Wovon hängen die Ladekosten eines Elektroautos ab?

Verfasst von am 09.01.2019 - 5 min

Tags :

Die im Alltag anfallenden Kosten für das Laden eines Elektroautos hängen in erster Linie von der Art der benutzten Ladestation ab. Wir erklären, wie Sie die Ladekosten an einer Heim-Ladestation oder einer öffentlichen Ladestation berechnen können.

Die meisten Elektroautos werden derzeit für tägliche Kurzstrecken benutzt. Man lädt sie nachts zuhause oder tagsüber bei der Arbeit auf.

Dennoch zögert so mancher mit dem Kauf eines Elektroautos, weil der Eindruck entsteht, dass die Reichweite für lange Fahrten, zum Beispiel Urlaubsreisen, nicht ausreicht. Einige befürchten, dass sie im Bedarfsfall unterwegs nicht laden können und dies zu teuer wird. Dabei wird das Netzwerk der öffentlichen Ladestationen kontinuierlich und in rasantem Tempo ausgebaut. 2019 gab es in Europa bereits 170 000 zugängliche Ladestationen. Ende 2020 werden es schon 500 000 sein. Diese Zahl dürfte sich in den kommenden 10 Jahren vervierfachen.

Was die Preise angeht, klafft die Spanne auseinander. Wir erklären Ihnen, wie Sie Ihre Ladekosten zuhause oder unterwegs möglichst genau berechnen können.

Kompteur-Kilowattheur

Was kostet das Laden Ihres Elektroautos zuhause?

Bei einer Heim-Ladestation können Sie die Kosten für das Laden Ihres Autos ganz einfach berechnen, wobei allerdings die Aufwendungen für den Kauf und die Installation Ihrer Wallbox unberücksichtigt bleiben: Multiplizieren Sie die Gesamtkapazität der Elektroautobatterie mit dem von Ihrem Stromanbieter in Rechnung gestellten Kilowattstundenpreis (kWh).
Die Kosten für das komplette Aufladen eines Elektroautos hängen von der Kapazität seiner Batterie ab, das heißt, von der Menge an Energie, die sie speichern kann.

Auf einer identisch langen Strecke sind die Kosten für ein Elektroauto niedriger als für einen Benziner oder Diesel mit Verbrennungsmotor. Sie belaufen sich in Frankreich* für ein zuhause aufgeladenes Elektroauto mit einem Verbrauch von durchschnittlich 15 kWh pro 100 Kilometer auf 2,25 Euro für eben diese Strecke. In England, wo die Stromtarife etwas höher sind, liegen sie bei knapp 3 Euro.
Wohingegen ein Stadtauto mit Verbrennungsmotor mit einem Standardverbrauch von 5 l pro 100 Kilometer auf der gleichen Strecke über 7,50 Euro kostet. Ein deutlicher Unterschied!

Die Ladekosten für den ZOE

Das komplette Aufladen einer 52 kWh-Batterie, wie zum Beispiel der Z.E 50-Batterie des neuen Renault ZOE, kostet auf der Grundlage des regulären Strompreises in Frankreich rund 7,50 Euro.
Da das Aufladen an einer Standardsteckdose zu Überhitzung führen kann, sollte nur sporadisch auf diese Lösung zurückgegriffen werden. Weitaus sicherer und zuverlässiger ist die Wallbox-Heimladestation, die den ZOE pro Stunde mit einer Reichweite von 40 km versorgt.

Im Idealfall sollte man in Nebenlastzeiten laden (falls der Stromvertrag dies zulässt) und die Stromrechnung durch nächtliches Stromtanken senken. Ein guter Ladezeitpunkt ist, wenn alle anderen Elektrogeräte ausgeschaltet sind, und somit eine Überlastung des Stromnetzes vermieden wird.
Zur Orientierung: Der reglementierte Stromtarif in Frankreich gehört zu den niedrigsten in Europa. Er lag 2019 bei 0,145 Euro pro Kilowattstunde. In England kostet die Kilowattstunde 0,21 Euro, in Italien 0,23 Euro. In Deutschland liegt der Stromtarif 2020 mit 0,30 Euro pro Kilowattstunde weitaus höher.
Die Installation einer intelligenten Ladestation, die das Laden steuern kann, ermöglicht die Nutzung günstiger Tarife. Doch manchmal reicht auch eine passende App: Die in einigen Ländern zur Verfügung stehende Renault-App Z.E. Smart Charge ermöglicht das intelligente Laden des Fahrzeugs zu Zeiten, in denen im Netz am meisten Strom zur Verfügung steht, das heißt, wenn er am günstigsten und am umweltfreundlichsten ist. Außer Haus hängen die Ladekosten darüber hinaus von der Art der benutzten Ladestation ab.

Kostenlose Ladesäulen

Um die Energiewende zu beschleunigen, sind einige Ladestationen für Elektroautos kostenlos.
Es gibt Kommunen, die schon seit langem kostenlose Ladestationen auf ihren städtischen Parkplätzen anbieten. Auch auf den Parkplätzen von Einkaufszentren und Supermärkten sind die Ladesäulen kostenlos. Um sie zu nutzen, muss man sich oft vorher am Empfang des Geschäfts melden. Für alle Länder gilt jedoch, dass diese Ladestationen nur während der Öffnungszeiten der Einkaufszentren und Supermärkte kostenlos zur Verfügung stehen und dass immer häufiger nach Minuten abgerechnet wird.
Auf bestimmten Parkplätzen ist nicht nur das Laden kostenfrei, sondern auch das Parken. Grundsätzlich wird an den Ladestationen der Parkplätze mindestens ein Ladevorgang zum Vorzugstarif angeboten.

Die Ladekosten an öffentlichen Ladestationen

Nouvelle ZOE

An öffentlichen Ladestationen kann der Preis unterschiedlich hoch sein und sich auch nach der Leistungsfähigkeit der Ladesäule richten. Für die bequeme und günstige Nutzung der Ladestationen eines ganzen Netzes empfiehlt sich eine Mitgliedskarte oder ein spezielles Jahresabonnement. Auf dem Markt sind mehrere solcher Abonnements erhältlich. Sie sind besonders praktisch, da man damit bei verschiedenen europäischen Betreibern ohne vorherige Formalität Strom tanken kann. Der Tarif hängt vom Betreiber ab.

In Frankreich wird das Stromtanken nach Zeit berechnet. In allen anderen Ländern, wie zum Beispiel Großbritannien, liegt dem Ladepreis die Kilowattstunde sowie die Leistungsfähigkeit der Ladesäule zu Grunde. Das Laden erfolgt in der Regel in 15-Minuten-Schritten oder auf Pauschalbasis. Das Angebot ist breit angelegt, so findet man Tarife von 0,50 Euro für fünf Minuten, 4 Euro für 15 Minuten oder 5 Euro für 45 Minuten. Ohne solche Abonnements kann der Preis schlagartig in die Höhe schnellen. Der Zeittarif hängt außerdem von der Art der benutzten Ladestation ab. Handelt es sich um eine Schnellladestation, die in 20 Minuten eine Reichweite von 100 km leisten kann, ist der Tarif teurer. Es gibt jedoch Betreiber, die grundsätzlich ein und denselben Tarif unabhängig von der Leistung anbieten. In Deutschland kann man über das Angebot Get Charge einen Tarif nach Kilowattstunden nutzen, wobei der Kilowattstundentarif an Standard- oder Schnelladestationen rund 0,30 Cent beträgt. An Ladestationen mit hoher Leistung ist er ca. zehn Cent teurer. Bei Ladeinfrastrukturen, die nicht zum Partnernetzwerk gehören, kann der Preis pro Kilowattstunde 90 Cent erreichen.

Die Ladekosten eines Elektroautos auf der Autobahn

Autobahnen sind meistens mit Schnellladestationen ausgestattet. Das Laden ist hier in der Regel teurer. Eine halbe Stunde Schnellladen kostet in Europa rund 8 Euro. Außerdem sollte man vorher in Erfahrung bringen, ob diese Ladestationen besetzt sind, um nicht zu lange warten zu müssen. Genau diese Art von Information gibt die App MY RENAULT, mit der die Elektroautos von Renault ausgestattet sind.
Zwar wurde der Typ-2-Stecker in Europa als Standard festgelegt, es gibt jedoch noch viele andere Steckertypen und Lademodi. Es ist daher besser, mithilfe der Suchttools für öffentliche Ladestationen die Kompatibilität der Ladestation mit Ihrem Auto zu überprüfen.

 

 

* Worldwide Harmonized Light Vehicles Test Procedure, Standardzyklus: 57 % Stadtfahrten, 25 % Fahrten in vorstädtischen Gebieten, 18 % Autobahnfahrten.

Copyrights : Anthony BERNIER, adventtr, OHM, Frithjof

Meistgeteilte Artikel