„Eine Partnerschaft mit der Feuerwehr für die Sicherheit der Elektrofahrzeuge“

Verfasst von am 16.06.2019 - 5 min

Für Groupe Renault hat die Sicherheit ihrer Elektrofahrzeuge oberste Priorität. Claire Petit-Boulanger, Expertin für tertiäre Sicherheit des französischen Herstellers, und Oberstleutnant Christophe Lenglos von der Feuerwehr (SDIS) des Departements Yvelines (SDIS) in der Nähe von Paris, arbeiten seit zwei Jahren eng zusammen. Eine neuartige Partnerschaft, über die uns die beiden Personen berichten.

Wie ist diese Partnerschaft entstanden und woraus besteht sie?

Claire Petit-Boulanger: Groupe Renault arbeitet seit vielen Jahren mit den Rettungsdiensten zusammen, um ihre Bedürfnisse zu erfahren und um möglichst viele Informationen über unsere Autos mit ihnen zu teilen. Schon in den Anfängen des Elektrofahrzeug-Abenteuers – vor fast 10 Jahren bei Renault – wollten wir diese Zusammenarbeit verstärken, um Vorreiter bei der Sicherheit aller unserer Fahrzeuge zu sein.

Claire-petit-boulanger
Claire Petit-Boulanger, Expertin für tertiäre Sicherheit

Christophe Lenglos: Ich bin der erste Feuerwehrmann, der offiziell zu einem Autohersteller entsandt wurde. Dank meiner täglichen Anwesenheit im Engineering- und Designzentrum von Renault beteilige ich mich bereits an der Konstruktion der Fahrzeuge. Das Ziel ist natürlich, sichere Fahrzeuge auf den Markt zu bringen, aber auch die Optimierung dieser Fahrzeuge im Hinblick auf die Rettungseinsätze bei einem Unfall. Gleichzeitig teile ich das Know-how, das ich an der Seite der Ingenieure von Renault erwerbe, mit meinen Feuerwehrkollegen in Frankreich und im Ausland.

Christophe Lenglos
Christophe Lenglos, Oberstleutnant bei der Feuerwehr (SDIS) des Departements Yvelines

Welche Innovationen sind aus dieser Partnerschaft hervorgegangen?

CPB: Dank mehrerer Innovationen ist Renault Spitzenreiter bei der Sicherheit von Elektrofahrzeugen!
Zunächst einmal möchte ich darauf hinweisen, dass jedes unserer Elektrofahrzeuge – unabhängig von der Arbeit mit der Feuerwehr – mit einem Überwachungssystem namens „Battery Management System“ versehen ist. Diese Technologie verhindert einen Temperaturanstieg und beseitigt das Risiko eines internen Batteriebrands gänzlich. Die Sicherung der Batterie ist in der Tat besonders anspruchsvoll.

Zusätzlich haben wir gemeinsam mit der Feuerwehr eine sehr effektive Lösung entwickelt, damit die Rettungsmannschaften einen durch ein Feuer von außen verursachten Batteriebrand schnell und endgültig löschen können: den „Fireman Access“. Heute ist Renault der einzige Hersteller, der diese Lösung anbietet. Alle unsere Elektrofahrzeuge sind mit zwei wärmeempfindlichen Teilen ausgestattet, die einander gegenüberliegen – eines am Fahrgestell, das andere an der Batterie. Wenn das Fahrzeug brennt, schmelzen sie, so dass ein Loch und damit ein direkter Zugang für den Feuerwehrschlauch zur Batterie entsteht. Die Batterie wird dann in weniger als einer Minute unter Wasser gesetzt.

ZOE Elektroauto-Batterie

CL: Im Gegensatz zu den Elektrofahrzeugen von Renault, die mit einem „Battery Management System“, das jegliche Selbstentzündung verhindert, und einem „Fireman Access“ , der im Brandfall hilfreich ist, ausgestattet sind, kann das Löschen eines anderen Modells viele Stunden dauern und eine Sperrung der Fahrbahn erfordern.

 
Im Gegensatz zu den Elektrofahrzeugen von Renault, die mit einem „Battery-Management-System“, das jegliche Selbstentzündung verhindert, und einem „Fireman Access“, der im Brandfall hilfreich ist, ausgestattet sind, kann das Löschen eines anderen Modells viele Stunden dauern.
Christophe Lenglos Oberstleutnant bei der Feuerwehr des Departements Yvelines

Welche anderen Möglichkeiten werden genutzt, um den Einsatz der Rettungskräfte zu erleichtern?

CL: Vergessen wir nicht den „Service Plug“! Das ist ein Trennsystem, mit dem die Feuerwehrleute die Batterie nach einem starken Aufprall elektrisch isolieren können, um sicher mit ihren Rettungsgeräten arbeiten zu können. Bei allen Elektrofahrzeugen von Renault ist dieses System so positioniert, dass wir es leicht betätigen können, ohne eventuelle Verletzte bewegen zu müssen.

CPB: Und für alle unsere Fahrzeuge, ob elektrisch oder nicht, erstellen wir Entscheidungshilfen in Form von Datenblättern für die Feuerwehrleute, so dass sie im Einsatzfall schnell über alle Merkmale des Fahrzeugs informiert sind, vor allem bei schwierigen Einsätzen.
Die Feuerwehr hat mittels einer speziellen App direkt am Unfallort Zugang zu diesen Informationen. Renault hat mit der Feuerwehr auch an der Entwicklung dieser App – der sogenannten „Rescue Code“ – zusammengearbeitet.

Feuerwehr

CL: Damit die Rettungskräfte noch mehr Zeit gewinnen, ist bei Renault ein digitaler „Rescue Code“-Aufkleber erhältlich, der auf die Windschutzscheibe und die Heckscheibe geklebt wird. Wenn dieser Aufkleber von der Feuerwehr gescannt wird, gibt er sofortigen Zugriff auf die Informationen über das betreffende Fahrzeug. Bei einem Elektroauto enthalten diese Informationen die Lage der Batterie, ihres „Service Plugs“ sowie der elektrischen Kabel.

Diese Innovationen sind in einer speziellen Konstruktionsrichtlinie für die Elektrofahrzeuge von Renault zusammengefasst. Was hat es damit auf sich?

CPB: Wir haben technische Regeln für die Konstruktion von Elektrofahrzeugen im Rahmen einer Großserienproduktion erarbeitet, die über die aktuellen Normen für die tertiäre Sicherheit hinausgehen. Jedes Konstruktionsprogramm von Renault muss sie anwenden.

CL: Diese technischen Regeln und technologischen Innovationen zeigen, dass Renault die Sicherheitsanforderungen in die Konstruktion seiner Elektrofahrzeuge integriert, um die Sicherheit der Benutzer zu gewährleisten.
Und sie spielen eine Vorreiterrolle! So müssen beispielsweise seit 2020 auf Anregung der Organisation EuroNCAP alle neuen Modelle mit Informationsdaten für die Rettungskräfte im ISO-Format ausgestattet werden, nach dem Vorbild des von Renault in Zusammenarbeit mit der Feuerwehr initiierten Systems.

CPB: Zusätzlich zu diesen hervorragenden Ergebnissen trägt die enge Partnerschaft zwischen Renault und der Feuerwehr zur kontinuierlichen Weiterbildung der Einsatzkräfte bei, indem ein regelmäßiger Austausch stattfindet, durch den die Feuerwehrleute über alle neuen Entwicklungen, die sich auf ihre Einsätze auswirken könnten, auf dem Laufenden bleiben.

 

Copyrights: Renault communication, Jean-Christophe MOUNOURY, Renault Design, Pagecran, Adobe Stock

 

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