Carsharing in der Gesundheitskrise: eine beliebte Mobilitätslösung

Verfasst von am 11.05.2021 - 3 min

Während gemeinsam genutzte Verkehrsmittel angesichts von COVID-19 einige berechtigte Bedenken hervorrufen könnten, ist das Interesse am elektrischen Carsharing gestiegen. Diese Mobilitätslösung erfüllt alle notwendigen Präventivmaßnahmen, um die Sicherheit der Nutzer zu gewährleisten.

Elektrisches Carsharing wird immer populärer

Vor der globalen Gesundheitskrise war Carsharing auf dem Vormarsch. Sein kontinuierliches Wachstum wurde vor allem durch zwei Faktoren vorangetrieben, die von der wirtschaftlichen Situation unbeeinflusst waren: Erstens durch eine zunehmende Anzahl von lokalen Behörden, die mit sogenannten Low Emission Zones, also Niedrigemissionszonen, Luftverschmutzung und Verkehrsstaus reduzieren wollen und daher die Zufahrt für umweltschädlichere Fahrzeugklassen begrenzen bzw. verbieten, oder kostenlose Parkplätze für gemeinsam genutzte Autos einführen, usw. All diese Maßnahmen kommen dem Elektro-Carsharing zugute. Zweitens durch die boomende Sharing Economy – ein Trend, der besonders bei den 15- bis 35-Jährigen von Bedeutung ist. Junge Stadtbewohner wollen sich nicht mehr den Zwängen eines eigenen Autos aussetzen, das sie kaum nutzen. Erst recht nicht, wenn die Reisemöglichkeiten eingeschränkt sind!

Zity

Frühjahr 2020: Die Pandemie tritt auf die Bremse

Zwar ist das Interesse an Carsharing nach wie vor groß, dennoch hat der Lockdown im Frühjahr 2020 dessen Entwicklung deutlich gebremst. Der Grund ist einfach: Wegen der Gesundheitskrise reisen wir viel weniger!

Überall musste der Roll-out neuer Dienste gestoppt werden. Die zahlreichen kleinen und jungen Start-ups im Mobilitätssektor wurden durch diese abrupte Abschaltung besonders hart getroffen.

Die Renault Group hat sich entschieden, Negatives in Positives umzuwandeln. Ab Ende März 2020 wurde ein Teil der Flotte des Free Floating Elektro-Carsharing-Dienstes ZITY – der nach Madrid auch in Paris starten sollte – dem Gesundheitspersonal der Assistance Publique – Hôpitaux de Paris (AP-HP, das öffentliche Krankenhaussystem von Paris) und den Freiwilligen des Roten Kreuzes, die im Kampf gegen COVID-19 mobilisiert wurden, kostenlos zur Verfügung gestellt. Diese Partnerschaft mit den Pariser Krankenhäusern besteht übrigens auch heute noch, in Form von Vorzugstarifen.

Carsharing: ein sicherer Weg zu reisen

Ab Mai 2020 startete dann die Rückkehr zu dem durch den Lockdown unterbrochenen Trend. Sobald die einzelnen Länder ihre Lockdown-Maßnahmen aufhoben, stiegen Pendler und Reisende in großer Zahl auf Carsharing um: ein Verkehrsmittel, das als beruhigend empfunden wird, weil der Fahrer entweder allein oder mit engen Freunden/Verwandten unterwegs ist. Carsharing zog daher schneller neue Kunden an als Taxis oder öffentliche Verkehrsmittel, die mit Fremden geteilt werden. “Am 20. Mai startete die Renault Groupe mit ZITY in Paris. Und seit dem Frühsommer haben die meisten Carsharing-Dienste wieder das Aktivitätsniveau von vor der Schließung erreicht”, erklärt Vincent Carré, Direktor des Carsharing-Geschäfts der Renault Gruppe. “Dieser positive Trend hat sich im Herbst fortgesetzt, obwohl Europa in eine weitere Periode eingeschränkter Mobilität eintritt.” Schon heute vertrauen monatlich zwischen 5000 und 10.000 neue Kunden auf den ZITY-Service in Madrid und fast 2000 in Paris.

 
“Am Ende des Jahres lag die Carsharing-Aktivität bei etwa 70-90% des Niveaus vor dem Lockdown, im Vergleich zu 40-50% bei Taxis und öffentlichen Verkehrsmitteln."
Vincent Carré Direktor für Carsharing bei der Renault Gruppe.

Eine strenge Gesundheits- und Sicherheitspolitik

Die Nutzer des Carsharings werden durch das eingeführte Hygieneprotokoll beruhigt. Während des Lockdowns im Frühjahr 2020 konnte die Renault Group dank der Fahrzeugvergabe an Gesundheitspersonal und Freiwillige des Roten Kreuzes die strengen Desinfektionsmaßnahmen optimieren. Ab Mai konnte der Service unter strikter Einhaltung der staatlichen Vorschriften wieder aufgenommen werden. Die Kunden werden aufgefordert, vorbeugende Maßnahmen zu ergreifen, wie das Tragen einer Maske, das Waschen der Hände, das Auftragen von Handdesinfektionsmitteln und die Verwendung von Desinfektionstüchern. Darüber hinaus werden die Fahrzeuge bei jedem Lade- und Wartungsvorgang von den ZITY-Teams vollständig desinfiziert. Bei der Abholung eines Fahrzeugs sind die Jockeys (das Wartungspersonal) durch eine Maske geschützt und müssen auf ausreichend Sicherheitsabstand achten.

Carsharing – ein zukunftsweisendes Modell

Während die Ausbreitung des Carsharings durch die Gesundheitskrise zwar verlangsamt wurde, hat sie keine Schwächen des Modells selbst offenbart. Im Gegenteil: Angetrieben von einem dauerhaften Trend und durch das Sicherheitsgefühl der Nutzer hält es sich viel besser als insbesondere der öffentliche Nahverkehr. Wenn die Menschen wieder in der Lage sind, so zu reisen, wie sie wollen, wird die Entwicklung des Carsharings wohl noch einen Gang höher schalten.

 

Copyrights : LEMAL Jean-Brice, PLANIMONTEUR

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