ein Schnellladevorgang?

Obwohl sich die Kosten eines Ladevorgangs nur für jedes Elektroauto einzeln berechnen lassen, ist festzustellen, dass die Kosten in Frankreich meistens zwischen 3 und 5 Euro pro 30 Minuten an einer Schnellladestation liegen. Dies macht diesen Dienst sehr zugänglich. In anderen Ländern Europas werden Schnellladevorgänge meistens pro Kilowattstunde berechnet. So kostet beispielsweise eine volle Ladung von 30 kWh ca. 9 € in England und 12 € in Deutschland.

Neben den kostenpflichtigen Stationen entstehen auch immer mehr Parkplätze mit kostenfreien Schnellladestationen (besonders bei Einkaufszentren). So gibt es immer mehr Gelegenheiten, sein Fahrzeug öfter schnell und günstig aufzuladen.

Wo gibt es diese Schnellladestationen?

Autobahntankstelle

Obwohl sich öffentliche Ladestationen immer mehr verbreiten, sind Schnellladestationen vor allem bei längeren Strecken gefragt. Daher werden Schnellladestationen hauptsächlich entlang von Autobahnen und Schnellstraßen angebracht. Dank solchen „Straßenkorridoren“ können auch mehrere Hundert Kilometer lange Strecken sorgenfrei geplant werden.

Mehrere Marken, wie zum Beispiel Ikea oder Lidl, setzen europaweit auf Schnellladestationen für die Kundenbindung. Dank dieser klugen Investition werden Autofahrer während des Ladevorgangs zu Kunden.

Ob an Hauptverkehrsstraßen, in Städten oder Vorstädten… die Betreiber sind bedacht, alle Gebiete abzudecken. Dies freut Elektroautofahrer, die neue Schnellladestationen in ihren Städten oder auf ihrem Weg entdecken.

Schnelles Laden mit dem Renault ZOE

Das erfolgreichste Elektrofahrzeug Europas, der Renault ZOE, ist das ideale Beispiel für die Vorzüge des schnellen Ladens. Der neue ZOE gewinnt bis zu 125 km WLTP*-Reichweite nach 2-stündigem Laden an einer herkömmlichen Ladestation zurück. Mit einer Schnellladestation braucht er nur 30 Minuten, um 150 km WLTP-Reichweite zurückzugewinnen.
Zudem erleichtert Renault mit den Netzdiensten den Zugang zu Schnellladestationen. Die Anwendung MY Renault zeigt alle gemeldeten Ladestationen auf jeder Strecke an.

Dank diesen Diensten und der Leistung seiner Batterie macht der Renault ZOE das schnelle Laden und das elektrische Fahren ganz einfach!

Die Zukunft des schnellen Ladens: das Beste kommt erst noch

Schnelllademöglichkeiten werden durch zahlreiche Initiativen gefördert. Bis 2020 werden 40% aller Ladestationen in Frankreich einen Schnellladevorgang anbieten (heute sind es 10%). Dieser Anteil wurde im Vereinten Königreich bereits im November 2019 erreicht. Dieser Trend begleitet den allgemeinen Aufschwung der Elektrofahrzeuge (Bloomberg New Energy Finance schätzt Elektrofahrzeugverkäufe bis 2025 weltweit auf 11 Millionen).

Aber das ist noch nicht alles. Um Bedürfnisse zukünftiger Fahrzeuge vorwegzunehmen, stellen Hersteller bereits Ultraschnellladestationen auf. Das von Groupe Renault eingeleitete „E-Via E-Flex“-Programm zum Beispiel, soll diese Stationen vorerst entlang der Hauptverkehrsstraßen Südeuropas aufstellen.

Weitere Projekte werden bereits vorbereitet. Es besteht kein Zweifel daran, dass weitere technologische Innovationen schnelles Laden in Zukunft noch fester in unserem Alltag verankern werden.

 

* Die angegebenen Ladezeiten und Reichweiten beruhen auf den Ergebnissen des neuen ZOE bei der WLTP-Zulassung (Worldwide Harmonized Light Vehicles Test Procedure im normalisierten Zyklus: 57% Stadtverkehr, 25% Stadtnahverkehr und 18% Autobahn), welche realistische Nutzungsbedingungen darstellen sollen. Diese Werte gehen jedoch nicht von einem bestimmten Streckentyp nach dem Ladevorgang aus. Die Ladezeit und wiedergewonnene Reichweite hängen ebenfalls von der Temperatur, dem Zustand der Batterie, der von der Station abgegebenen Leistung, dem Fahrstil und dem Ladestand ab. 

 

Copyrights : Christian Fournier, Frithjof OHM

Meistgeteilte Artikel