Wie lange ist die Lebensdauer der Batterie von Elektroautos ?

Verfasst von am 11.03.2021 - 5 min

Dank der großen Fortschritte, die Jahr für Jahr gemacht werden, haben Lithium-Ionen-Batterien ein sehr langes Leben vor sich. Aber wie lange hält eine Batterie genau? Welche Tipps gibt es, um die Lebensdauer so weit wie möglich zu verlängern? In diesem ausführlichen Ratgeber lüften wir das Geheimnis rund um die erstaunliche Langlebigkeit der Lithium-Ionen-Batterie.

Die durchschnittliche Lebensdauer einer Elektroauto-Batterie

Wie gut übersteht ein Elektroauto die Anforderungen des Alltags? Wird das hauptsächlich von der Lebensdauer der Batterie bestimmt? Diese Fragen befeuern Diskussionen rund um das Elektrofahrzeug… Dabei sollte man aber stets darauf achten, nicht Äpfel mit Birnen zu vergleichen. 

Autobatterie, Elektroauto-Batterie, Lebensdauer des Motors – lassen Sie uns das nicht durcheinanderbringen!

Die Antriebsbatterie eines Elektroautos ist nicht mit der herkömmlichen Autobatterie zu vergleichen, die Sie im Motorraum neben einem Verbrennungsmotor finden. Auch die Lebensdauer des Elektromotors sollte nicht mit jener der Antriebsbatterie verwechselt werden. Der Motor eines Elektrofahrzeugs hat theoretisch eine sehr lange Lebensdauer. Bei der Frage nach der Lebensdauer eines Elektroautos geht es in erster Linie also um die Langlebigkeit der Antriebsbatterie. 

Wie hoch ist die Lebensdauer einer Lithium-Ionen Batterie?

Es gibt verschiedene Arten von Batterien für Elektroautos. Heutzutage werden die meisten batterieelektrischen Fahrzeuge von sogenannten “Lithium-Ionen-Batterien” angetrieben. Diese ähneln den Energiespeichern, die Laptops und Smartphones antreiben, haben aber eine viel größere Kapazität!

Wenn wir über deren Haltbarkeit sprechen wollen, müssen wir uns den „inneren Werten“ dieser Elektroauto-Batterien zuwenden und gleichzeitig die sehr hohen Standards der Hersteller berücksichtigen, die für den automobilen Einsatz vorgegeben werden. Selbst das Ende der “automobilen Lebensdauer“ der Lithium-Ionen-Batterien bedeutet nicht, dass ihre Kapazität plötzlich erlischt. Vielmehr nimmt sie mit der Anzahl der Lade- und Entladezyklen allmählich ab.

Als Pionier der Elektromobilität schätzt die Groupe Renault die Lebensdauer ihrer Batterien – für den automobilen Einsatz – auf etwa zehn Jahre. Das bedeutet aber nicht das Ende der Lebensdauer der Batterie. Sie hat in ihrem “zweiten Leben” noch reichlich Energie übrig, die für weitere zehn Jahre in anderen Anwendungsfeldern reicht: als stationärer Energiespeicher, zur Elektrifizierung von Fahrzeugen, zur Versorgung mit grünen Strom im Nahbereich etc.

Welche Faktoren beeinflussen die Reichweite einer Batterie?

zoé opladen

Klima

Die Temperatur hat einen erheblichen Einfluss auf Lithium-Ionen-Batterien, aber es ist wichtig, zwischen langfristigem Batterieverschleiß (über die Lebensdauer) und kurzfristiger Batterieleistung (vor allem die Ladezeit) zu unterscheiden. Langfristig kann sich Wärme negativ auf die Lebensdauer der Batterie auswirken, während sie die Leistung nicht beeinträchtigt. Umgekehrt können sehr niedrige Temperaturen einen Einfluss auf die kurzfristige Leistung von Elektrofahrzeugbatterien haben. Auf die Lebensdauer der Batterie hat dies jedoch keinen Einfluss, d.h. auch häufige extreme Kälte verkürzt die Lebensdauer nicht.

Längere Standzeiten

Auch andere Faktoren spielen eine Rolle. Dies mag offensichtlich erscheinen, aber es ist dennoch wichtig zu bedenken, dass der Verschleiß der Batterie dann auftritt, wenn sie in Gebrauch ist! Allerdings können auch lange Standzeiten bei hohen Temperaturen und/oder bei vollgeladener Batterie negative Auswirkungen auf die Lebensdauer der Batterie haben.

Ladezyklen und deren Häufigkeit

Auch Erhaltungsladungen oder häufiges Laden im Allgemeinen beeinflusst die Lebensdauer der Batterie. So können sich kurze, aber häufige Ladevorgänge – beispielsweise um stets die volle Reichweite zur Verfügung zu haben – auf lange Sicht ebenfalls negativ auswirken. Schließlich verschlechtert sich der Zustand der Batterie, wenn sie zu oft Wärme erzeugt, was bei häufigem Laden, besonders an ultraschnellen Ladestationen, der Fall ist.
Aber alle diese Faktoren können mit den richtigen Nutzungsgewohnheiten kontrolliert werden.

Die Wartung einer Elektroauto-Batterie

Gibt es Regeln, die man beachten sollte, um das Leben einer Lithium-Ionen Batterie nicht vorzeitig zu beenden? Tatsächlich gibt es einige Dos und Don’ts, um Ihren Energiespeicher in Form zu halten.

Einige Ratschläge zur Pflege und Altersvorsorge Ihrer Batterie

Schon mit wenigen Dos und -Don’ts können sie die Lebensdauer Ihrer Batterie optimieren. So ist es beispielsweise ratsam, ein Fahrzeug, das für längere Zeit geparkt wird, vor direkter Sonneneinstrahlung und erhöhten Temperaturen zu schützen. Ebenfalls wichtig: Parken Sie das Fahrzeug nicht mit einem Akkustand von 100 %, sondern unter 80 %. Das ist zwar nicht zwingend notwendig, hilft auf lange Sicht aber ebenfalls! 

Auch Zurückhaltung bei der Ladehäufigkeit zahlt sich aus: Für Fahrten von unter 50 Kilometern pro Tag müssen Sie Ihr Elektroauto nicht jeden Abend vollladen. Einmal pro Woche sollte ausreichen. Nutzen Sie die Batterie über ihre gesamte Kapazitätsspanne, anstatt durch häufiges Laden stets einen vollen Speicher „mitzuschleppen“.

Um den Fahrern von Elektroautos das Leben leichter zu machen, bieten die Hersteller in der Regel Apps oder Online-Plattformen an, um das Fernladen zu steuern. Bei Renault zum Beispiel kann man mit der MY Renault App den Ladevorgang programmieren, dessen Fortschritt verfolgen und den Stromverbrauch einsehen. Eine beliebte Möglichkeit ist beispielsweise das Aufladen des Fahrzeugs zu Niedriglastzeiten. Beim Laden an Schnellladestation, beispielsweise an Hauptverkehrsstraßen oder Autobahnen, ist es ratsam, nur bis 80 % der Gesamtkapazität zu laden. Das ist gleich doppelt sinnvoll: Die Anbieter rechnen in der Regel nach Zeiteinheiten ab, und die Ladegeschwindigkeit wird zwischen 80 und 100 % deutlich reduziert. Man spart so also Geld und Zeit. Alle über MY Renault zugänglichen Ladeinformationen helfen dem Fahrer, ein gutes Batteriemanagement zu entwickeln, um die Batterie so lange wie möglich in gutem Zustand zu halten.

Welche Ladeleistung ist für ein langes Batterieleben am besten geeignet?

Wie lädt man eine Elektroauto-Batterie richtig auf? Die Art des Ladens eines Elektroautos, also die von der Ladesäule gelieferte Leistung, spielt tatsächlich eine Rolle dabei, wie lange die Batterie hält. Das Laden an “Combo CCS”-fähigen Schnellladesäulen, wie sie etwa an Autobahnen zu finden sind, liefert viel Energie in kurzer Zeit. Es ist jedoch nicht empfehlenswert, ausschließlich so zu laden, da hierbei tendenziell Wärme in der Batterie erzeugt wird. Renault begegnet diesem Problem mit aktiver Belüftung beim ZOE und Wasserkühlung beim Twingo Electric. Auch kann das oft nach Minuten abgerechnete Schnellladen teuer werden. An öffentlichen Orten sollten die AC-Ladesäulen bevorzugt genutzt werden – sie sind am häufigsten zu finden und eignen sich hervorragend für den täglichen Gebrauch.  Bevorzugen Sie wenn möglich Ladestationen mit geringerer Leistung – so hält Ihre Lithium-Ionen-Batterie länger und die Ladekosten bleiben gering.

RENAULT MASTER Z.E.

Wie wird eine Elektroauto-Batterie ersetzt?

Die Antriebsbatterie eines Elektroautos unterscheidet sich grundlegend von den „herkömmlichen“ Autobatterien, die sie im Geschäft um die Ecke kaufen und problemlos selbst einbauen können. Die Batterieeinheit eines Elektrofahrzeugs ist unhandlich, schwer, kaum zugänglich und kann nicht einfach von einem Ort zum anderen transportiert werden. Ihre Zellen enthalten eine große Menge an Elektrizität, was den Umgang mit ihr ohne die richtige Ausrüstung und Werkzeuge gefährlich macht. Das Auswechseln einer Antriebsbatterie, das nicht zur normalen Wartung eines Elektroautos gehört, kann nicht ohne zertifizierten Mechaniker in einer zertifizierten Werkstatt durchgeführt werden.

Das zweite Leben einer Batterie

Hat die Lithium-Ionen-Batterie das Ende ihrer “automobilen” Verwendung erreicht, ist sie bereit für ein zweites Leben. Ihre Leistung reicht noch locker aus, um eine Reihe von Aufgaben zu erfüllen – beispielsweise die stationäre Energiespeicherung. Renault baut mit großen Ambitionen in Sachen Kreislaufwirtschaft sein Werk in Flins, Frankreich, um eine sogenannte „Re-Factory“ zu errichten – Europas erste Fabrik für Kreislaufwirtschaft im Bereich Mobilität. Außerdem führt der Hersteller vielversprechende Experimente in Belle-Île-en-Mer und Porto Santo durch. Diese Inseln, die früher auf fossile Brennstoffe angewiesen waren, werden allmählich zu wirklichen „Smart Islands“. Sie sind dienen als Labor für groß angelegte Tests zur lokalen Speicherung und Verteilung von grünem Strom aus erneuerbaren Energiequellen mithilfe von Elektroauto-Batterien.

Andere Programme, wie z.B. Advanced Battery Storage, nutzen die Batterien von Elektrofahrzeugen, um das Stromnetz in Echtzeit auszugleichen, so dass möglichst viel kohlenstoffarmer Strom eingespeist werden kann. Eine weitere Initiative auf der Seine in Paris umfasst wiederaufbereitete Batterien, die in die Sportboote im Pariser Yachthafen eingebaut werden. 

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Die zwei Leben von Batterien

Batterierecycling

Nachdem geprüft wurde, ob eine Batterie repariert oder für andere Zwecke in einem zweiten Lebenszyklus verwendet werden kann, bezahlt und organisiert die Groupe Renault das Recycling durch ihre zertifizierten Partner. Das Recycling von Elektroauto-Batterien unterliegt besonders strengen Vorschriften und muss eine Reihe von Anforderungen erfüllen. Im Gegensatz zu den Batterien anderer Geräte werden alle Batteriezellen, die das Elektrofahrzeug antreiben, wiederverwertet. Das garantiert eine Rekordeffizienz beim Recycling. Nicht zuletzt wird so auch die Rückgewinnung von Edelmetallen wie Nickel und Kobalt ermöglicht.

Wie sieht die Zukunft von Elektroauto-Batterien aus?

Wird die Zukunft ganz im Zeichen von Feststoffbatterien stehen? Sie unterscheiden sich von Lithium-Ionen-Batterien durch feste anstatt von flüssigen Elektrolyten und ermöglichen Elektrofahrzeugen eine höhere Energiespeicherkapazität. Aber sie sind nicht die einzige Lösung. Renault setzt auf mehrere Technologien, die sich gegenseitig ergänzen. Beispielsweise beim Wasserstoffauto mit Brennstoffzelle!

Auch an den aktuellen Batterietechnologien wird kontinuierlich gefeilt. Seit vielen Jahren arbeitet Renault an der Optimierung der Architektur und der chemischen Zusammensetzung seiner Energiespeicher, um die Dichte zu erhöhen und mehr Energie auf gleichem Raum unterzubringen – etwa beim Renault ZOE. Hinzu kommen Innovationen die darauf abzielen, den Einfluss externer Faktoren auf die Langlebigkeit zu reduzieren, wie das Wasserkühlsystem der Batterie des Twingo Electric. Ein zweites Leben der Elektroautobatterie, beispielsweise zur Speicherung von grünem Strom aus schwankenden erneuerbaren Quellen, verlängert das Batterieleben zusätzlich und steht voll im Einklang mit dem Ansatz der Kreislaufwirtschaft.

 

Copyrights: Pogonici, Jean-Brice LEMAL, Frithjof OHM

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