Der Verbrauch eines Plug-in-Hybrids oder PHEV

Verfasst von am 09.04.2020 - 5 min

Plug-in-Hybride oder PHEV (Plug-in Hybrid Electric Vehicle) haben eine hochleistungsfähige Batterie, die extern aufgeladen werden kann. Ihre Reichweite ist so groß, dass die alltäglichen Fahrten ohne Verbrennungsmotor bewältigt werden können. Wie wird der Verbrauch eines Plug-in-Hybrids jedoch berechnet?

Was ist der Unterschied zwischen einem Hybrid und einem Plug-in-Hybrid?

Renault Captur
Das Prinzip des Hybrids besteht darin, einen Verbrennungsmotor mit einem oder mehreren Elektromotoren zu kombinieren, wobei diese gleichzeitig oder abwechselnd arbeiten können. Unter den Hybriden wiederum unterscheidet man zwei Gruppen: solche mit und solche ohne Ladeanschluss.

Der herkömmliche Hybrid oder HEV (Hybrid Electric Vehicle) verfügt über eine Batterie mit geringer Kapazität (einige Kilowattstunden), die sich ausschließlich durch Energierückgewinnung in den Phasen der Verlangsamung auflädt. Bei diesen nicht extern aufladbaren Hybriden kommt der Elektromotor hauptsächlich beim Anlassen, Rangieren und auf kurzen Strecken mit geringer Geschwindigkeit zum Einsatz. Bei einem Hybrid, wie dem künftigen Clio E-Tech von Renault, ist der Elektromotor außerdem in der Lage, den Verbrennungsmotor bei Beschleunigungen zu unterstützen, so dass dem Fahrer insgesamt mehr Leistung zur Verfügung steht. Dieser kombinierte Betrieb verbessert sowohl den Fahrkomfort als auch den Kraftstoffverbrauch (bis zu 40 % weniger Kraftstoff in der Stadt).

Ein Plug-in-Hybrid oder auch PHEV (Plug-in Hybrid Electric Vehicle) hat genau die gleichen Vorteile, jedoch einen leistungsstärkeren Elektroantrieb und eine Batterie mit größerer Kapazität, die separat über einen externen Anschluss aufgeladen werden kann. Der 2020 auf dem Markt eingeführte Renault Captur E-Tech Plug-In beispielsweise ist mit einer 9,8 kWh-Batterie ausgestattet, die im Elektrobetrieb eine Reichweite von 45 Kilometern mit einer Geschwindigkeit bis zu 135 km/h in kombinierter Nutzung (WLTP*), und von rund 65 Kilometern bei einer Nutzung im Stadtgebiet (WLTP City) gewährleistet.

Mit einem Plug-in-Hybrid kann man also seine täglichen Strecken rein elektrisch ohne Einsatz des Verbrennungsmotors zurücklegen und die Batterie zuhause oder bei der Arbeit wieder aufladen.

Wovon hängt der Energieverbrauch eines Plug-in-Hybrids ab?

Wie auch bei einem Verbrennungsfahrzeug hängt der Verbrauch eines Plug-in-Hybrids von physikalischen und äußeren Faktoren ab, wie beispielsweise dem Gewicht oder der Aerodynamik. Die Topographie der Strecke spielt, wie auch beim Verbrenner, eine große Rolle: Das Überqueren eines Gebirgspasses im Schnee ist natürlich weitaus energieaufwendiger als eine Spazierfahrt im Sommer auf flachem Land.

Vor allem aber hängt der Verbrauch vom Fahrverhalten des Nutzers ab. Eine ruhige Fahrweise mit sanfter Beschleunigung und vorausschauendem Bremsen trägt dazu bei, die Reichweite der Batterie in den rein elektrischen Phasen zu erhalten. In den kombinierten Phasen sorgt sie für einen angemessenen Kraftstoffverbrauch und maximiert die Effizienz des regenerativen Bremsens, bei dem die Batterie aufgeladen wird.

Um seinen Kraftstoffverbrauch niedrig zu halten, sollte der Nutzer sein Plug-in-Hybrid schnellstmöglich wieder ans Netz anschließen. So sichert er sich einen maximalen Aktionsradius im Elektromodus, ohne den Verbrennungsmotor einsetzen zu müssen.

Der Verbrauch eines Plug-in-Hybrids auf der Autobahn

Vue aérienne autoroutes Shangai
Auf der Autobahn fahren die Autos theoretisch mit einer konstanten Geschwindigkeit zwischen 110 und 130 km/h. Hier sind die Phasen des regenerativen Bremsens seltener als in einem herkömmlichen Fahrzyklus, sodass aufgrund der Länge der Strecke der Verbrennungsmotor zu bevorzugen ist. Dennoch sorgt das Zuschalten des Elektromotors beim Beschleunigen, Überholen oder erneuten Anlassen des Autos nach einer Pause auf dem Rastplatz oder der Mautstelle für deutliche Energieeinsparung. Mit einer Spitzengeschwindigkeit von 135 km/h im rein elektrischen Fahrbetrieb kann der Renault Captur E-Tech Plug-In theoretisch auch kurze Autobahnstrecken ohne Verbrennungsmotor bewältigen.

Was kostet das Laden eines Plug-in-Hybrids an einer Haushaltssteckdose?

Die Kosten für das Laden eines Plug-in-Hybrids zuhause hängen von der Größe der Batterie ab. Legt man einen Kilowattstundenpreis von 0,15 Euro/kWh zugrunde, wie dies beim französischen Stromanbieter EDF (Électricité de France) der Fall ist, kostet das Laden einer 9,8 kWh-Batterie eines Captur E-Tech Plug-In in Frankreich rund 1,47 Euro. Die tatsächlichen Kosten sind jedoch je nach Stromanbieter unterschiedlich hoch und hängen auch davon ab, ob Niederstromtarife genutzt werden können. In Deutschland muss man für das Aufladen mit ungefähr 3 Euro rechnen, in Großbritannien mit 2 Euro. In der Ukraine ist der Strom mit einem Kilowattstundenpreis von 0,05 Euro am günstigsten, was die Ladekosten auf 0,50 Euro senkt.

Was kostet das Laden eines Plug-in-Hybrids an den öffentlichen Ladestationen in Frankreich?

Marquage sol zone de chargement
In Frankreich werden die Ladekosten an einer öffentlichen Ladestation im allgemeinen nicht nach dem Kilowattstundenpreis, sondern nach der Ladedauer berechnet. Je nach Region und Land sind an den öffentlichen Ladestationen mehrere Zahlungsmethoden verfügbar, die sich nach Leistung und Abrechnungsmethode richten. Oft wird mit einer speziellen Ladekarte gezahlt, die an einen Vertrag geknüpft ist. Auf den Parkplätzen einiger Einkaufszentren, wie Ikea, Lidl oder Auchan, kann man auch kostenlos laden.

Wie unterscheiden sich die Ladekosten für Plug-in-Hybride in den europäischen Ländern?

Der durchschnittliche Strompreis in den 28 europäischen Ländern liegt bei ungefähr 0,21 Euro/kWh, wobei er in Bulgarien mit 0,10 Euro/kWh am günstigsten, und in Dänemark mit 0,30 Euro/kWh am teuersten ist. Deutschland war 2018 zweitteuerstes europäisches Land und könnte wegen Steuererhöhungen seitens der Regierung Dänemark bald den Rang ablaufen. Im zweiten Halbjahr 2018 belegte Frankreich in der Liste der teuersten Länder Europas den zwölften Platz.

 

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